Prostatakrebs
Prostatakrebs: Frühtest nicht immer sinnvoll04.09.2013, 08:11 Uhr | dpa
Jährlich sterben rund 11.000 Männer in Deutschland an Prostatakrebs. Eine Früherkennung mittels Bluttest ist möglich - aber umstritten. Mit einem Bluttest können Ärzte das Risiko für Prostatakrebs abschätzen, Frühstadien erkennen und die Zahl tumorbedingter Todesfälle senken. Vom PSA-Test als generelles Früherkennungsprogramm rät die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) dennoch ab. Michael Stöckle, Präsident des DGU, erklärt, warum ein Frühtest nicht immer sinnvoll ist.
Viele Urologen halten ein Massenscreening zur Früherkennung von Prostatakrebs bei Männern derzeit nicht für sinnvoll. "Eine abschließende Schaden-Nutzung-Bewertung des PSA-Tests ist noch nicht möglich", sagt Michael Stöckle. Denn bei der Früherkennung werden durch Krankheitsstadien entdeckt, deren Nichtbehandlung den Betroffenen nicht geschadet hätten.
In der Folge kann es auch beim PSA-Test zu Überdiagnostik und Übertherapie kommen. Das tatsächliche Ausmaß werde aber erst die Auswertung der europäischen PSA-Screening-Studie (ERSPC) zeigen, so Stöckle.
Eine flächendeckende Screening-Empfehlung gibt es derzeit in keinem Land der Welt. Seit Einführung des PSA-Tests in den USA ist die Sterblichkeit dort um rund 35 Prozent gesunken, die Häufigkeit von metastasierter Prostatakarzinome sogar um 50 Prozent. Für die USA gibt es seriöse Hochrechnungen, wonach sie sich bei einer Abschaffung des Tests innerhalb von zehn Jahren verdreifachen würde. Auch in Deutschland sei die Sterblichkeitsrate während der letzten Jahre gesunken, wenn auch nicht im gleichen Umfang wie in den USA, erklärt der Experte.
Ein Massenscreening wie etwa beim Brustkrebs wird aufgrund der heutigen Studienlage noch nicht empfohlen. Wir plädieren für eine bestmögliche Aufklärung früherkennungsinteressierter Männer und auch der Öffentlichkeit über Vor- und Nachteile. Derzeit sollte jeder Mann selbst entscheiden, ob er einen PSA-Test macht, betont Stöckle.
Das persönliche Erkrankungsrisiko, Lebensalter und geschätzte Lebenserwartung sollten dabei immer berücksichtigt werden. Vor allem Männer, deren Angehörige bereits in sehr jungem Alter erkrankt sind, haben ein vier- bis fünffach erhöhtes Erkrankungsrisiko. Familiäre Prostatakarzinome treten nämlich ungefähr zehn Jahre früher auf als sporadische.
Eine abschließende Schaden-Nutzen-Bewertung des PSA-Tests sei noch nicht möglich. Der beste Umgang mit dem PSA-Test sei derzeit in der S3-Leitlinie zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms definiert, sagt Stöckle.
Das heißt: Bestmögliche Aufklärung der früherkennungswilligen Männer, differenzierter Einsatz des Tests auf der Grundlage des besten und jeweils aktuellsten medizinischen Wissens. Der Test muss wie ein hochwirksames Medikament betrachtet werden - wohldosiert segensreich, aber falsch eingesetzt kann es schädlich sein.
04.09.2013, 08:11 Uhr | dpa
Kommentare
/ 6Top Partner
Diesen Artikel...
Diese Männer zeigen Zivilcourage und greifen ein. zum Video
Hier zeigt der Postbote Dave Jackson in Colorado echten Körpereinsatz. mehr
Für mehr Sicherheit, Schnelligkeit und Komfort. Zum Download
Der Leder-Mini erregt Aufsehen. So setzen Sie ihn gekonnt in Szene. mehr
Daran erkennen Sie, wie es um seine Absichten bestellt ist. mehr
Übergewicht ist nur zum Teil angeboren. Zehn Geheimnisse schlanker Frauen. mehr
Jetzt die neuen Kollektionen bei zalando.de entdecken - Versand gratis. zum Zalando-Special
Die Augenkrankheit kann zur Erblindung führen. zum Video
20 Millionen Bundesbürger über 35 Jahren sind betroffen. zum Video
Deutschlandweit 280.000 Men- schen jährlich betroffen. zum Video
Tablet-PCs in verschiedenen Größen von allen Topmarken - jetzt zu Knallerpreisen bei eBay.de.
7 Flaschen Aurora + 2 Weingläser nur 49,- € statt 91,20 €. Jetzt zugreifen auf Hawesko.de.
Mit Tiefpreisgarantie: Patronen für Canon-, Epson- und HP-Drucker. bei druckerzubehoer.de