08.11.2012, 16:02 Uhr | amr, dpa
Medizinische Stents sollen eigentlich Leben retten, doch sie haben auch Nachteile. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Nach einem Schlaganfall bekommen Menschen manchmal Prothesen in die verengten Gefäße eingesetzt. Diese sogenannten medizinischen Stents sind kleine Drahtröhrchen, die das Gefäß von innen stabilisieren. Sie sorgen dafür, dass sich zum Beispiel die Halsschlagader nicht weiter verengt und dass das Blut ungehindert fließen kann. Doch die kleinen Röhrchen können mit Gewebe überwuchern und somit das Risiko für einen weiteren Schlaganfall erhöhen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) hin.
Besonders gefährdet sind Patienten, bei denen das Blut nach dem Einsetzen des Stents nicht optimal fließt. Auch Patienten, bei denen sich schon einmal ein Gefäß nach Behandlung wieder verengt hat, gehören zur Risikogruppe. Im ersten Jahr nach der Implantation sei die Gefahr besonders hoch, dass der Stent überwuchert, warnt die DEGUM. Durch einen Ultraschall können Ärzte rechtzeitig erkennen, wenn sich die Prothese verschließt.
Die meisten Stents bestehen aus Edelstahl. Die kleinen Metallröhrchen werden in Blutgefäße, speziell in Herzkranzgefäße, eingesetzt und dehnen diese aus. Somit wird verhindert, dass sie sich erneut verengen und einen Schlaganfall auslösen.
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Wurde ein Stent implantiert, kommt es nach zwei bis drei Tagen zu einer Gefäßreaktion. Das bedeutet: Es wächst neues Gewebe über den Draht der Stents. Bis die ganze Gefäßstütze mit neuem Gewebe überdeckt ist, kann es einige Wochen dauern. Da es sich bei einem Stent um einen Fremdkörper handelt, besteht immer ein Risiko, dass sich ein Blutgerinnsel innerhalb des Stents bildet. Daher müssen Patienten, auch wegen des hohen Thromboserisikos, langfristig Medikamente einnehmen.
Stent ist jedoch nicht gleich Stent. Es gibt verschiedene Arten von Gefäßstützen, die zum Einsatz kommen können. In den letzten Jahren haben sich vor allem mit Medikamenten beschichtetete Stents bewährt. Diese setzen eine genau definierte Wirkstoffemenge am Ort der Verletzung frei und verhindern so, dass das Gefäß sich wieder verschließt. Zudem gibt es neuartige Metallstents, die sich nach einer gewissen Zeit restlos im Körper des Patienten auflösen sollen. Diese befinden sich jedoch noch in der klinischen Erprobung.
Quelle: amr, dpa
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