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Infektionen: Warum manche Menschen zu Superverbreitern werden

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Epidemien  

Superverbreiter: Wenige Infizierte können Tausende anstecken

21.10.2014, 14:25 Uhr | cme

Infektionen: Warum manche Menschen zu Superverbreitern werden. Ein Mundschutz soll die Übertragung von Krankheitserregern verhindern.  (Quelle: dpa)

Ein Mundschutz soll die Übertragung von Krankheitserregern verhindern. (Quelle: dpa)

Manche Krankheiten verbreiten sich rasend schnell. Oft sind nur wenige Menschen für einen Großteil der Übertragungen verantwortlich - die so genannten Superspreader oder Superverbreiter. Warum das so ist, war bislang völlig unklar. Forscher der kalifornischen Stanford University sind nun der Lösung des Rätsels um die Superverbreiter ein Stück näher gekommen.

Bekanntestes Beispiel für einen Superverbreiter war ein chinesischer Arzt. Im Jahr 2003 steckte er tausende Menschen mit der Lungenkrankheit Sars an. Die Weltgesundheitsorganisation WHO berechnete, dass etwa die Hälfte der weltweit etwa 8000 Sars-Kranken durch diesen Mann infiziert wurde.

20 Prozent der Infizierten sind Superverbreiter

Weitere Studien bestätigten die Theorie von den Superspreadern. Der schottische Infektionsforscher Mark Woolhouse entwickelte daraufhin die Hypothese, dass 20 Prozent der Infizierten für 80 Prozent der weitergegebenen Infektionen verantwortlich sind.

Warum manche Menschen zu Keimschleudern werden und andere nicht, war bislang jedoch ungeklärt. Die Forscher aus Standford fanden nun heraus, dass die Superverbreiter offenbar hohe Mengen Bakterien ausscheiden, auch wenn sie keine Symptome haben. Zumindest legt das ihre Studie an Nagetieren nahe.

Schwaches Immunsystem macht Mäuse zu Keimschleudern

Für ihre Untersuchung infizierten die Wissenschaftler eine Reihe von Mäusen mit Salmonellen. Anschließend maßen sie die Menge der ausgeschiedenen Bakterien. Sie fanden heraus, dass 30 Prozent der Nager hohe Mengen an Erregern ausschieden. Sie waren demnach Superspreader. Während die übrigen Mäuse Entzündungsreaktionen und Krankheitssymptome zeigten, blieben die Superspreader-Mäuse symptomfrei.

Weiterhin stellten die Forscher fest, dass die Superverbreiter ein geschwächtes Immunsystem hatten. Ihr Körper bekämpfte die Bakterien nicht, sondern lebte damit weiter. Selbst nach der Behandlung mit Antibiotika schieden die Mäuse weiter große Mengen an Bakterien aus.

Antibiotika verhindern Bakterienausscheidung nicht

Nicht nur das: Bei den Mäusen, die keine Superspreader waren, stieg durch die Antibiotikabehandlung die Zahl der ausgeschiedenen Bakterien sogar an - vermutlich weil die Darmflora durcheinander geraten war. Diese Mäuse waren allerdings so geschwächt, dass sie sich zurückzogen und als Verbreiter nicht mehr in Frage kamen.

Die Superverbreiter-Mäuse hingegen waren auch nach der Antibiotikabehandlung noch gesund und munter, sodass sie die Keime weiter übertragen konnten.

Inwieweit die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, wissen die Forscher allerdings noch nicht. Dafür seien weitere Studien erforderlich.

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