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Welt-Aids-Tag: Jeder 6. HIV-Infizierte weiß nichts von Ansteckung

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Welt-Aids-Tag  

Jeder sechste HIV-Betroffene weiß nichts von seiner Infektion

01.12.2015, 13:03 Uhr | dpa

Welt-Aids-Tag: Jeder 6. HIV-Infizierte weiß nichts von Ansteckung. Welt-Aids-Tag am 1. Dezember. (Quelle: dpa)

Welt-Aids-Tag am 1. Dezember. (Quelle: dpa)

Das Robert Koch-Institut (RKI) warnt am Welt-Aids-Tag: Jeder sechste HIV-Infizierte in Deutschland weiß nicht, dass er sich angesteckt hat. Nach wie vor scheuen zu viele Menschen den Test.

In Deutschland sind nach Schätzungen des RKI rund 83.400 Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Etwa 13.200 Betroffene wissen nichts von ihrer Infektion. Dabei raten Experten inzwischen dazu, so früh wie möglich mit einer Therapie zu beginnen. Dazu aber gehört die Früherkennung per Aids-Test.

Testangebote sollen ausgebaut werden

Die Deutsche Aids-Hilfe will sich für mehr Tests engagieren. "Wir wollen besser werden und unsere anonymen und kostenlosen Testangebote ausbauen", kündigt Referent Armin Schafberger an. Doch nicht jeder will sich überprüfen lassen.

"Vor allem Angst vor Diskriminierung und der Glaube, mit HIV sei ein erfülltes Leben nicht mehr möglich, halten Menschen vom HIV-Test ab", erläutert Vorstandsmitglied Ulf-Arne Hentschke-Kristal. Der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember will unter anderem für mehr Solidarität mit Betroffenen werben.

Therapie so früh wie möglich beginnen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mittlerweile allen Menschen, bei denen eine HIV-Infektion festgestellt wird, unverzüglich moderne Medikamente zu nehmen. Neue klinische Studien hätten gezeigt, dass eine sofortige Therapie mit antiretroviralen Mitteln das Leben der Patienten verlängere, teilte die WHO Ende September mit.

Früher galt das Dogma, dass erst dann mit einer Therapie begonnen werden solle, wenn die Zahl der Helferzellen – ein Indikator für die Stärke des Immunsystems – auf 350 pro Mikroliter Blut abgesunken ist. Mittlerweile ist dieses einst auch von der WHO vertretene Dogma widerlegt.

Studie widerlegt das Dogma

"Dieser Dogmenwechsel ist vor allem ein Resultat der START-Studie", sagt die Sprecherin der Deutschen Aids-Gesellschaft, Annette Haberl. "Es spricht alles dafür, dass jeder Patient unabhängig von der Helferzellenzahl sofort behandelt werden sollte", so die Ärztin, vom HIV-Center des Frankfurter Uni-Klinikums.

Doch ob die neue WHO-Empfehlung nun tatsächlich alle HIV-Infizierten erreiche, sei fraglich. "Zur Umsetzung der Leitlinie müssen wir auch unsere Test-Strategien verbessern, denn in vielen Fällen wird HIV erst bei weit fortgeschrittenem Immundefekt diagnostiziert. Da kommt eine frühe Therapie einfach zu spät."

HIV-Positive nicht ausgrenzen

Die Bundesregierung hat zum Welt-Aids-Tag zu mehr Akzeptanz von HIV-positiven Menschen aufgerufen. Die meisten Menschen wüssten, wie sie sich vor einer Infektion mit dem Aids-Erreger schützen könnten, sagte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) bei der Vorstellung der Kampagne "Positiv zusammen leben". Bekannt sei auch, dass es im täglichen Miteinander keine Ansteckungsrisiken gebe. Aber nicht immer vertrauten die Menschen auf dieses Wissen und nach wie vor würden HIV-Kranke diskriminiert.

Die Kampagne, die zusammen mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der Deutschen Aids-Hilfe und der Deutschen Aids-Stiftung initiiert wurde, wolle Vorurteile und Ängste abbauen. In den vergangenen drei Jahrzehnten seien wichtige Fortschritte erzielt worden. Deutschland gehöre zu den Ländern mit den niedrigsten HIV-Neuinfektionsraten in Europa, sagte Gröhe.

Neuansteckungen sinken

2014 lebten laut dem Gesundheitsministerium weltweit fast 37 Millionen Menschen mit HIV. Gut zwei Millionen neu Infizierte kamen im letzten Jahr hinzu, etwa 220.000 von ihnen waren Kinder. Verglichen mit dem Jahr 2000 ist die Zahl der Neuansteckungen damit um 35 Prozent gesunken. Doch in Europa klettert die Zahl der Neuinfektionen auf ein Rekordhoch.

Der Welt-Aids-Tag findet jährlich am 1. Dezember statt. Er wurde erstmals 1988 von der Weltgesundheitsorganisation ausgerufen.

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