Nierenzellkrebs
Nierenzellkrebs wird meist durch Zufall entdeckt06.08.2013, 16:23 Uhr | akl
Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 16.500 Menschen an Nierenkrebs. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Das Nierenzellkarzinom ist mit etwa 16.500 jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland die dritthäufigste urologische Krebsart – mit steigender Tendenz, warnt die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU). Dabei wird der Tumor meist nur zufällig entdeckt. Dann ist die Erkrankung meist schon weit fortgeschritten. Diese Warnzeichen sollten Sie unbedingt ernst nehmen.
"Nierenkrebs wird heute meist eher zufällig bei Ultraschalluntersuchungen des Bauchraumes entdeckt. Symptome wie Schmerzen oder Blut im Urin werden meistens erst ausgelöst, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Dabei gilt auch hier, je früher der Tumor erkannt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten. Eine sogenannte 'gesetzliche' Früherkennung, die von den Kassen übernommen wird, gibt es für das Nierenkarzinom allerdings nicht", sagt DGU-Präsident Professor Dr. Michael Stöckle.
Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrum sind mehr Männer als Frauen von Nierenkrebs betroffen. Frauen seien zum Zeitpunkt der Erkrankung meist um die 71 Jahre, Männer rund 68 Jahre alt. Zu den bekannten Risikofaktoren für Nierenzellkrebs zählen Tabakkonsum, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes mellitus sowie Alkohol- und Schmerzmittelmissbrauch. Auch mit steigendem Lebensalter erhöht sich das Erkrankungsrisiko. Eine genetische Vorbelastung bestehe nur selten.
Treffen mehrere Risikofaltoren zu, sollte man eine Untersuchung der Nieren in Erwägung ziehen. Ein Beratungsgespräch beim Arzt klärt offene Fragen und auch die Kosten für die Untersuchung werden besprochen. Wichtig ist zudem, dass man ausreichend trinkt. Zwei Liter am Tag sollten es sein.
Die Deutsche Krebshilfe rät, besonders bei den folgenden Symptomen wachsam zu sein und diese von einem Arzt abklären zu lassen: eine rötliche bis braune Verfärbung des Urins, Schmerzen im Rückenbereich ohne erkennbaren Grund, allgemeine Beschwerden wie Kolliken, Blutarmut, Gewichtsverlust, Fieber, hoher oder niedriger Blutdruck sowie Darmbeschwerden.
Aber auch Muskelschmerzen, Husten und Abgeschlagenheit sollten ernst genommen und auch geschwollene Lymphknoten untersucht werden. Bei Männern gilt zudem eine entstandene Krampfader im linken Hodensack als Warnzeichen.
Doch was ist, wenn der Arzt im Rahmen der Untersuchung einen Tumor entdeckt? "Die einzige Möglichkeit der Heilung besteht in einer Operation, da Bestrahlung oder Chemotherapie beim Nierenkarzinom nicht greifen. Aber nicht alle Nierentumoren müssen operiert werden: Bei sehr alten Patienten, über 75 Jahre, mit einem kleinen Nierentumor kann durchaus ein abwartendes Vorgehen sinnvoll sein", erklärt Professor Dr. Markus Giessing, Leitender Oberarzt der Urologischen Klinik des Universitätsklinikums Düsseldorf. Und: Nicht alle Tumore sind bösartig. Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe sind fünf Prozent gutartig.
Heute wird, im Gegensatz zu früher, bei der Nierentumorentfernung die Erhaltung der Niere angestrebt. Die DGU beruft sich auf Langzeitstudien, die zeigten, dass die Heilungschancen bei organerhaltender Tumorentfernung genauso gut sind wie bei der kompletten Nierenentfernung. Außerdem gebe es Hinweise, dass die nierenerhaltende Operation einen Überlebensvorteil für die Patienten habe.
Nach Angaben der DGU wurden 2012 in Deutschland 2586 Nieren transplantiert. 766 Nieren waren von lebenden, 1820 von verstorbenen Spendern. Die Lebendorganspende ist dabei an gesetzliche Vorgaben geknüpft: Der freiwillige Spender muss gesund und zudem mit dem Empfänger verwandt sein - oder ihn zumindest persönlich kennen. Das wird von der Ethikkommissionen der Ärztekammern geprüft.
"Die Lebenserwartung der Lebendnierenspender wird durch den Verzicht auf eine Niere nicht beeinträchtigt, obwohl dies in Laienkreisen oft geglaubt wird", sagt Giessing, der auch der Vorsitzende des "Arbeitskreises Nierentransplantation" der Deutschen Gesellschaft für Urologie ist. Der Experte sieht aber eine psychologische Komponente, die bis zu 30 Prozent der Lebendnierenspender nachträglich beeinträchtigen könne: "Hier ist es wichtig, dass nicht nur im Vorfeld, sondern auch nach der Transplantation eine psychologische Begleitung angeboten wird."
Gesunde Nieren sind lebenswichtig. Versagen sie ihren Dienst, vergiftet der Körper. "Deshalb gilt es, so viel Nierengewebe wie möglich lebenslang zu erhalten. Menschen, die nicht das Glück haben, funktionierende Nieren zu besitzen, kann und sollte geholfen werden: durch eine Nierenspende zu Lebzeiten oder nach dem Tod", so der Apell des Experten.
06.08.2013, 16:23 Uhr | akl
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