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Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen in Deutschland sinkt kaum noch

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Robert-Koch-Institut warnt  

Tuberkulose-Erkrankungen in Deutschland sinken kaum

18.03.2014, 07:31 Uhr | akl/ dpa

Zahl der Tuberkulose-Erkrankungen in Deutschland sinkt kaum noch. Tuberkulose-Erreger unter dem Mikroskop: Experten vom RKI macht die Krankheit Sorgen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Tuberkulose-Erreger unter dem Mikroskop: Experten vom RKI macht die Krankheit Sorgen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Tuberkulose ist weltweit verbreitet, in Deutschland macht sich aber kaum jemand Gedanken über die durch Bakterien übertragene Lungenkrankheit. Jetzt warnt das Robert-Koch-Institut (RKI): Die Zahlen der Tuberkulose-Kranken in Deutschland würden kaum noch sinken, multiresistente Erkrankungen sogar geringfügig steigen. Der Behörde sind insgesamt 4220 Erkrankungen im Jahr 2012 gemeldet worden. 146 Menschen starben an der Infektionskrankheit.

Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle jährliche Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose für 2012, mit dem das Robert Koch-Institut die Situation in Deutschland umfassend darstellt. "Die gemeinsamen Anstrengungen in der frühen Erkennung und Prävention von der Tuberkulose müssen daher intensiviert werden", sagt Reinhard Burger, Präsident des Robert Koch-Instituts. "Der öffentliche Gesundheitsdienst braucht für die erforderlichen Maßnahmen auch ausreichende Ressourcen."

Tuberkulose-Fallzahlen sinken kaum noch

Für das Jahr 2012 wurden dem RKI insgesamt 4220 Tuberkulosen übermittelt, 2011 waren es 4317. Damit sinken die Fallzahlen bereits das vierte Jahr in Folge kaum noch, warnt die Behörde. Zuvor seien die Erkrankungszahlen jedes Jahr deutlich zurückgegangen. Im Jahr 2012 starben 146 Patienten an der Tuberkulose, im Jahr 2011 waren es 144. Tuberkulosen bei Kindern, die seit 2009 kontinuierlich angestiegen waren, seien 2012 mit 178 Fällen unverändert gegenüber 2011 geblieben.

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Standardmedikamente bei multiresistenten Keimen unwirksam

Die Gefahr der Erkrankung liegt auch in multiresistenten Keimen: Nach Angaben des RKI lag der Anteil von Erkrankungen durch multiresistente Stämme 2012 bei 2,3 Prozent, das entspricht 65 Fällen, und ist damit höher als im Mittel der fünf Jahre zuvor. Damals lag die Rate bei 1,9 Prozent. Das Kritische: Bei Multiresistenz sind mindestens die wichtigsten zwei Standardmedikamente Isoniazid und Rifampicin unwirksam, heißt es.

Weltweit erkranken jedes Jahr fast neun Millionen Menschen

Laut RKI ist rund ein Drittel der Weltbevölkerung mit Tuberkulose-Erregern infiziert, wobei ungefähr fünf bis zehn Prozent der infizierten Erwachsenen im Laufe ihres Lebens aufgrund der Erkrankung in Behandlung müssen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jährlich fast neun Millionen Menschen an einer Tuberkulose und etwa 1,4 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen dieser Krankheit - oftmals aufgrund einer unzureichenden Behandlung. Damit sei die Tuberkulose auch heute noch weltweit die häufigste zum Tode führende behandelbare bakterielle Infektionskrankheit bei Jugendlichen und Erwachsenen, so das RKI. Rund 85 Prozent aller Neuerkrankten leben in Afrika, Südostasien und der westlichen Pazifikregion.

Husten und Niesen verbreiten den Erreger

"Eine Infektion geht in der Regel von Menschen aus, die an einer offenen Lungentuberkulose erkrankt sind. Unter einer offenen, also infektiösen Lungentuberkulose versteht man Erkrankungen, bei denen der Krankheitsherd Anschluss an die Luftwege hat und damit Bakterien an die Umwelt abgegeben werden können", erklärt das RKI. Die Infektion erfolge fast immer durch feine erregerhaltige Tröpfchen in der ausgeatmeten Luft, die von erkrankten Personen insbesondere beim Husten und Niesen freigesetzt werden. Die Inkubationszeit beträgt sechs bis acht Wochen. Nur ein Teil der Infizierten erkrankt tatsächlich an einer Tuberkulose. Das Erkrankungsrisiko sei in den ersten beiden Jahren nach der Infektion am höchsten.

Symptome einer Tuberkulose

Nach Angaben des RKI ist das Leitsymptom der Lungentuberkulose Husten mit oder ohne Auswurf, wobei dieser auch blutig sein kann. Gelegentlich komme es zu Brustschmerzen und Atemnot. "Jeder länger als drei Wochen bestehende Husten sollte daher unbedingt ärztlich untersucht werden. Bei blutigem Auswurf ist eine sofortige Abklärung erforderlich. Mögliche weitere Allgemeinsymptome sind Einschränkungen des Allgemeinbefindens, Appetitmangel, Gewichtsabnahme, leichtes Fieber, vermehrtes Schwitzen (besonders nachts), Müdigkeit, allgemeine Schwäche oder Zeichen ähnlich denen eines grippalen Infektes."

Impfung gibt es keine

Die BCG-Impfung gegen Tuberkulose wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut seit 1998 nicht mehr empfohlen. Zu den Gründen gehören unter anderem eine nicht sicher belegbare Wirksamkeit der Impfung sowie die unerwünschten Nebenwirkungen des Impfstoffes. Dies entspreche den Empfehlungen der WHO, die vorgeschlagen hat, in Populationen, deren Infektionsrisiko für Tuberkulose unter 0,1 Prozent liege, keine generelle BCG-Impfung durchzuführen, so das RKI. Ein Impfstoff sei in Deutschland nicht mehr zugelassen, international aber noch verfügbar.

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