Tinnitus
Fiepen setzt sich im Hirn fest23.08.2013, 11:02 Uhr | vdb
Jeder zehnte Deutsche leidet unter Tinnitus. Es pfeift, klopft, klingelt, rauscht. Und niemand außer dem Betroffenen kann das Geräusch hören. Ein Tinnitus spielt sich im Kopf ab. Was ihn auslöst, ist immer noch unklar. Manchmal ist es zu laute Musik, manchmal ein Hörsturz, manchmal Stress. Bei einigen Menschen verschwinden die Ohrgeräusche innerhalb weniger Tage von selbst. Andere müssen sich daran gewöhnen mit dem Tinnitus zu leben. Besonders tückisch: Nach einer Zeit setzt sich das Fiepen im Gehirn fest.
Für Tinnitus gibt es unterschiedliche Definitionen. Am häufigsten hören Betroffene ein Pfeifen, gefolgt vom Rauschen. Ohrgeräusche hat jeder zweite Mensch irgendwann in seinem Leben. Doch 10 bis 20 Prozent müssen über einen längeren Zeitraum mit ihnen klarkommen. Wird der Tinnitus chronisch, speichert sich der Ton sogar im Hörzentrum der Hörrinde fest. Dabei handelt es sich um einen Bereich der Großhirnrinde, der der Verarbeitung von akustischen Reizen dient. Dort findet sich auch der Endpunkt der Hörrinde. Dieses Hirnareal wird auch als auditorischer Kortex bezeichnet.
Alle Geräusche, die das Ohr aufnimmt, werden dorthin geleitet. Bei einem andauernden Tinnitus sind die im auditorischen Kortex liegenden Nervenzellen überaktiv und die Vorgänge werden fehlerhaft. Die Nervenzellen vernetzen sich zudem stärker. So lange, bis der Tinnitus dauerhaft verankert ist. Da es nicht um einen Sinneseindruck von außen geht, und das Geräusch fälschlicherweise im Gehirn gespeichert ist, kann man auch von einem Phantomgeräusch sprechen. Zudem können die Nervenzellen selber im Gehirn Töne produzieren, die dann ebenfalls in das Bewusstsein des Patienten treten.
Hat sich der Phantomton im Kopf festgesetzt, helfen in der Regel keine Medikamente mehr. Therapien zum Stressabbau, Verhaltens- und Klangtherapien oder Selbsthilfegruppen sind für Patienten dann oft die letzte Hilfe. Dennoch können die meisten Patienten gut mit den Geräuschen im Ohr leben. Allgemein wird zwischen vier Schweregraden von Tinnitus unterschieden. Grad eins bedeutet: Das Fiepen im Ohr ist zweitweise hörbar, beeinträchtigt den Betroffenen aber nicht. Das trifft auf 35 bis 40 Prozent aller Erwachsenen zu.
Bei Grad zwei sind die Ohrgeräusche dauerhaft vorhanden und zweitweise belastend. Sie treten besonders bei psychischem Stress in den Vordergrund. Das betrifft rund 17 Prozent. Bei Grad drei erzeugt der Tinnitus einen erhöhten Leidensdruck und beeinträchtigt den beruflichen und privaten Alltag. Das gilt für rund acht Prozent der Patienten. Sie machen sich ständig Gedanken über das Fiepen im Ohr. Wer unter einem Tinnitus von Grad vier leidet, bekommt infolge dieser ständigen Belastung auch psychische und körperliche Leiden. Dazu zählen eine geminderte Konzentration, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, eine reduzierte Leistungsfähigkeit, Schmerzen und Angst. Es kann sogar zu Depressionen kommen. Diese extreme Form von Tinnitus und Folgebeschwerden treffen nur rund ein halbes Prozent der Betroffenen.
23.08.2013, 11:02 Uhr | vdb
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