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Shere Hite: Revolution über den weiblichen Orgasmus

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Orgasmus

"Hite Report": Frauen kommen anders als Männer

01.11.2012, 17:01 Uhr | dpa

Shere Hite: Revolution über den weiblichen Orgasmus. Revolution dank Shere Hite: Frauen kommen anders als Männer. (Quelle: imago)

Revolution dank Shere Hite: Frauen kommen anders als Männer. (Quelle: imago)

 

Man kann ohne Übertreibung sagen, dass Shere Hite den weiblichen Orgasmus bekanntgemacht hat - und umgekehrt. Vor dem Erscheinen des "Hite Reports" im Jahr 1976 kannte kaum jemand die Geschichtsdoktorandin aus den Südstaaten; und der Orgasmus der Frau war ein Thema, das keines war: Hatte die Frau einen Orgasmus, war alles gut. Hatte sie keinen - reden wir nicht darüber. Hite hat die Sexualforschung mit ihren hochumstrittenen Thesen revolutioniert. Am 2. November wurde sie, inzwischen deutsche Staatsbürgerin, 70 Jahre alt.


Shere Hite war Playmate

In das Klischee der grauen Feministin passte Hite nie. Sie liebt den großen Auftritt und den bekam sie mit Modelfigur und blonder Mähne auch. Gern kokettiert sie damit, dass sie sich als Studentin für den "Playboy" ausgezogen hatte. Und auch die Werbung war eher an ihren Kurven und vielleicht noch ihrem Gesicht interessiert - aber nicht an dem, was dahinter steckt. Es störte Hite nicht, bis der Werbespruch unter einer Schreibmaschine mit ihr lautete: "Die Maschine ist so clever, da muss sie es nicht sein."


"Hite Report" schlug ein wie Granate

Hite wurde zur Feministin und mit Unterstützung entsprechender Verbände startete sie eine Befragung von Frauen. Das Ergebnis wurde als Buch veröffentlicht. 1976 schlug der "Hite Report" ein wie eine Granate. Das sollten unsere netten Ehefrauen sein? Von denen angeblich nur jede dritte beim Sex mit ihrem Mann einen Orgasmus kriegen sollte? Weil die Männer Egoisten im Bett seien? Und deshalb würden fast alle Frauen, man möchte es ja kaum aussprechen, zur Selbsthilfe greifen?

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Revolution: Frauen kommen anders

Was längst in jedem Jugendblättchen steht, war damals Revolution: Frauen kommen anders als Männer und zumeist seltener. Und deshalb sei für viele Selbstbefriedigung etwas ganz normales, ob mit der Hand, einem Kissen, auf dem Wäschetrockner oder mit der Dusche. Und sie brauchen genau so lange zum Orgasmus wie Männer: Im Schnitt vier Minuten. Das Problem: Vorher hatte darüber keiner auf diese Art gesprochen. Sigmund Freud sah klitorale Handlungen als etwas "unreifes". Alfred Kinsey sprach darüber, aber nebenbei und klinisch. Und die sexuelle Revolution der Achtundsechziger war zuerst eine der Männer.


Als Hite nun ein paar Jahre danach für einen "sexuellen Tanz, keinen sexuellen Kampf" warb, wurde ihr das Buch aus den Händen gerissen. Nicht mehr als 2.000 Exemplare sollten vom "Hite Report" erscheinen - heute sind es mehr als 50 Millionen. Auch ihre Nachfolgebücher, etwa über die Sexualität des Mannes, wurden zu Bestsellern. Kein Wunder, dass "Time" sie einen "Sex-Guru" nannte. Das gleiche Magazin kritisierte aber auch ihre Methodik: "Sie startet mit einem Vorurteil und läuft mit einer Statistik ins Ziel." Auch die "New York Times" sprach von "soziologischer Science-Fiction". Denn Hite und ihre Helferinnen hatten einfach 100.000 Fragebögen verschickt, von denen gerade einmal gut 3.000 zurückkamen. Daraus wurde dann die Analyse. Aber bestand nicht die Gefahr, dass gerade die Frustrierteren oder auch die Offenen zum Stift gegriffen hatten? Hite bügelte die Kritik einfach ab: "Wenn sie meine Arbeit 'unwissenschaftlich' nennen", zitierte sie "Der Spiegel" 1977, ´"dann heißt das in Wirklichkeit: Sie ist kein Mann, sie trägt keinen weißen Kittel, es ist Weibergeschwätz."


"Sex-Guru" wurde Deutsche

Manche ihrer Kritiker machten es sich vielleicht wirklich so einfach, viele nicht. Hite floh vor ihnen aus den USA nach Europa - und wurde im Jahr 1996 Deutsche. Da war sie schon lange mit dem deutschen Pianisten Friedrich Höricke verheiratet, außerdem hatte sie auch deutsche Vorfahren. "In dem Land, in dem ich geboren wurde, fühlte ich nicht mehr die Freiheit, meine Forschungen fortzusetzen", schrieb sie 2003. Paparazzi hätten sie belagert, ihr in Büschen aufgelauert und sie überall hin verfolgt. Der deutsche Pass sollte "wieder etwas Normalität in mein Leben bringen". Bevor sie den deutschen Pass bekam, sei sie zwei Tage staatenlos - und ruhelos - gewesen. "Ich habe in der Zeit mehr als 20 Cheeseburger von McDonalds gegessen", schrieb die Ex-Amerikanerin. "Auch wenn mir damals die Ironie dessen nicht aufgefallen ist."

 
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