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Zucker: WHO empfiehlt drastisch weniger Süßigkeiten

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Ungesunde Süße  

WHO senkt Zuckerempfehlung drastisch

17.09.2014, 16:01 Uhr | AP/ akl

Zucker: WHO empfiehlt drastisch weniger Süßigkeiten. Zucker erhöht nicht nur das Risiko für Fettleibigkeit und Karies. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zucker erhöht nicht nur das Risiko für Fettleibigkeit und Karies. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ob versteckt in Tütensuppen und Ketchup oder in bekannten Zuckerbomben wie Limonaden, Süßigkeiten und Gebäck: Um Zucker kommen wir im Alltag kaum herum. Selbst wer versucht, seinen Konsum einzuschränken, tappt immer wieder in Zuckerfallen. Jetzt rät die WHO (World Health Organization) zu einer drastischen Reduzierung des Zuckerkonsums: Die weiße Süße sollte nach einer geplanten Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation zufolge nur fünf Prozent der täglichen Kalorien liefern. Das ist nur halb so viel wie nach den bisherigen WHO-Vorgaben.

Der neuen Empfehlung liegt eine Auswertung von 9000 Studien zugrunde. Die WHO-Experten begründen ihren Vorschlag damit, dass Zucker die Gefahr von Fettleibigkeit und Karies erhöhe. Der genannte Wert von fünf Prozent schließt jede Art von Zucker ein, die Nahrungsmitteln zugegeben wird, sowie Honig, Sirup und die Süße in Fruchtsaft. Der in Obst enthaltene Zucker wird dagegen nicht auf den Wert angerechnet.

Neue Zielvorgabe nur schwer einzuhalten

WHO-Ernährungsexperte Francesco Branca räumte ein, dass die neue Zielvorgabe ambitioniert ist. "Wir sollten auf fünf Prozent abzielen, wenn es möglich ist, aber zehn Prozent ist eher realistisch", sagte er. Tatsächlich nehmen die Menschen in westlichen Industrieländern weit mehr Zucker zu sich. Sie müssten auf etwa zwei Drittel der üblichen Tageszufuhr an Zucker verzichten, um den vorgeschlagenen Zielwert zu erreichen. Bisher hat die WHO diesen nur online veröffentlicht und zunächst bis Ende März Stellungnahmen erbeten.

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Ein Glas Apfelsaft und der Zielwert ist erreicht

Wie schwierig es ist, den Fünf-Prozent-Wert einzuhalten, verdeutlicht folgende Beispielrechnung: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Frauen eine Energiezufuhr von 1.900 Kilokalorien pro Tag. Fünf Prozent von diesem Wert entspricht 95 Kilokalorien. Ein Gramm Zucker hat vier Kilokalorien und somit sollte eine Frau laut WHO-Empfehlung am Tag nicht mehr als 24 Gramm Zucker zu sich nehmen. Das entspricht in etwa sechs Teelöffeln Zucker. Die empfohlene Kalorienzufuhr beim Mann liegt bei 2400 Kilokalorien. Fünf Prozent von diesem Wert entspricht 120 Kilokalorien. Somit darf ein Mann laut WHO täglich 30 Gramm Zucker verzehren.

Wie schnell diese Grammangabe erreicht ist, zeigt ein Blick in die Kalorientabelle. So hat bereits ein 200-Milliliter-Glas Apfelsaft 24 Gramm Zucker. 100 Gramm Vollmilchschokolade enthalten 56 Gramm Zucker, 50 Gramm Gummibärchen 38 Gramm und ein Glas Milch fast zehn Gramm. Ein 200-Gramm-Becher Fruchtjoghurt enthält 27 Gramm Zucker. Laut WHO enthält ein Esslöffel Ketchup einen Teelöffel Zucker, also vier Gramm. In einer 0,33-Liter-Dose Limonade befänden sich bis zu zehn Teelöffel Zucker, also bis zu 40 Gramm.

Und auch andere Lebensmittel enthalten jede Menge Zucker: So stecken in 250 Gramm Leberwurst drei Stück Würfelzucker, manche Kekssorten und Buttergebäck beinhalten je 100 Gramm bis zu neun Würfel Zucker.

Frühere WHO-Empfehlungen mehr als zehn Jahre alt

Die bisherigen WHO-Empfehlungen zum Zuckerkonsum sind mehr als zehn Jahre alt. Als die Experten damals vorschlugen, weniger als zehn Prozent der täglichen Kalorien als Zucker zu konsumieren, lief die Süßwarenindustrie Sturm. Sie drängte den US-Kongress, mit der Streichung von Geldern für die WHO zu drohen. Allerdings wurde die Zahl dann doch in die offizielle Empfehlung aufgenommen.

Für den aktuellen Richtlinienentwurf holt die WHO aktuell noch Expertenmeinungen ein. Die Anhörungen sollen Ende März abgeschlossen sein und anschließend geprüft werden, so die WHO. Dann entscheidet die Organisation abschließend, ob der Entwurf überarbeitet wird und welche Mengenempfehlung in dem Leitfaden zum Zuckerkonsum stehen soll. Die Entscheidung soll in diesem Sommer getroffen werden.

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