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Gesundheitsformel verrät, wie wir länger gesund bleiben

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Gesund leben  

Experten verraten Gesundheits-Formel

19.11.2014, 09:09 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Gesundheitsformel verrät, wie wir länger gesund bleiben.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Für ein langes Leben ist auch ein gesunder Darm entscheidend. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

"Dort, wo das Leben auf der Erde begann, liegt heute der Schlüssel für eine bessere Gesundheit", ist Evolutionsmediziner Detlev Ganten überzeugt. In dem Ratgeber "Die Gesundheitsformel" (Knaus-Verlag, 24,99 Euro) stellt er zusammen mit Jochen Niehaus, dem Chefredakteur für Gesundheit des Nachrichtenmagazins "Focus", die häufigsten Zivilisationskrankheiten vor und verrät, wie wir sie am besten umgehen können.

Wir sind das logische Ergebnis einer Kette von Ereignissen, die vor 13,8 Milliarden Jahren ihren Anfang nahm, schreibt Ganten. Das Problem: Die Urinformationen unseres Körpers harmonisieren nicht immer mit unserer Umwelt: "Es sind neue Welten, in denen wir leben, für die wir biologisch nicht geschaffen sind und die viele von uns krank machen." Um gesund zu bleiben, müssen wir den Ursprung der Erkrankungen kennen und schädliche Einflüsse meiden.

Ganten und Niehaus fassen dies in einer Formel zusammen: Gesundheit (G) = f (B,U,V). Dabei steht B für Biologie, U für Umwelt und V für Verhalten. Das heißt, unsere Gesundheit wird genau von diesen drei Faktoren beeinflusst. Dabei wird deutlich: Unsere genetische Ausstattung spielt zwar eine bedeutende Rolle bei der Entstehung von Krankheiten, aber wir können selbst eine Menge dagegen tun.

UMFRAGE
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In jeder Zelle schlummert ein "aggressiver Urmodus"

Ganten und Niehaus weisen darauf hin, dass man besonders bei Krebs auf die evolutionären Wurzeln schauen muss. Damit die einzelligen Organismen neue Lebensräume erschließen konnten, mussten sie aggressiv sein, sich schnell teilen und andere Zellen überwuchern können. Diese Informationen schlummern auch heute noch in unseren Zellen und können jederzeit aktiviert werden. "Mit Ausnahme von Erbkrankheiten haben wir wohl für keine andere Krankheit eine so große Veranlagung wie für Krebs", sind die Autoren überzeugt.

Die fünf Haupt-Risikofaktoren für Krebs

Neben dem genetischen Risiko spielen weitere Faktoren eine bedeutende Rolle. Zu den häufigsten Krebsauslösern in unserer Umwelt zählen laut Ganten und Niehaus UV-Licht, radioaktive Röntgenstrahlung, Chemikalien wie Asbest, Bestandteile von Feinstaub, Tabakrauch und Alkohol sowie bestimmte Bakterien und Viren, beispielsweise HPV. Das Rauchen aufzugeben, sei bei Krebs die wirksamste Einzelmaßnahme, betonen die Autoren.

Zudem gebe es fünf Risikofaktoren in unserem Verhalten, die für ein Drittel aller Krebs-Todesfälle verantwortlich seien: Alkoholkonsum, Übergewicht, Bewegungsmangel sowie eine obst- und gemüsearme Ernährung. Das zeigt, wie bedeutsam ein gesunder Lebensstil ist.

So bleibt der Darm gesund

Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung sowie die Vermeidung schädlicher Stoffe ist das Geheimnis für unsere Gesundheit. Auch unser Darm profitiert davon: "Das älteste Organ des Menschen ist wahrscheinlich der Darm", schreiben die Autoren. Mit ihm hätte sich im Laufe der Evolution eine Lebensgemeinschaft von Mikroben entwickelt, die für unsere Verdauung und Gesundheit unabdingbar seien. Sie helfen nicht nur bei der Aufspaltung unverdaulicher Lebensmittel, sondern stehen auch in engem Kontakt mit unserem Immunsystem.

Um das sogenannte Darm-Mikrobiom zu fördern, sollte neben körperlicher Aktivität auch eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Abwechslung im Vordergrund stehen, so die Autoren. Sie empfehlen, zu möglichst naturbelassenen und unverarbeiteten Lebensmitteln zu greifen und auf Zucker weitestgehend zu verzichten. "Viel Gemüse, von allem anderen in Maßen, das dürfte nach momentanem Kenntnisstand die bakterienfreundlichste Ernährungsweise sein", schreiben die Autoren. Und: "Was als gut für die Bakterien gilt, entspricht so ziemlich genau dem, was derzeit als 'gesunde Ernährung' empfohlen wird."

Antibiotika führen zu Massensterben

Des Weiteren raten Ganten und Niehaus zu einem vorsichtigen Umgang mit Antibiotika, da diese "zu einem Massensterben im Verdauungstrakt" führen. Immer mehr Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein Schwund dieser wichtigen Mikroben für eine Reihe von Zivilisationserkrankungen verantwortlich ist. Darunter Allergien, Autoimmunerkrankungen, Stoffwechselstörungen, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Leiden und Krebs.

Sex macht zufrieden

Im Buch geht es auch noch um ein schönes Thema: Sex. "Die Menschen der westlichen Welt haben sich von der Vorstellung von Sex als reinem Zeugungsakt weit entfernt", so Ganten und Niehaus. Sex fördere die Zufriedenheit, baue Stress ab und sei als die intimste Form der Kommunikation anzusehen. "Die körperliche Nähe festigt Bindungen, baut Vertrauen auf und Aggressionen ab." Die gefühlte Gesundheit steige durch Sex nachweisbar an. Es lohnt sich also, sich der Leidenschaft hinzugeben.

Ein umfassender Gesundheitsratgeber mit tollen Tipps auf einen Blick

Wir können mehr für unsere Gesundheit tun, als wir denken, möchten Ganten und Niehaus uns mit ihrem Ratgeber zeigen. Die Autoren erklären nicht nur, warum wir krank werden und welche Rolle unsere Vergangenheit dabei spielt. Sie bieten Lösungswege für ein gesundes Leben an. Neben Herz-Kreislauf-Beschwerden sowie Rücken- und Gelenkproblemen wird die Aufmerksamkeit auch auf unser Immunsystem, unsere Verdauung sowie die Funktion des Gehirns gelegt. Wer sich in einem einzigen Ratgeber umfassend informieren möchte, ist mit der "Gesundheitsformel" gut beraten.

Detlev Ganten und Jochen Niehaus: Die Gesundheitsformel. Die großen Zivilisationskrankheiten verstehen und verhindern. Albrecht Knaus Verlag, Oktober 2014. 480 Seiten, 24,99 Euro.

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