14.11.2012, 14:55 Uhr | akl
Krätze: Weibliche Krätzmilben graben sich unter die Haut und legen dort ihre Eier ab. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
"Ich krieg´ die Krätze!" - Diese Redewendung kennt fast jeder. Was aber genau hinter der Infektionskrankheit steckt, ist vielen nicht bekannt. Bei der Krätze gräbt sich die weibliche Krätzmilbe unter die menschliche Haut und legt Gänge an, in denen sie Eier und Kot ablegt. Rötungen und starker Juckreiz sind typische Symptome.
Die Infektionskrankheit Krätze, medizinisch Skabies genannt, wird durch die Krätzmilbe ausgelöst. Die weiblichen Spinnentiere sind zwischen 0,3 und 0,5 Millimeter groß und brauchen ungefähr 30 Minuten, bis sie sich in die Haut eingegraben haben. Männliche Milben bleiben auf der Hautoberfläche. Nach etwa vier bis fünf Wochen treten die ersten Symptome auf. Es beginnt mit einem leichten Brennen auf der Haut, dann kommt starker Juckreiz hinzu.
Die Betroffenen müssen sich ständig kratzen. Im späteren Stadium bilden sich stecknadelgroße Pusteln, Bläschen sowie Krusten auf den befallenen Hautstellen. Zudem kann die Haut Ausschläge zeigen.
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Besonders häufig betroffen sind Hände, Füße, Ellenbogen, der Brustwarzenhof, der Nabel und der Penisschaft. Die Krätzmilbe lebt zwischen vier und sechs Wochen und legt jeden Tag bis zu vier Eier in die Gänge unter der Haut. Die Gänge seien bis zu 2,5 Zentimeter lang und bei heller Haut könnten die Gänge aufgrund der dort liegenden Kotballen als dunkle, unregelmäßige Linien durchscheinen, erklärt das Robert-Koch-Institut (RKI).
Gefährdet sind vor allem Einrichtungen, in denen viele Menschen aufeinandertreffen, also Kindergärten, Altenheime, Krankenhäuser oder Obdachlosenasyle. Auch sexuell aktive Menschen können betroffen sein. Die Krätzmilbe wird in den meisten Fällen über Körperkontakt weitergegeben. Die Ansteckungsgefahr ist sehr hoch. Auch intensive Körperpflege kann nicht schützen. Die Milben sind unter der Haut vor Wasser und Seife geschützt. Der Befall wird häufig erst sehr spät erkannt, da die Symptome anderen Hautkrankheiten ähneln.
Krätze kommt weltweit vor und kann jeden treffen. Nach Schätzungen des RKIs sind weltweit etwa 300 Millionen Menschen von der Krätzmilbe befallen. Für die einzelnen Länder gebe es allerdings keine Häufigkeitszahlen, für Deutschland existiere nicht einmal eine Schätzung. Das liegt unter anderem daran, dass Skabies nicht meldepflichtig ist. Das heißt aber nicht, dass es in Deutschland keine Fälle gibt. Es kann von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden.
In Deutschland sind vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zur Behandlung Präparate mit den Wirkstoffen Permethrin, S-Bioallethrin, Benzylbenzoat und Crotamiton zugelassen. Permethrin-Creme beispielsweise wird auf dem ganzen Körper verteilt - mit Ausnahme des Kopfes - und am nächsten Tag abgewaschen. Oftmals reicht die einmalige Anwendung, um den Milbenbefall zu stoppen. Allerdings müssen auch die Menschen behandelt werden, die mit dem Betroffenen in Kontakt gekommen sind. Zusätzlich sollte man Räume desinfizieren sowie Matratzen, Bettwäsche und Kleidung wechseln.
Quelle: akl
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