07.01.2013, 14:38 Uhr | ema
Medikamente sollten grundsätzlich vor Hitze geschützt und eher kühl aufbewahrt werden. Einige Arzneien gehören sogar in den Kühlschrank. Apothekerin Dr. Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) erklärt, welche Mittel das sind und wieso das Gemüsefach der beste Platz für sie ist.
"Bei welchen Temperaturen Arzneimittel genau zu lagern sind, steht in der Regel auf der Verpackung bzw. im Beipackzettel. Außerdem wird Sie der Arzt oder Apotheker immer darauf hinweisen", erklärt Dr. Sellerberg.Der Vermerk "Im Kühlschrank lagern" bedeutet, dass das Medikament konstant zwischen zwei bis acht Grad Celsius aufbewahrt werden sollte. "Idealerweise bewahrt man Medikamente, die in den Kühlschrank gehören, im Gemüsefach auf. Hier herrscht die für Medikamente optimale Temperatur. Außerdem ist es relativ gleichmäßig kühl", erklärt Sellerberg. An der Kühlschrankwand hingegen könne das Medikamente einfrieren, wodurch die Wirksamkeit gemindert werden könne, so die Apothekerin. Auch in der Ablage der Kühlschranktür dürfen Arzneimittel nicht lagern, da dort durch das ständige Öffnen keine gleichmäßig kühle Temperatur herrscht.
"In den Kühlschrank gehören alle Medikamente, die aus eiweißartigen Substanzen bestehen, zum Beispiel Insuline", sagt Sellerberg. Das gelte jedoch nur für nicht angebrochene Vorräte. Insulin, das sich in Gebrauch befindet, müsse nicht in den Kühlschrank. Auch einige Antibiotika-Säfte sind laut Sellerberg im Kühlen länger haltbar. Impfstoffe sowie einige Augentropfen und -salben gehören ebenfalls in den Kühlschrank. "Mann muss hierbei beachten, dass angebrochene Salben, Tropfen oder Säfte trotz Kühlschranklagerung nur eine begrenzte Zeit anwendbar sind. Deshalb ist es wichtig, dass Öffnungsdatum mit Kugelschreiber auf der Verpackung zu notieren," rät die Expertin. Kurz vor der Anwendung sollten gekühlte Medikamente einige Minuten in der Hand oder Hosentasche angewärmt werden. Augen- und Ohrentropfen sind dann besser verträglich.
Sellerberg zufolge ist es normalerweise kein Problem, wenn die Idealtemperatur kühlpflichtiger Medikamente von zwei bis fünf Grad beim Transport für kurze Zeit überschritten wird. "Im Winter ist das überhaupt kein Problem. An sehr heißen Tagen im Hochsommer kann es jedoch empfehlenswert sein, eine Kühlbox zu verwenden", so die Fachfrau. Bei Medikamenten mit dem Vermerk "Kühl lagern und transportieren" hingegen darf die Kühlkette unter keinen Umständen unterbrochen werden. Viele dieser Wirkstoffe enthalten Proteine, die bei Temperaturschwankungen beeinträchtigt werden können.
Quelle: ema
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