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Krankenhaus-Report 2013: Warum Darmkrebs-Vorsorge wirkungsvoll ist

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Krebs

Krankenhaus-Report 2013: Darmkrebsvorsorge wirkt

25.07.2013, 10:57 Uhr | dal, Spiegel Online

Krebs: Dank gezielter Vorsorgeuntersuchungen wird Darmkrebs immer häufiger frühzeitig erkannt. (Quelle: dpa)

Dank gezielter Vorsorgeuntersuchungen wird Darmkrebs immer häufiger frühzeitig erkannt. (Quelle: dpa)

Früherkennung mit Erfolg: Immer weniger Patienten müssen wegen Darmkrebs im Krankenhaus behandelt werden. Das zeigt der neue Barmer GEK Krankenhausreport. Betroffene aber leiden oft noch nach der Behandlung.

Weniger Darmkrebsfälle in Deutschland

In Deutschland müssen immer weniger Menschen wegen Darmkrebs im Krankenhaus behandelt werden. Trotz einer älter werdenden Bevölkerung ist die Rate der Patienten, die aufgrund der Erkrankung in die Klinik müssen, seit 2005 um 21 Prozent gesunken. Das ist das Ergebnis des Barmer GEK Krankenhausreports 2013, den die Krankenkasse am Dienstag in Berlin vorgestellt hat. Während 2005 11,71 Personen pro 10.000 Versicherte wegen der Diagnose in einer Klinik versorgt wurden, waren es 2012 laut dem Report noch 9,28. Auch die Behandlungen mit Chemotherapie und Bestrahlung gehen demnach zurück.

Ab 55 Jahren jährlich zur Darmspiegelung

"Wir gehen davon aus, dass Darmkrebs heute so früh erkannt wird, dass er seltener im Krankenhaus behandelt werden muss", sagt Rolf-Ulrich Schlenker, der stellvertretende Vorsitzende der Barmer GEK. Versicherte im Alter zwischen 50 und 55 Jahren haben jährlich Anspruch auf einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl. Wer positiv getestet wurde, kann eine Darmspiegelung machen - ab 55 Jahren bieten die Krankenkassen die Darmspiegelung auch ohne einen positiven Befund an.

Experten allerdings weisen immer wieder darauf hin, dass der Nutzen der Darmkrebsvorsorge unklar ist. Sie besitzt wie alle Screening-Methoden ein grundlegendes Problem: Kranke sollen als krank erkannt werden, Gesunde als gesund. Es gibt aber keinen Test, der absolute Sicherheit bietet. Je mehr Kranke als krank erkannt werden, desto höher ist auch die Rate der Gesunden, die fälschlicherweise als krank eingestuft werden.

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten

Obwohl die Fallzahlen sinken und die Krankenhausaufenthalte abnehmen, zählt Darmkrebs nach wie vor zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Jährlich erkranken etwa 69.000 Menschen daran, 20 Prozent der Patienten sterben laut Barmer bereits ein Jahr nach der ersten Behandlung. Fünf Jahre danach leben noch etwas mehr als die Hälfte der Betroffenen.

Ein Drittel der Patienten erleidet Komplikationen

Die Behandlung des Darmkrebs sei in den letzten Jahren schonender geworden, schreiben die Barmer-Experten. Demnach setzen Ärzte vermehrt minimal-invasive, laparoskopische Operationstechniken ein. Der Anteil dieser Methode stieg von fünf auf 15 Prozent. Die Kosten pro Betroffenem für die Behandlung von Darmkrebs im Krankenhaus sind seit 2005 gewachsen, von durchschnittlich 9316 auf 11.314 Euro.

Allerdings geht für viele Betroffene nach der Operation das Leiden weiter. Das ist das Ergebnis einer Patientenbefragung der Barmer. Von 1303 angeschriebenen Versicherten beteiligten sich 816. Ein Drittel davon beklagt Komplikationen im Zusammenhang mit der stationären Behandlung. Am häufigsten nennen Betroffene Wundheilungsstörungen (15,4 Prozent) und Darmverschluss (4,1 Prozent).

Patienten sind im Alltag stark eingeschränkt

Auch die Psyche der Patienten leidet unter der Erkrankung. Betroffene erleben oft Scham und soziale Einschränkungen. Sie fühlen sich im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung oft eingeschränkter in Bezug auf die Bewältigung des Alltags, der Arbeit und des Familienlebens. Außerdem berichten sie vermehrt von zusätzlichen körperlichen Belastungen wie Durchfall oder Müdigkeit sowie von finanziellen Schwierigkeiten. Patienten, bei denen ein künstlicher Darmausgang (Stoma) angelegt wurde, bewerten ihr persönliches Wohlbefinden und ihre physische Funktionalität als besonders schlecht.

Gerade aufgrund dieser Komplikationen sind die Hälfte der Männer und Frauen im Nachhinein mit der Behandlung ihres Darmkrebses nicht komplett zufrieden. Außerdem bemängelten einige, dass sie nicht genügend in die Planung und Durchführung der Versorgung miteinbezogen worden seien. Diese Patienten wünschen sich von ihren Ärzten mehr medizinische Informationen.

Psychisch bedingte Klinikaufenthalte nehmen weiter zu

Insgesamt blieben die Behandlungszahlen in Kliniken den 2012 im Vergleich zum Vorjahr unverändert hoch. Dabei verkürzten sich allerdings die Krankenhausaufenthalte, 2012 dauerte ein Aufenthalt im Schnitt 8,3 Tage.

Wie auch im Vorjahr kamen die meisten Krankenhaustage durch die Behandlung psychischer Störungen und Verhaltensstörungen (17,6 Prozent) zustande. Die meisten der Patienten litten dabei unter Alkohol bedingten Erkrankungen. Am längsten im Krankenhaus blieben allerdings die Patienten mit Depressionen. Ihre Therapien machten 6,3 Prozent aller Behandlungszeiten aus. Die größten Kosten verursachten Krankheiten des Kreislaufsystems und Krebs. Ein Barmer Versicherter kostete 2012 im Schnitt 792 Euro und verbrachte 1,9 Tage im Krankenhaus.

25.07.2013, 10:57 Uhr | dal, Spiegel Online

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