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Ärzte behandeln so viel wie noch nie

07.12.2012, 15:22 Uhr | t-online.de, dpa

Ärzte behandeln so viel wie noch nie. Die Anzahl der Wirbelsäulen-Operationen hat sich binnen fünf Jahren mehr als verdoppelt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Anzahl der Wirbelsäulen-Operationen hat sich binnen fünf Jahren mehr als verdoppelt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Deutschlands Kliniken haben im vergangenen Jahr so viele Patienten behandelt wie noch nie. 18,3 Millionen Behandlungen verzeichnet der AOK-Krankenhausreport. Die Zahl lag fünf Jahre zuvor noch bei 16,8 Millionen. Die Häfte des Zuwachses entfällt laut Report auf Leiden des Muskel-Skelett-Systems, des Kreislaufsystems sowie der Harnorgane. So hat sich die Zahl der Wirbelsäulenoperationen bei AOK-Versicherten zwischen 2005 und 2010 mehr als verdoppelt.

Intensive Debatte über Notwendigkeit der Operationen

Über die Notwendigkeit der Eingriffe wird heftig diskutiert. Viele Operationen seien unnötig und würden nur erbracht, damit die Kliniken ihre Einnahmen verbesserten, kritisierten die Herausgeber des Berichts, der vom AOK-Bundesverband und Wissenschaftlichem Institut der AOK (WIdO) herausgegeben wurde. Es gebe besonders dort starke Zuwächse, wo die Eingriffe Gewinn versprächen, sagte WIdO-Geschäftsführer Jürgen Klauber.

"Den ökonomischen Fehlanreizen kommt eine ganz gewichtige Rolle zu", sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Fritz Uwe Niethard. So bringe eine typische Wirbelsäulen-OP einer Klinik 12.000 Euro ein. Dafür könnten 100 Jahre Behandlung ohne OP bezahlt werden.

Kliniken gehen in die Offensive

Die Beschuldigten wehren sich jedoch gegen die Kritik. Schon vor der Veröffentlichung des AOK-Krankenhausreports legte die deutsche Krankenhausgesellschaft ein Gegengutachten vor, das die Zweifel an der Notwendigkeit der Operationen entkräften soll. Das Gutachten beruft sich auf einen demographischen Hintergrund, also auf die ansteigende Zahl älterer Menschen innerhalb der Bevölkerung. Auch der medizinische Fortschritt sei ein Aspekt, der zur mehr operativen Eingriffe führe.

"Eine generelle Diffamierung der Krankenhausmitarbeiter und eine haltlose Verunsicherung der Patienten sind folglich zurückzuweisen", heißt es in der Erhebung des Deutschen Krankenhausinstituts. Ökonomische Fehlreize seien zwar ein Problem. Doch gerade bei den künstlichen Hüft- und Kniegelenken, den Herzschrittmachern und Herzkatheder-Eingriffen, die allesamt besonders ins Kreuzfeuer der Kritik geraten waren, gebe es ein solide Abwägung hinsichtlich der Notwendigkeit einer Operation.

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