Sie sind hier: Home > Lifestyle > Gesundheit >

Fehlerhafte Brustimplantate von PIP

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Fehlerhafte Brustimplantate  

BGH verweist Fall an den Europäischen Gerichtshof

09.04.2015, 15:14 Uhr | rtr

Fehlerhafte  Brustimplantate von PIP. Silikonimplantate (Quelle: AFP)

Silikonimplantate in der Brust bergen Gefahren für die Gesundheit. (Quelle: AFP)

Im Schadenersatzstreit um minderwertige Brustimplantate des französischen Herstellers PIP ist nun der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Zug. Der Bundesgerichtshof setzte am Donnerstag ein entsprechendes Verfahren aus und legte es den Luxemburger Richtern zur Klärung europarechtlicher Fragen vor.

Die 65-jährige Klägerin verlangt 40.000 Euro Schmerzensgeld vom TÜV Rheinland, weil dieser das - inzwischen insolvente - Unternehmen Poly Implant Prothèse (PIP) nicht ausreichend überprüft habe. Der Prozess hat Signalcharakter für zahlreiche anhängige Verfahren. (Az. VII ZR 36/14 )

Implantate aus Industriesilikon

Die Frau hatte sich 2008 nach einer Brustoperation PIP-Silikonkissen an beiden Brüsten einsetzen lassen. PIP hatte für seine Implantate billiges Industriesilikon verwendet, das nicht für medizinische Zwecke zugelassen war. Experten gehen davon aus, dass die PIP-Produkte Gesundheitsrisiken bergen und schneller reißen als hochwertige Silikonimplantate. Auf ärztlichen Rat ließ sich die Klägerin 2012 ihre Silikonpolster entfernen.

Vor deutschen Gerichten hat noch keine geschädigte Frau Recht bekommen. Das Pfälzische Oberlandesgericht Zweibrücken entschied im Januar 2014, der TÜV Rheinland habe seine Prüf- und Überwachungspflichten nicht verletzt. Der TÜV habe nur das Qualitätssicherungssystem des Herstellers überprüfen müssen, nicht jedoch die Beschaffenheit und Qualität der hergestellten Brustimplantate selbst.

5000 Frauen in Deutschland betroffen

Der BGH legte nun dem EuGH mehrere Fragen zum "Umfang der Überwachungspflichten" des TÜV vor. Diese Kontrollpflichten muss der EuGH nun auf Grundlage der EU-Richtlinie für Medizinprodukte bestimmen, bevor der BGH abschließend über den Fall entscheidet. Nach Angaben des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sind allein in Deutschland mehr als 5000 Frauen von dem Gesundheitsskandal betroffen.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Biker auf den Gleisen 
Eine Kollision ist hier nicht mehr zu vermeiden

In letzter Sekunde kann sich der Fahrer mit einem Sprung in Sicherheit bringen. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal