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Depression im Landesvergleich: TK-Atlas zeigt lokale Unterschiede

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Depressions-Atlas  

So depressiv ist Deutschland

28.01.2015, 14:30 Uhr | dpa, AFP

Depression im Landesvergleich: TK-Atlas zeigt lokale Unterschiede. Einem Bericht der TK zufolge, sind besonders im Norden viele Menschen depressiv.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Techniker Krankenkasse)

Einem Bericht der TK zufolge, sind besonders im Norden viele Menschen depressiv. (Quelle: Techniker Krankenkasse/Thinkstock by Getty-Images)

Hamburg hat 2013 bundesweit die höchsten Fehlzeiten der Bundesländer aufgrund von Depressionen verzeichnet. Das geht aus Daten des neuen "Depressionsatlas Deutschland" der Techniker Krankenkasse (TK) hervor.

In der Elbestadt entfielen demnach auf eine Erwerbsperson im Durchschnitt 1,42 Fehltage mit der Diagnose Depression. Auch in Schleswig-Holstein und Berlin lag der Anteil der arbeitsunfähig geschriebenen Versicherten um mehr als zehn Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Erstmals lokale Daten betrachtet

Für ihre Studie hatte die TK erstmals lokale Daten ausgewertet. Bundesweit nach Regionen betrachtet ergibt sich für die Autoren ein sehr "buntes Bild": Es lasse sich bis zu einem gewissen Grad ein Nord-Süd-Gefälle bei den Fehlzeiten (im Norden mehr, im Süden weniger) und ein Ost-West-Gefälle (im Osten weniger, im Westen mehr) bei der Verordnung von Antidepressiva beobachten. Allerdings stelle man auch fest, dass sich die Regionen annäherten.

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Weniger attestierte Depressionen im Süden

Die höchsten Fehlzeiten gebe es in Merzig-Wadern im Saarland mit durchschnittlich 1,7 Fehltagen pro Kopf sowie unter anderem in Lübeck, Neumünster, Bad Segeberg, Duisburg, Gelsenkirchen, Herne und Bielefeld (mit jeweils 1,6). In guter seelischer Verfassung erscheinen hingegen die Menschen im thüringischen Greiz mit 0,2 sowie im oberfränkischen Kulmbach mit 0,3 depressionsbedingten Fehltagen.

Die Fehltageübersicht zeige jedoch nur zum Teil, wie psychisch belastet die jeweilige Region sei. Denn nicht jede Depression führe zu einer Krankschreibung. Beziehe man die Verordnungen von Antidepressiva mit ein, stelle man fest, dass Regionen mit unterdurchschnittlichen Fehlzeiten relativ hohe Verordnungsraten aufweisen, so die TK. So würden die Kulmbacher zwar 70 Prozent weniger depressionsbedingt krankgeschrieben als der Bundesdurchschnitt. Aber auch hier bekämen 5,5 Prozent der Erwerbspersonen Antidepressiva verschrieben (bei einem deutschlandweiten Mittelwert von an die sechs Prozent).

Psychische Leiden immer häufiger

Die Zahl der Menschen mit Diagnose Depression steigt insgesamt an und entwickelt sich zu einem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Problem. Von 2000 bis 2013 nahmen die Fehlzeiten in Unternehmen aufgrund von Depressionen um fast 70 Prozent zu. Zugleich stieg der Anteil der Erwerbspersonen, die Antidepressiva verschrieben bekamen, um ein Drittel auf sechs Prozent. 

Callcenter-Mitarbeiter besonders betroffen

Betroffen seien vor allem Berufe mit hohem Stresslevel und großer psychischer Belastung. So gebe es in Callcentern durchschnittlich 2,8 Fehltage, in der Altenpflege 2,5, in Erziehungsberufen 1,6 und in Sicherheitsberufen 1,4 Fehltage. Frauen fehlen der Studie zufolge durchschnittlich 1,3 Tage wegen Depressionen, Männer durchschnittlich 0,8 Tage. Mit dem Alter nehmen die Fehlzeiten demnach deutlich zu - erst mit 60 Jahren seien die Werte wieder rückläufig.

Depression hat viele Gesichter

Als Depression im medizinischen Sinn gelten nicht die depressiven Verstimmungen, die etliche Menschen zeitweise haben. Zu den vielfältigen Symptomen der psychischen Erkrankung zählen eine anhaltend gedrückte Stimmung, eine Hemmung von Antrieb und Denken und ein Interessenverlust, hinzu kommen variierende körperliche Symptome.

Grundlage für den Depressionsatlas sind die Krankschreibungen von 4,1 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen. Depressionen waren im Jahr 2013 demnach für 7,1 Prozent aller gemeldeten Fehltage verantwortlich. Im Schnitt war jede Erwerbsperson gut einen Tag aufgrund von Depressionen arbeitsunfähig gemeldet, wobei eine Arbeitsunfähigkeit aufgrund der Langwierigkeit der Erkrankung durchschnittlich 64 Tage dauerte.

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