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FSME-Impfstoff wird knapp

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Impfungen

FSME-Impfstoff wird knapp

19.12.2012, 15:56 Uhr | dapd

 

Der Impfstoff gegen das durch Zeckenbisse übertragene FSME-Virus, das eine Hirnhautentzündung auslösen kann, wird knapp. Der Arzneimittelhersteller Novartis teilte in einem Schreiben an Krankenkassen im Südwesten und das baden-württembergische Sozialministerium mit, dass mit einem kompletten Ausfall der laufenden Produktion des Arzneimittels Encepur zu rechnen sei, wie die Zeitung "Stuttgarter Nachrichten" berichtet. Demnach kann aus "herstellungstechnischen Gründen" nur noch der Bestand von etwa 200.000 Impfdosen ausgeliefert werden.

Ab 1. Januar 2013 werde das Arzneimittel für Kinder daher nicht mehr lieferbar sein, heißt es den Angaben zufolge in dem Brief weiter. Der Impfstoff für Erwachsene reiche noch bis Ende des ersten Quartals 2013. "Durch den Produktionsausfall werden Teile der Bevölkerung in Baden-Württemberg nicht geimpft werden können", sagte der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung im Südwesten, Norbert Metke, der Zeitung. Eine Sprecherin des Sozialministeriums bestätigte auf dapd-Anfrage den Eingang des Briefes. Das Sozialministerium könne aber die Behauptung der Lieferschwierigkeiten nicht überprüfen, dass es nicht Vertragspartner sei. Es sei Aufgabe der Kassen, nun Schlussfolgerungen zu ziehen.


Sprecherin: "Zu wenige Hersteller"

Ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) sagte der Nachrichtenagentur dapd: "Die Situation auf dem Pharmamarkt ist so, dass bei einem Produktionsausfall bei Impfstoffen die Versorgungssicherheit nicht mehr gewährleistet ist." Es gebe nicht genug Hersteller. Außerdem schlössen die Kassen zur Versorgung bestimmter Regionen sogenannte Rabattverträge mit nur einem Hersteller ab. Deshalb produzierten nur die Hersteller, die den Zuschlag erhielten, die anderen nicht.

Bei einem Ausfall könne aufgrund der langen Produktionszeit folglich nicht schnell für Nachschub gesorgt werden. Deshalb stelle sich die Frage, ob die Praxis der gesetzlich zulässigen Rabattverträge bei Impfstoffen nicht auf den Prüfstand gestellt werden müsse, sagte der Sprecher.

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