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Schwammherz bleibt oft unentdeckt

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Bei Männern häufiger als bei Frauen  

Ein Schwammherz wird oft nur durch Zufall entdeckt

13.07.2015, 16:25 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Schwammherz bleibt oft unentdeckt. Beim Schwammherz pumpt der Herzmuskel oft zu schwach. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Beim Schwammherz pumpt der Herzmuskel oft zu schwach. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Atemnot, Schwindel und ein unruhiger Puls: Hinter solchen Symptomen kann ein sogenanntes "Schwammherz" stecken. Bei dieser Form der angeborenen Herzmuskelerkrankung ist die Wand der linken Herzkammer in manchen Abschnitten nicht glatt und kompakt, sondern aufgelockert. Wir haben eine Kardiologin gefragt, was es mit dem Schwammherzen auf sich hat und warum es oft jahrelang nicht entdeckt wird.

Das Schwammherz ist eine recht junge Erkrankung. 1984 publizierte Professor Rolf Engberding das erste Echo von einer Patientin. Wie viele Deutsche von der Herzerkrankung, medizinisch Noncompaction Kardiomyopathie, betroffen sind, ist nicht bekannt", sagt Dr. Birgit Gerecke vom Kardiologischen Zentrum Peine und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. "Es ist eine eher seltene Erkrankung, die oft unentdeckt bleibt. Abhängig von den jeweiligen Auswertungen liegt bei bis zu 26 von 10.000 untersuchten Herzkranken in der Echokardiographie ein Schwammherz vor."

Linke Herzkammer weist schwammartige Schicht auf

Normalerweise ist die Wand der linken Herzkammer durchgehend kompakt. Beim Schwammherzen ist dieser Anteil geringer. "Im Ultraschall lässt sich erkennen, dass sich die kompakte Schicht im Vergleich zu einem gesunden Herzen in den betroffenen Anteilen nur etwa halb so dick ausbildet", erklärt die Kardiologin. "Der innere Teil der Herzwand zeigt dort einen schwammartigen Aufbau. Dieser Teil ist mindestens doppelt so dick wie der kompakte äußere." Bei Männern findet sich die genetisch bedingte Erkrankung häufiger als bei Frauen.

Schwammherz: Nicht alle Betroffenen haben Beschwerden

"Das Schwammherz ist eine sehr individuell verlaufende Erkrankung und die Symptome sind, sofern vorhanden, sehr unterschiedlich", weiß die Herzexpertin. So gibt es Patienten, die in Folge der Herzmuskelerkrankung unter Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen leiden. Andere hingegen leben ganz normal, ohne jegliche Einschränkungen.

Pumpfunktion des Herzens spielt eine bedeutende Rolle

Das Beschwerdebild ist abhängig von der Pumpfunktion des Herzens. "Ist diese gut, stellt das Schwammherz keine Einschränkung für den Betroffenen dar, denn das Blut kann problemlos durch die feinen Verästelungen des schwammartigen Gewebes fließen", sagt Gerecke und berichtet von einem Mann, der 80 Jahre alt und beschwerdefrei war, als die Erkrankung bei ihm durch Zufall entdeckt wurde.

Ist die Pumpfunktion hingegen geschwächt, fließt das Blut nur langsam durch das aufgelockerte Gewebe und kann sich teilweise sogar stauen. Dann kann es passieren, dass sich ein Blutgerinnsel bildet. Das Risiko, beispielsweise einen Schlaganfall zu erleiden, steigt.

Schwammherz kann nicht geheilt werden

Wird die Diagnose Schwammherz gestellt, muss der Patient in regelmäßigen Abständen untersucht werden. Leidet er unter Beschwerden, kommen in den meisten Fällen zunächst Medikamente zum Einsatz. Seltener wird ein Herzschrittmacher oder ein implantierbarer Defibrillator eingesetzt oder eine Herztransplantation durchgeführt.

"Das Schwammherz selbst kann nicht geheilt werden. Die Behandlung der Symptome steht im Vordergrund", erklärt Gerecke. "Das Wichtigste dabei  ist, dass die Pumpfunktion des Herzens unterstützt wird. Herzrhythmusstörungen müssen behandelt und gegebenenfalls das Blut verdünnt werden."

Bei diesen Symptomen den Arztbesuch nicht hinauszögern

Die Expertin rät, bei folgenden Symptomen aufmerksam zu werden: "Auch im Hinblick auf andere Herzerkrankungen sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen, wenn es bereits bei leichter Anstrengung zu Beschwerden wie Luftnot, Schmerzen im Brustkorb, Schwindel oder einem unruhigen Puls kommt. Diese Symptome werden häufig ignoriert." Untersuchen lassen sollte man sich auch dann, wenn in der Familie Herzerkrankungen bekannt sind, man intensiv Sport treiben möchte oder es zu Unwohlsein bei sportlichen Aktivitäten kommt.  

Weiterführende Informationen zum Thema können bei der Deutschen Herzstiftung unter www.herzstiftung.de angefragt werden.

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