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Depression: Bei einer Depression entzündet sich das Gehirn

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Hoffnung auf neuen Therapieansatz  

Bei einer Depression entzündet sich das Gehirn

02.02.2015, 12:03 Uhr

Depression: Bei einer Depression entzündet sich das Gehirn. Entzündungen im Gehirn Depressiver könnten der Grund sein, warum Antidepressiva oft nicht wirken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Entzündungen im Gehirn Depressiver könnten der Grund sein, warum Antidepressiva oft nicht wirken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Entzündungsprozesse im Gehirn spielen möglicherweise bei der Entwicklung einer Depression eine besondere Rolle. Das haben kanadische Mediziner vom Centre for Addiction and Mental Health in Toronto mit Hilfe von Gehirn-Scans herausgefunden. Sie hoffen, dass auf der Basis dieser Erkenntnis zukünftig neue Medikamente entwickelt werden können.

Im Rahmen der Studie, deren Ergebnisse im Fachblatt "Jama Psychiatry" veröffentlicht wurden, untersuchte das Forscherteam um Elaine Setiawan und Jeffrey Meyer die Gehirne von 20 Patienten mit schweren Depressionen und 20 gesunden Kontrollpersonen.

Entzündungsherde in der Großhirnrinde

Allen Patienten wurde ein ungefährliches, radioaktiv markiertes Molekül eingespritzt, das überwiegend an entzündeten Hirnzellen andockt. Anschließend fertigten die Forscher Aufnahmen des Gehirns an. Dabei fiel auf, dass Entzündungsprozesse über 30 Prozent häufiger in bestimmten Regionen der Großhirnrinde auftraten, die für die Entstehung von Depressionen verantwortlich sind. Diese waren umso ausgeprägter, je stärker die Krankheitssymptome waren.

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Depressionen sind nicht nur biologisch erklärbar

"Unsere Ergebnisse liefern den bisher überzeugendsten Beweis für eine Entzündung im Gehirn während einer schweren depressiven Episode", resümiert Meyer. In dieser mindestens zwei Wochen andauernden Krankheitsphase leiden Patienten unter besonders starken Symptomen ihrer Depression. 

Der Wissenschaftler räumt jedoch ein, dass eine Depression eine sehr komplexe Krankheit sei, die nicht allein durch biologische Veränderungen erklärbar sei. Dennoch seien Entzündungensolche, die bei der Entstehung der Krankheit eine Rolle spielten.

Hoffnung auf neuen Therapieansatz

Ob die Entzündung die Ursache der Depression oder nur im Verlauf der Erkrankung zusätzlich entsteht, kann die Studie nicht klären. Die Forscher sind jedoch zuversichtlich, dass zukünftig neue Medikamente gegen Depressionen entwickelt werden können, die die Entzündung hemmen. Sie weisen darauf hin, dass herkömmliche Antidepressiva bei der Hälfte der Patienten kaum oder gar nicht wirken. Womöglich werden die Pharmaka durch die Immunreaktion, die im Zuge der Entzündung entsteht, an ihrer Wirkung gehindert.

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