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Herpes: Viren schlummern in einem Nervenknoten

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Stille Gefahr  

Fieses Virus schlummert in einer Nervenwurzel

02.12.2016, 16:50 Uhr | ag, T-Online.de

Herpes: Viren schlummern in einem Nervenknoten. Der Lippenherpes schlummert in einem Nerv am Gehirn.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Lippenherpes schlummert in einem Nerv am Gehirn. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei zu viel Stress oder einer Erkältung bricht bei vielen Betroffenen Herpes aus: Fast die Hälfte der Erwachsenen leidet unter den hässlichen Lippenbläschen. Das Schlimme daran: Wer sich einmal infiziert hat, wird die Viren nie wieder los. Denn auch im nicht aktivem Zustand lagern ein Leben lang in einer Nervenwurzel im Gehirn. Über eine Nervenbahn können die Erreger von dort jederzeit wieder zu den Lippen wandern.

Bei Lippenherpes handelt es sich um eine Infektionen mit Herpes-Simplex-Viren. Über 90 Prozent aller Erwachsenen tragen diese Viren in sich. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch: Die Viren können durch Hautkontakt mit einem Infizierten in den Körper gelangen, etwa beim Küssen. Möglich ist aber auch eine Tröpfcheninfektion durch Husten oder Niesen.

Herpesviren ruhen im Trigeminus-Nerv

Sobald man man sich infiziert hat, wandern die Viren über eine Nervenbahn bis zu einem Nervenknoten im Gehirn, der direkt oberhalb des Ohres liegt. Mediziner bezeichnen diesen als Trigeminus-Nerv. Er reicht auch in die Augen sowie Ober- und Unterkiefer. Ist das Virus dort eingedrungen, stoppt es seine Vermehrung und schaltet auf eine Art Standby-Zustand. Hier kann es jahrelang unbeachtet ruhen, ohne dass die Krankheit ausbricht. Viele Menschen wissen daher nicht, dass sie den Erreger in sich tragen.

Bestimmte Reize aktivieren die Viren

Erst bestimmte Reize können bewirken, dass der Erreger aus seinem Schlummerzustand erwacht und aktiv wird. Professor Gerhard Kolde, Hautarzt am Dermatologischen Zentrum in Berlin, erklärt, wie das funktioniert: "Unter bestimmten Bedingungen ist das Immunsystem herabgesetzt, Herpesviren haben nun leichtes Spiel." Die häufigsten Auslöser für ein schwaches Immunsystem seien UV-Strahlung, eine Erkältung und Medikamente wie Kortison. Doch auch Stress oder Ekel spielen eine Rolle.

Rückmarsch der Viren zum Mund

Das aktive Virus wandert dann über eine verästelte Nervenbahn, die in der Wurzel des Trigeminus-Nervs ihren Ursprung hat, zurück an den ursprünglichen Ort der Infektion: die Lippen oder die Nase. In den Zellen dort vermehrt es sich dann hunderttausendfach. Die Rötung, das Jucken und die Bläschen, die dabei entstehen, sind Teil der Abwehrreaktion des Körpers. Diese wird in der Regel erst zwei bis drei Tage, nachdem die Viren den Rückmarsch angetreten haben, sichtbar.

Herpes ist nicht heilbar

Zum Arzt gehen muss man bei einem Herpesausbruch meistens nicht. Bessert sich die Infektion jedoch nach fünf Tagen nicht oder taucht sie mehr als sechsmal im Jahr auf, ist ein Arztbesuch nötig. Er ist auch ratsam, wenn eine sehr große Hautfläche betroffen ist oder die Patienten an Diabetes oder Krebs leiden. Doch Vorsicht: Sind die Bläschen abgeklungen heißt das nicht, das man nicht mehr infiziert ist. Denn der Körper kann die Viren nicht vollständig zerstören. Bevor das Immunsystem die Infektion unter Kontrolle gebracht hat, ziehen sich die Erreger in die Nervenzellen zurück. Hier sind sie vor Abwehrreaktionen geschützt.


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