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Antibabypille adé: Hormonfreie Alternativen sind zuverlässig

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Hormonfreie Alternativen zur Pille  

Kupferkette und Diaphragma verhüten zuverlässig

09.10.2015, 07:29 Uhr | cme, dpa-tmn

Antibabypille adé: Hormonfreie Alternativen sind zuverlässig. Viele Frauen verhüten mit Pille - doch die hat Nebenwirkungen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Viele Frauen verhüten mit Pille - doch die hat Nebenwirkungen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Unkompliziert und zuverlässig: Die meisten Frauen verhüten mit der Pille. Allerdings ist die Einnahme mit Nebenwirkungen verbunden. Wer auf künstliche Hormone verzichten will, hat eine Reihe von Alternativen. Neben Kondom und Diaphragma ist auch die weniger bekannte Kupferkette eine Alternative.

Die Pille gilt laut Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA) als sehr sicher. Allerdings ist sie nicht für jede Frau geeignet: "Die Pille ist grundsätzlich nicht empfehlenswert für Mädchen und Frauen, die sich nicht zuverlässig an die tägliche Einnahme halten, und bei denen gesundheitliche Risiken wie eine Neigung zu Thrombosen bestehen", sagt Christian Albring, Präsident des Bundesverbandes der Frauenärzte.

Pille kann Nebenwirkungen verursachen

Wer eine bestimmte Pille nicht verträgt und unter Nebenwirkungen wie Zwischenblutungen, Gewichtszunahme oder Abnahme der sexuellen Lust leidet, könne versuchen, auf ein anderes Hormonpräparat umzusteigen, sagt Albring. Denn "die" Pille gebe es nicht. Es werden sehr unterschiedlich zusammengesetzte Varianten angeboten. "Wenn eine Art der Pille für ein Mädchen oder eine Frau völlig ungeeignet ist, kann eine andere die ideale Lösung darstellen", erklärt der Gynäkologe.

Kondome schützen vor übertragbaren Krankheiten

Für Frauen, die grundsätzlich nicht hormonell verhüten wollen, bieten sich verschiedene andere Möglichkeiten an: Frauenärztin Helga Seyler vom Familienplanungszentrum Hamburg nennt "Barrieremethoden" wie Kondome, die Kupferspirale oder natürliche Verhütungsmethoden. Alternative Nummer eins ist das Kondom. Es hat den Vorteil, dass es als einziges Verhütungsmittel auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie vor einer HIV-Infektion schützt. Werden Kondome richtig angewendet und passt die Größe, gelten sie laut BZgA als sicher.

Kupferkette sogar sicherer als Pille

Weniger bekannt als Verhütungsmittel ist die sogenannte Kupferkette. Sie besteht aus einem Nylonfaden, der mit kleinen Kupferzylindern bestückt ist. Das Wirkprinzip ist wie ähnlich bei der Kupferspirale: Es wird in die Gebärmutter eingesetzt und gibt dort Kupferionen ab, die verhindern, dass sich eine Eizelle einnistet. Bis zu fünf Jahre können Spirale oder Kette in der Gebärmutter bleiben. Neuere Studien deuteten darauf hin, dass die kupferhaltigen Mittel sogar sicherer verhütet als die Pille, sagt Seyler.

Kupferspirale kann verrutschen

Christian Albring hält beide Methoden für gleich sicher: "Im Gegensatz zur Pille kann man die Spirale nicht vergessen, sie kann aber verrutschen." Auch bei der Kupferspirale und -kette gibt es Risiken und Nebenwirkungen. Die Monatsblutung wird häufig stärker, und es kann zu allergischen Reaktionen kommen.

Aufgrund ihrer Größe wird die Spirale in erster Linie Frauen empfohlen, die bereits geboren haben. "Wenn jüngere Frauen mit einer Spirale verhüten wollen, muss man das sehr gut besprechen", sagt Helga Seyler. Für Frauen, die noch kein Kind bekommen haben, könne eventuell eine neue kleinere Ausführung einer Hormonspirale geeignet sein, erklärt Christian Albring. Diese müsse aber häufiger gewechselt werden.

Diaphragma ist sicher, aber etwas umständlich

Andere Barrieremethoden wie das Diaphragma oder die Portiokappe, die vor dem Geschlechtsverkehr auf den Muttermund aufgesetzt und einige Zeit danach wieder entfernt werden, spielen zwar zahlenmäßig bei der Verhütung keine große Rolle, können aber für manche Frauen interessant sein. Wer auf diese Weise verhüten möchte, muss sich die entsprechende Kappe in einer Arztpraxis oder einer Beratungsstelle individuell anpassen lassen.

Als zusätzlicher Schutz werden häufig Cremes verwendet, die Beweglichkeit der Spermien hemmen. "Wenn die Kappe richtig angepasst ist und richtig angewendet wird, ist sie ein zuverlässiges Verhütungsmittel", erklärt Seyler. Der sichere Umgang mit den Kappen erfordert aber Übung und Erfahrung und ist vielen Frauen zu umständlich.

So funktioniert natürliche Verhütung

Paare, die bei der Verhütung ganz auf hormonelle oder stoffliche Mittel verzichten möchten, können auf die "symptothermale Methode" zurückgreifen: Dabei misst die Frau täglich ihre Körpertemperatur und beobachtet gleichzeitig Veränderungen ihrer Scheidenflüssigkeit, um so ihre fruchtbaren Tage zu ermitteln. An den fruchtbaren Tagen müssen die Paare dann enthaltsam sein oder Kondome verwenden.

Ein standardisiertes Verfahren dieser Methode, das von einer Expertengruppe entwickelt wurde, ist unter dem Begriff "Sensiplan" bekannt. Es kann in Kursen erlernt werden. Auch hier gilt: Wer konsequent ist und alles richtig macht, wird mit natürlichen Verhütungsmethoden laut BZgA relativ sicher verhüten.

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