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Hausmittel gegen Erkältung: Was hilft und wann ist Vorsicht geboten

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Hausmittel  

Kamille bei Erkältung nicht immer ratsam

31.10.2015, 13:45 Uhr | dpa

Hausmittel gegen Erkältung: Was hilft und wann ist Vorsicht geboten. Gegen eine Erkältung hilft kein Kraut - aber die Symptome lassen sich mit heißen Getränken lindern.  (Quelle: dpa)

Gegen eine Erkältung hilft kein Kraut - aber die Symptome lassen sich mit heißen Getränken lindern. (Quelle: dpa)

Überheizte Räume und niesende Mitmenschen - im Herbst und Winter sind die Wartezimmer der Ärzte voll mit erkälteten Patienten. Diese benötigen allerdings selten Medikamente. Der Körper kann den Infekt meist selbst bekämpfen. Hausmittel helfen dabei, allerdings sollte man sie richtig einsetzen.

"Erkältungsinfekte dauern meist etwa sechs Tage", sagt Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten. Harmlos sind sie meist - aber alles andere als angenehm.

Mit der Einnahme von Medikamenten besser warten

Dennoch sollte man die Beschwerden nicht mit Medikamenten "wegbügeln", wie es Hans-Michael Mühlenfeld vom Deutschen Hausärzteverband ausdrückt. Viele Menschen schwören auf Hausmittel: Zwiebelsäckchen ans Ohr gelegt, Dampfbäder, Gurgeln und Hühnersuppe. Heilen können sie eine Virusinfektion jedoch nicht. "Ich rate meinen Patienten dennoch zu solchen Mitteln, denn so unterstützt man den Körper und lindert Symptome", erklärt Mühlenfeld. Und manche Beschwerden ließen sich so besser ertragen.

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Bei trockenem Husten wirkt Kamille kontraproduktiv

Ob Erkältungsbad, Tee oder Inhalation - viele Menschen fügen ätherische Öle oder Kräuterauszüge hinzu, um Husten zu lindern oder die verstopfte Nase freizubekommen. "Salbei unterstützt die Schleimhautoberfläche, ihr natürliches Milieu wiederherzustellen und so die Viren loszuwerden", erklärt Mühlenfeld.

Der Hausarzt rät jedoch dazu, nicht irgendeinen Zusatz in das heiße Wasser zu kippen. Was passend ist, richtet sich nach den Symptomen. Thymian als Teeaufguss soll den Hustenreiz bessern. Kamille wirke austrocknend, was bei trockenem Husten kontraproduktiv wäre, erläutert Mühlenfeld. "In dem Fall sollte man Salbei oder Kochsalz hinzugeben", rät er. Bei schleimigem Husten seien Efeu-Extrakte eine gute Wahl.

Ätherische Öle sind nichts für Kinder

Sobald das Gebräu nach dem Inhalieren abgekühlt ist, kann es auch zum Gurgeln verwendet werden. So wird der Rachen mit Feuchtigkeit benetzt, und die ätherischen Öle gelangen auch hier direkt an die Schleimhautoberfläche. Mentholzusätze wie Pfefferminzöl sollte der Erkältete auf ein Taschentuch geben, das er sich vor die Nase hält. "Ätherische Öle wie Kampfer und Menthol dürfen nicht im Gesicht von Säuglingen und Kleinkindern angewendet werden", warnt Waltering. "Das kann zu allergischen Reaktionen wie Krämpfen und Atemstillstand führen."

Die stärkere Durchblutung der Schleimhäute durch Wärme sowie die Feuchtigkeit sorgen auch dafür, dass aus Bronchien oder Nase vermehrt Sekret fließt. "Das Sekret schützt", erklärt Walger. "Zudem wird der Organismus mit dem vermehrten Sekret kranke, befallene Zellen los."

Heiße Brühen stabilisieren den Flüssigkeitshaushalt

Einige Studien allerdings wollen nachgewiesen haben, dass Hühnerbrühe wirkt: Sie soll, so erklärt es die Stiftung Warentest auf ihrer Internetseite, im Organismus bestimmte weiße Blutkörperchen blockieren, die für Entzündungsprozesse verantwortlich seien und bei Erkältungen freigesetzt würden. Auch der in der Suppe enthaltene Eiweißstoff Cystein wirke entzündungshemmend und abschwellend auf die Schleimhäute.

Andreas Waltering vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist bei solchen Studien skeptisch, denn auch ohne Suppe gehe es dem Erkälteten nach ein paar Tagen in der Regel besser. Dennoch rät Waltering nicht von Hühnersuppe ab: "Sie enthält Mineralien, und man ersetzt mit ihr die Flüssigkeit, die man durch Schwitzen, etwa durch erhöhte Temperatur, verliert." Letztlich gelte das aber auch für Rinderbouillon oder Gemüsebrühe.

Schwitzen fördert die Heilung

Eines ist vielen Hausmitteln gemein: Sie ersetzen die ausgeschwitzte Flüssigkeit. Sie befeuchten außerdem die Schleimhäute, so dass sie sich gegen Eindringlinge schützen kann, und kurbeln mit ihrer Wärme die Durchblutung an. Das gilt auch für Tees. Vor allem Lindenblütentee soll das Schwitzen kräftig ankurbeln. Die Wärme erleichtert dem Körper, die Temperatur zu erhöhen, was den Kampf gegen die Viren unterstützt.

Nach dem vierten Tag wird die Erkältung in der Regel besser

Bei starken Hals- oder Kopfschmerzen helfen laut Mühlenfeld Tabletten mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol. Üblicherweise stellt sich mit Hausmitteln nach dem vierten Tag der Erkältung wieder Erholung ein. Ihre Grenze erreichen Hausmittel jedoch, wenn nach einigen Tagen hohes Fieber auftritt oder sich der Betroffene deutlich schlechter fühlt, dann ist der Gang zum Arzt angesagt, rät Walger.

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