Blutschwämmchen
Blutschwämmchen bloß nicht aufkratzen11.07.2012, 11:25 Uhr | akl
Ab dem 40. Lebensjahr zeigen sich oft kleine rote Knötchen auf der Haut. Ärzte sprechen von so genannten Altersblutschwämmchen. Warum man diese auf keinen Fall aufkratzen sollte und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erklärt Dr. Uta Schlossberger, Dermatologin und Mitglied im Berufsverband Deutscher Dermatologen.
"Von Altersblutschwämmchen sind sehr viele Menschen betroffen", erklärt Schlossberger. "Meist treten die kleinen, roten Knötchen, die aus erweiterten Blutgefäßen bestehen, ab 40 Jahren auf. Selten auch schon mit 35 Jahren. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer", fasst die Dermatologin zusammen. Warum es zu der Bildung der erweiterten Blutgefäße kommt, ist nicht bekannt. Experten vermuten, dass das Auftreten erblich oder hormonell bedingt ist. Wissenschaftlich bewiesen sei aber beides nicht, sagt Schlossberger.
Aber wo treten die Schwämmchen am meisten auf? "Am häufigsten ist der Rumpfbereich betroffen, also Rücken-, Brust- und Bauchbereich. Zwar kommen Altersblutschwämmchen auch auf den Armen und im Gesicht vor, doch das ist eher selten", sagt die Dermatologin. Die Knötchen haben oft die Größe eines Stecknadelkopfes, können aber auch linsengroß werden. Sie sind ungefährlich und eher ein kosmetisches Problem. Werden die Knötchen größer und besteht die Gefahr, sie zu verletzen, werden sie von einem Hautarzt entfernt.
"Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Blutschwämmchen zu entfernen. Größere Knötchen werden häufig unter örtlicher Betäubung mit einem Skalpell entfernt. Die Wunde wird genäht und es bleibt eine kleine Narbe zurück. Die Schwämmchen können aber auch mit Hilfe der Elektrokoagulation behandelt werden. Hierbei wird eine kleine Metallkugel auf die betroffene Stelle gesetzt und kurzfristig mit Hochfrequenzstrom erhitzt. Die Äderchen werden so verschweißt. Die Narbe ist kaum sichtbar.
"Der Laser wird für die Entfernung am häufigsten eingesetzt", erklärt Schlossberger. "Hierbei zerstört ein Lichtstrahl die Blutgefäße. Danach sollte man nicht in die Sonne oder ins Solarium gehen, da es zu Pigmentstörungen kommen kann." Es können feine Narben zurückbleiben.
Die Blutschwämmchen dürften auf keinen Fall aufgestochen oder aufgekratzt werden, warnt Schlossberger. "Man verletzt damit ein direktes Gefäß und das schließt sich nicht mehr von alleine. Es findet keine Blutgerinnung statt. Man kann die Blutung nicht mehr stillen. Zudem besteht ein hohes Infektionsrisiko." Es käme allerdings vor, dass die kleinen Knötchen nachts versehentlich aufgekratzt werden. "Zwar bildet sich eine leichte Kruste über der Wunde, aber diese ist so empfindlich, dass sie bei Berührung immer wieder aufplatzt." Die Betroffenen kommen um einen Arztbesuch dann nicht herum.
11.07.2012, 11:25 Uhr | akl
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