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Aufputschmittel im Job: Jeder fünfte Chirurg ist gedopt

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Aufputschmittel

Studie: Jeder fünfte Chirurg nimmt Drogen

10.09.2013, 16:12 Uhr

Stress und Leistungsdruck führen dazu, dass viele Chirurgen Aufputschmittel nehmen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Stress und Leistungsdruck führen dazu, dass viele Chirurgen Aufputschmittel nehmen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Stress im Job geht auch an Medizinern nicht spurlos vorüber: Um ihre Leistung zu steigern, haben 20 Prozent der deutschen Chirurgen mindestens einmal zu einer verschreibungspflichtigen oder illegalen Droge gegriffen. Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung an der Klinik für Psychiatrie der Uniklinik Mainz unter der Leitung von Professor Dr. Klaus Lieb, an der 1105 deutsche Chirurgen teilgenommen hatten. Um welche Substanzen es sich dabei genau handelt, ist allerdings nicht bekannt.

Stress und Schichtdienste sorgen für Druck

Als Gründe für den Konsum von Aufputschmitteln werden die hohen beruflichen Anforderungen, unregelmäßige Arbeitszeiten, Hektik und lange Nachtdienste genannt. „Chirurgen sind einer hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt, die zu Erschöpfung und Stress führt. Das erhöht nicht nur die Wahrscheinlichkeit, bei der Operation Fehler zu machen, sondern übt auch Druck auf die Chirurgen aus, Müdigkeit, Angst, Konzentrationsschwäche, Burnout oder depressive Symptome mit Drogen zu bekämpfen“, schreiben die Autoren der Studie. Eine Aussagen darüber, ob die Ärzte diese Mittel vor oder während einer Operation einnehmen, ließe sich aus der Untersuchung jedoch nicht ableiten.

Legale und illegale Drogen zur Leistungssteigerung

Gefragt wurden die Studienteilnehmer nach Substanzen, die „ohne medizinische Notwendigkeit gezielt zur eigenen geistigen Leistungssteigerung und nicht aus Genussgründen eingenommen wurden. Unter die verschreibungspflichtigen Drogen fielen Arzneimittel mit stimulierender Wirkung wie Methylphenidat, Modafinil und Antidementiva. Bei den frei erhältlichen Aufputschmitteln dagegen wurden Wachmacher wie Kaffee, Energydrinks oder Koffeinpillen genannt. Unter den illegalen Substanzen waren Kokain, Ecstasy, Speed und ähnliche Drogen angeführt. Allerdings gibt die Studie keine Auskunft darüber, zu welchen Anteilen die Studienteilnehmer die aufgeführten Drogen konsumierten.

Konsum von Suchtmitteln steigt bevölkerungsweit

Doch nicht nur die Chirurgen konsumieren leistungssteigernde Mittel in zunehmendem Maße, um sich gegen Stress und Anforderungen im Job zu wappnen. Erst unlängst hatte eine AOK-Studie ergeben, dass immer mehr Deutsche infolge der Einnahme von Suchtmitteln wie Nikotin, Alkohol und Kokain krank werden – in den vergangenen zehn Jahren um rund 17 Prozent laut "Fehlzeiten-Report 2013". 2002 waren es noch 2,07 Millionen Fehltage, die in dem Zusammenhang registriert wurden, 2012 bereits 2,42 Millionen.

10.09.2013, 16:12 Uhr

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