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Rückenschmerzen

Hexenschuss oder Bandscheibenvorfall - was liegt vor?

26.08.2013, 18:02 Uhr | ag

Hexenschuss oder Bandscheibenvorfall - was liegt vor?. Im Gegensatz zum Bandscheibenvorfall ist bei Hexenschuss der Schmerz akut und tritt plötzlich auf.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Im Gegensatz zum Bandscheibenvorfall ist bei Hexenschuss der Schmerz akut und tritt plötzlich auf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

 

Eine falsche Bewegung reicht und plötzlich jagt ein stechender Schmerz durch den Rücken. Meistens handelt es sich um einen harmlosen Hexenschuss, der in der Regel nach wenigen Tagen vergeht. Manchmal jedoch verbergen sich hinter den Beschwerden Anzeichen für einen eingeklemmten Ischiasnerv oder einen Bandscheibenvorfall. Lesen Sie hier, worin der Unterschied besteht und bei welchen Warnzeichen Ihre Alarmglocken läuten sollten.

Hexenschuss: Schmerz schlägt blitzartig ein

Der Hexenschuss, im Medizinjargon akute Lumbalgie, kommt sehr häufig vor. 80 Prozent der Menschen erleiden ihn einmal in ihrem Leben. Betroffen ist vor allem die Altersgruppe der 30 bis 50-Jährigen. Es handelt sich dabei um eine Muskelzerrung im Kreuz. Konkret sind es die Wirbelkörper der Rückgrats, die sich durch eine falsche Bewegung verdrehen oder verklemmen und dadurch einen Nerv einquetschen. Gleichzeitig spannen sich die Muskeln krampfartig zusammen. Es kommt zu einem heftigen Schmerz, der wie ein Blitz im Lendenwirbelbereich einschlägt. Manchmal strahlt er auch ins Bein aus. Betroffene eines Hexenschusses können sich oft nicht mehr aufrichten und verharren in einer gekrümmten Position. Nach maximal einer Woche jedoch heilt der Hexenschuss in den meisten Fällen von selbst aus.

Wirksame Sofortmaßnahmen: Wärme und Bewegung

Sofern sich der Schmerz auf die untere Lendenwirbelsäule beschränkt, kann der Hexenschuss auch selbst behandelt werden. Ein Arztbesuch ist bei einem Hexenschuss nur erforderlich, wenn die Schmerzen unerträglich sind. "Man sollte zwei bis drei Tage abwarten und Schmerztabletten nehmen", sagt erklärt der Aachener Orthopäde Professor Fritz Uwe Niethard. Erst wenn es dann nicht besser werde, sei der Gang zum Arzt ratsam, der gegebenenfalls eine Schmerzspritze verabreicht. Oft hilft Wärme, die Muskulatur zu entspannen: Man kann zum Beispiel ein heißes Bad nehmen, eine Wärmflasche in den Rücken legen oder wärmende Salben auftragen. Wichtig ist auch, möglichst in Bewegung zu bleiben - denn das löst die Verspannungen.

Ischiasschmerz: Typisch ist das einseitige Auftreten

Anders stellt sich die Situation dar, wenn der Schmerz bis ins Bein ausstrahlt sowie Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen hinzukommen. Auch Funktionsausfälle von Blase und Mastdarm sind ein Alarmzeichen. Dann besteht die Gefahr, dass der Ischiasnerv durch eine verrutschte Bandscheibe gereizt oder eingeklemmt ist. Viele klagen dabei über Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, die bis in das Bein oder gar bis in die Zehen ausstrahlen. Für diese Schmerzen kann es etliche Ursachen geben. Doch für sie alle gibt es einen Namen: Die Ischialgie. Dieser Begriff bündelt alle Arten von Schmerzen am Ischiasnerv. Vom Hexenschuss und anderen Rückenschmerzen unterscheiden sich Ischiasschmerzen dadurch, dass sie nur einseitig auftreten. Typisch ist außerdem, dass der Schmerz von der Hüftgegend ausstrahlt. Wie beim Hexenschuss kann eine bestimmte Bewegung zum Auslöser werden. Ischias-Geplagte nehmen im Stehen unwillkürlich eine typische Schonhaltung mit angewinkeltem Bein und schiefem Oberkörper ein.

Gefühlsstörungen deuten auf Bandscheibenproblem hin

Eine Ursache für Schmerzen am Ischiasnerv kann ein Bandscheibenvorfall oder eine -vorwölbung sein. Die Bandscheiben sind eine Verbindung zwischen den Wirbeln und können mit Stoßdämpfern verglichen werden. Die Wasserkissen verteilen den auf dem Rücken liegenden Druck auf die einzelnen Wirbel, um ihn zu entlasten. Mit fortschreitendem Alter und fortschreitender Belastung haben jedoch auch die Bandscheiben mit Verschleißerscheinungen zu kämpfen, werden spröde oder rutschen aus ihrer festen Position nach außen. Abhängig davon, welcher Teil der Wirbelsäule betroffen ist, können die Schmerzen im Nacken oder im unteren Rücken auftreten. Ein Alarmsignal sind nachlassende Schmerzen in Kombination mit Taubheitsgefühlen an Armen und Beinen. Dann sind die Fasern der Bandscheibe, die den Schmerz weiterleiten, bereits zerstört. Ist zudem der Wirbelkanal eingeengt, kann es zu Gangstörungen bis hin zu Querschnittlähmungen kommen. Bei Taubheitsgefühlen muss man daher auf jeden Fall unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

So beugen Sie Rückenleiden vor

Häufige Bewegung ist das A und O für einen gesunden Rücken. Sportarten wie Schwimmen sowie gezielte Kräftigungsübungen können die Schmerzen vorbeugen. Doch nicht nur der Rücken sollte gestärkt werden: Viele Sportler machen den Fehler, den Rücken nur einseitig zu trainieren. Dabei ist es jedoch enorm wichtig, auch den Bauch zu stärken. Denn auch eine gut trainierte Bauchmuskulatur ist ausschlaggebend für eine gute Haltung. Nur so kann man Fehlhaltungen vermeiden. Menschen, deren Rücken viel besser als ihr Bauch trainiert ist, neigen dazu, ihre Schultern nach vorne hängen zu lassen und mit einem runden Rücken dazusitzen. Eine einseitig trainierte Rückenmuskulatur kann Ischiasschmerzen demnach eher begünstigen, als ihnen vorzubeugen.

 
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