21.09.2012, 14:14 Uhr | ema
Lästige Grasmilben können einem den Aufenthalt im Grünen vermiesen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Sie sind klein und unscheinbar, aber sie haben es in sich: die Grasmilben. Die kleinen rötlichen Sauger sind im Spätsommer besonders aktiv. Ein Biss unangenehmer als ein Mückenstich. Es kommt zu Schwellungen, und der Juckreiz hält bis zu 14 Tage an. Kratzen kann häufig zu Entzündungen führen. Wir verraten, wie Sie die Bisse der Milben verhindern und was Sie gegen den Juckreiz tun können. Sieben Tipps gegen Grasmilben.
Die Grasmilbe hat viele Namen. Der kleine Sauger ist auch als Herbstmilbe oder Herbstgrasmilbe bekannt. Früher wurde sein Biss als Erntekrätze diagnostiziert. Geplagt war insbesondere die Landbevölkerung bei der Ernte von Heu oder dem Einbringen von Stroh. Jetzt ist der Sauger wieder auf dem Vormarsch. Experten führen die Vermehrung der stecknadelkopfgroßen Tiere auf den Klimawandel zurück. Aber auch das veränderte Freizeitverhalten bei Spaziergängen in Feld und Wald oder der Gartenarbeit macht es dem Parasiten leicht. Dabei sind nicht die ausgewachsenen Milben, sondern die Larven für die juckenden Stiche verantwortlich. Die erwachsenen Spinnentiere leben im Boden, wo sie ihre Eier legen. Bei warmem Temperaturen kommen die 0,2 bis 0,3 mm großen orangeroten Larven an die Oberfläche und sammeln sich an hellen, leicht feuchten Stellen in Wiesen und Gärten. Die Larven benötigen Warmblüter wie Menschen und Haustiere als Wirte für Ihrer weitere Entwicklung.
Von den Spitzen der Grashalme gelangen die Larven beim Menschen in der Regel auf die Füße, wandern die Beine hoch und beißen sich an einer geeigneten Stelle fest. Dabei bevorzugen sie dünnhäutige und feucht-warme Körperstellen wie Knöchel, Unterschenkel, Bauchnabel, Kniekehlen oder Achselhöhlen. Mit ihren sichelförmigen Mundwerkzeugen dringt die Milbenlarve in die Haut ein und sondert ihren Speichel in die Wunde ab, der die oberste Zellschicht der Haut aufweicht. Als Reaktion auf das Sekret bilden sich etwa 24 Stunden nach dem Biss rund um den Saugkanal stark juckende, rote Quaddeln. Der Juckreiz kann bis zu zwei Wochen anhalten und sich noch bis drei Tage nach dem Biss steigern.
Da die Rötungen erst einige Stunden nach dem Biss auftreten, bringen die meisten Menschen sie nicht mit dem Aufenthalt im Freien in Verbindung und verwechseln sie oft mit Mückenstichen. Doch so unangenehm ein Grasmilbenbiss auch sein mag, er ist im Grunde harmlos. Grasmilben übertragen keine Krankheiten. Allerdings kommt es durch verstärktes Kratzen häufig zu Entzündungen. Kratzen Sie die Quaddeln bloß nicht auf, die Milbe befindet sich meist schon nicht mehr in der Haut. Als erste Maßnahme können Sie die Bissstelle mit einem in Alkohol getränkten Wattebausch desinfizieren. Gegen den Juckreiz helfen lindernde Salben aus der Apotheke. Alternativ kann die Bissstelle mit Zitronensaft oder Essig betupft oder mit Salzwasser abgerieben werden. In schweren Fällen kann ein Arzt eine Kortison-Salbe oder ein Antihistaminikum verordnen.
Hohes Schuhwerk wie Gummistiefel sowie geschlossene Kleidung sind ein guter Schutz gegen Grasmilben-Befall. Im Sommer ist das jedoch eher unangenehm. Deshalb ist es vor dem Aufenthalt im Freien empfehlenswert sich mit Insektenabwehrmitteln einzureiben. Auch die Kleidung lässt sich mit solchen Mitteln behandeln. Nach dem Liegen auf einer befallenen Wiese sollten Sie rasch duschen und die Kleidung wechseln. Die Bettwärme verschlimmert den Juckreiz noch einmal und wer die Milben einmal ins Bett getragen hat, wird sie erst wieder los, wenn Bettzeug und Laken gründlich gereinigt oder in die Tiefkühltruhe gelegt wurden. In befallenen Gärten sind die Plagegeister fast nicht auszurotten. Regelmäßiges Mähen und rasches Kompostieren oder Beseitigen des Rasenschnitts sollen aber helfen. Einige Gärtner zeichnen mit dem Kalken gewisse Erfolge.
Da sowohl die Milben als auch ihre Larven sehr klein sind, kann man sie mit bloßem Auge nicht erkennen. Um festzustellen, ob der eigene Garten von Grasmilben befallen ist, kann man an einem sonnigen Tag ein weißes Blatt Papier auf dem Rasen auslegen. Sollten Grasmilben vorhanden sein, sammeln sie sich dort in der warmen Sonne. Auf dem weißen Untergrund kann man die rötlichen Tiere als winzige Punkte erkennen. Als erste Sofortmaßnahme sollte der Rasen möglichst kurz gemäht und der Rasenschnitt sofort entsorgt werden. Auf keinen Fall aber sollte Sie in den Kompost geworfen werden. Da die Milben es warm und trocken lieben, sollte der Rasen möglichst feucht gehalten werden. Ansonsten gibt es keine wirksamen Mittel, um die Plagegeistern zu vertreiben. Da es sich bei den Milben nicht um Pflanzenschädlinge handelt, gibt es kein zugelassenes Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung, heißt es aus der Landwirtschaftskammer NRW. Manche Hobbygärtner setzen auf Brennesselsud oder Niemtee-Behandlung. Deren Wirksamkeit ist jedoch nicht nachgewiesen.
Quelle: ema
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