15.11.2012, 11:58 Uhr | amr, t-online.de
Orientierungsverlust, Sprachschwierigkeiten, Vergessen - an Alzheimer leiden laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft rund eine Million Menschen. Sieben Prozent der über 65-Jährigen sind betroffen. Wenn die Nervenzellen im Gehirn mit zunehmendem Alter absterben, führt das zu Beeinträchtigungen im täglichen Leben. Sind wirklich nur ältere Menschen davon betroffen? Ist Alzheimer gleich Demenz? Und sollten Alzheimer-Patienten besser keinen Kaffee trinken? Wir klären die häufigsten Irrtümer und haben einige Fakten zu Alzheimer zusammengestellt.
Demenz ist der Oberbegriff für das Krankheitsbild, das altersbedingte Vergesslichkeit, Orientierungsprobleme und Verhaltensänderungen mit sich bringt. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form einer Demenzerkrankung und tritt mit zunehmendem Alter immer häufiger auf. Das Krankheitsbild von Alzheimer ist komplex. Treten Symptome über einen längeren Zeitraum von mehreren Wochen oder gar Monaten auf, sollte man zum Arzt gehen. Die Diagnose wird aufgrund verschiedener Tests gestellt, die Gedächtnis und Verhaltensänderungen prüfen. Dennoch lässt sich Alzheimer zu Lebzeiten nur mit 80-prozentiger Sicherheit diagnostizieren. Erst nach dem Tod kann eine Gehirnuntersuchung zeigen, ob der Betroffene tatsächlich an Alzheimer litt.
Ist Kaffee bei Alzheimer schädlich? Ganz im Gegenteil: Kaffee stoppt den Gedächtnisverlust bei einer Alzheimer-Erkrankung, das Koffein kann sogar vorhandene Gedächtnisverluste rückgängig machen. Das haben amerikanische Forscher in Tests mit Mäusen herausgefunden. Durch das Koffein ging bei den Tieren die Menge der Proteine zurück, die für eine Alzheimer-Erkrankung verantwortlich sind, berichten die Wissenschaftler vom Alheimers Disease Research Center der Universität von South Florida. Alzheimer-Patienten müssen also nicht auf Kaffee verzichten. Weiterhin sollte wert auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung gelegt werden.
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Medikamente können helfen, Symptome zu lindern oder hinauszuzögern. Wenn die Begleiterscheinungen behandelt werden können, trägt dies immens zur Erhaltung der Lebensqualität bei. Laut der Alzheimer Forschung Initiative e.V. kann eine gute Therapie eine Heimeinweisung um etwa zwei Jahre hinauszögern. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von vier bis acht Jahren ab dem Auftreten der ersten Symptome, ist der Erhalt von zwei Jahren Lebensqualität ein wesentlicher Erfolg.
Wer sich gesund und ausgewogen ernährt, kann sein persönliches Alzheimer-Risiko senken. Auch Sonne und frische Luft können Alzheimer vorbeugen, denn Sonnenstrahlen auf der Haut bilden Vitamin D. Haben Menschen eine Unterversorgung an Vitamin D, tritt Alzheimer vier Mal häufiger auf. In kälteren Monaten kann bei Bedarf ein Vitamin-D-Präparat aus der Apotheke eingenommen werden.
Das Surfen im Internet kann Betroffenen ebenso helfen. Eine Stunde "googeln" am Tag kann das Alzheimer-Risiko senken. Das fanden Forscher der University of Los Angeles (UCLA) heraus. Besonders bei älteren Menschen kann diese Aktivität das Gedächtnis schärfen.
Auch das Zähneputzen darf nicht vernachlässigt werden - denn eine gute Mundhygiene kann vor Alzheimer schützen. Eine Studie der Universität von South Carolina hat ergeben, dass Parodontose bei Menschen unter 35 in späteren Jahren die Wahrscheinlichkeit von Alzheimer um das Vierfache erhöht. Die Experten vermuten, dass Entzündungen im Mundraum sich auf das Hirn ausweiten können.
Quelle: amr, t-online.de
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