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Studie: Antibiotikum bei Bronchitis meist nutzlos

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Bronchitis  

Studie: Antibiotikum bei Bronchitis meist nutzlos

19.12.2012, 17:35 Uhr | dapd

Studie: Antibiotikum bei Bronchitis meist nutzlos. Lungenkrankheiten sollte man nicht unterschätzen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Studie: Antibiotikum ist bei einer Bronchitis meist nutzlos. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei einer Bronchitis wird häufig ein Antibiotikum verschrieben. Allerdings hilft es meistens nicht und verursacht zusätzlich Nebenwirkungen. Viel mehr kann der Körper die Heilung der Bronchitis selber regeln, so das Ergebnis einer Studie im Medizinjournal "The Lancet". Darin wurde untersucht, ob das häufig bei Atemwegsinfekten verabreichte Antibiotikum "Amoxillin" an einer Bronchitis erkrankte Patienten schneller gesund werden lässt.

Atemwegsinfekte meist von Viren verursacht

Husten, der von Symptomen der unteren Atemwege begleitet wird, ist eine der häufigsten Akuterkrankungen, mit denen Hausärzte konfrontiert sind. Obwohl man davon ausgeht, dass die meisten dieser Infekte von Viren verursacht werden, diskutieren Mediziner kontrovers, ob Antibiotika - speziell bei älteren Patienten - nützlich sein könnten. Aus der Forschung gab es dazu bislang widersprüchliche Erkenntnisse.


Mehr Nebenwirkungen durch Antibiotika


"Der Einsatz von Amoxicillin zur Behandlung von Patienten mit Atemwegsinfekten, bei denen kein Verdacht auf eine Lungenentzündung besteht, wird wahrscheinlich nicht helfen, könnte aber schaden", warnt jetzt Forschungsleiter Paul Little von der University of Southampton in Großbritannien. Speziell, wenn sie unwirksam seien, hätten Antibiotika oft Nebenwirkungen wie Durchfall, Ausschlag oder Übelkeit, erläutert der Mediziner.

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Studie: Antibiotikum wirkt bei Bronchitis nicht besser als Placebo

Die Studie seines Teams stützt sich auf Untersuchungen an 2.061 Erwachsenen in zwölf europäischen Ländern, darunter auch Deutschland. Die Studienteilnehmer erhielten zufällig entweder das Antibiotikum oder ein Placebo dreimal täglich für sieben Tage. Ärzte beurteilten den Zustand zu Beginn der Behandlung, die Teilnehmer führten ein Tagebuch über ihre Symptome. Relevante Unterschiede in der Länge oder der Stärke der Symptome fanden die Forscher zwischen den beiden Gruppen nicht, auch nicht bei den Patienten jenseits des 60. Lebensjahres.


Ärzte könnten bei risikoarmen Patienten auf Antibiotikum verzichten

Little schlussfolgert: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass die meisten Leute von allein wieder gesund werden. Aber da eine kleine Gruppe Patienten von Antibiotika profitiert, bleibt die Herausforderung, die Individuen zu identifizieren." Unterstützung für diese Einschätzung erhält er in einem Kommentar von Philipp Schütz vom Kantonsspital Aarau in der Schweiz. Schütz urteilt: "Little und seine Kollegen haben überzeugende Daten vorgelegt, die niedergelassene Allgemeinmediziner ermutigen sollten, bei risikoarmen Patienten auf Antibiotika zu verzichten, wenn kein Verdacht auf Lungenentzündung besteht."

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