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Parkinson-Therapie: Hautprobe könnte frühe Diagnose ermöglichen

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Parkinson  

Hautprobe könnte frühe Diagnose ermöglichen

06.05.2014, 15:29 Uhr | vdb, dpa

Parkinson-Therapie: Hautprobe könnte frühe Diagnose ermöglichen. Über die Haut könnten Rückschlüsse auf eine Parkinson-Erkrankung möglich sein.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Über die Haut könnten Rückschlüsse auf eine Parkinson-Erkrankung möglich sein. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Morbus Parkinson wird meist erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt, eine 100-prozentige Diagnose ist sogar erst durch eine Biopsie nach dem Tod möglich. Dies ändert sich möglicherweise bald: Bei manchen Patienten könnte Parkinson anhand einer Hautprobe früher diagnostiziert werden, wie die Würzburger Julius-Maximilians-Universität berichtet.

Bei Parkinson sammeln sich Klumpen des Eiweißes Alpha-Synuclein in Hirnzellen. Dies kann aber erst nach dem Tod nachgewiesen werden. Die Diagnose läuft daher bislang im Wesentlichen über die Symptome, die erst in einem fortgeschrittenen Stadium auftreten. Zu ihnen zählen Bewegungsstörungen, Zittern, Depressionen und Sprachstörungen. Nun fanden Forscher der Hochschule in einer Studie bei der Hälfte der untersuchten Parkinson-Patienten Ablagerungen dieses Proteins auch in Nervenfasern der Haut.

Ablagerungen bei jedem zweiten Parkinson-Patienten

Für die in der Fachzeitschrift "Acta Neuropathologica" veröffentlichte Studie untersuchten die Neurologen 31 Parkinson-Patienten und 35 gesunde Personen. Den Probanden wurden kleine Hautproben am Unterschenkel, dem Oberschenkel, Zeigefinger und Rücken entnommen. "In der feingeweblichen Aufarbeitung konnte bei 16 Patienten, aber bei keinem der Vergleichsprobanden, phosphoryliertes Alpha-Synuclein in Nervenfasern der Haut nachgewiesen werden“, berichtet die Erstautorin der Studie, Kathrin Doppler, auf der Homepage der Universität. Während also rund jeder zweite Parkinsonpatient die typischen Ablagerungen besaß, wurden sie bei keinem der gesunden Patienten nachgewiesen.

Zudem machten die Wissenschaftler eine weitere Entdeckung. Alpha-Synuclein zeigte sich ebenso bei Patienten in einem frühen wie in einem fortgeschrittenen Parkinson-Stadium. Eine Abhängigkeit vom Krankheitsverlauf ist somit nicht erkennbar. In einer folgenden Studie will das Würzburger-Team die Ablagerungen in der Haut näher charakterisieren um mehr über den Krankheitsmechanismus von Parkinson herauszufinden.

Frühe Parkinson-Diagnose wichtig

Es sei schon länger bekannt, dass Nervenzellen unterschiedlicher Bereiche von den Ablagerungen betroffen seien, sagte die Vorsitzende der Deutschen Parkinson Gesellschaft, die Tübinger Professorin Daniela Berg. Sie wertete die Würzburger Studie als wichtig für die klinische Diagnose. "Allerdings konnten ja nur bei circa der Hälfte aller Patienten Alpha-Synuclein-Ablagerungen nachgewiesen werden und es wurden mehrere Biopsien pro Patient durchgeführt."

Parkinson ist nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. In Deutschland sind der Deutschen Gesellschaft für Neurologie zufolge etwa 250.000 bis 280.000 Menschen betroffen.

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