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Blutdruck senken durch Blutspenden? Experte reagiert skeptisch

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Studie zeigt einen Effekt  

Kann man mit Blutspenden den Blutdruck senken?

05.02.2016, 17:46 Uhr | cme

Blutdruck senken durch Blutspenden? Experte reagiert skeptisch. Regelmäßiges Blutspenden soll einer Studie zufolge den Blutdruck senken.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Regelmäßiges Blutspenden soll einer Studie zufolge den Blutdruck senken. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Im Mittelalter war Aderlass ein gängiges Heilmittel gegen die unterschiedlichsten Leiden. Eine aktuelle Studie der Charité in Berlin zeigt nun, dass Blutspenden offenbar den Blutdruck senken können. Doch Professor Bernhard Krämer, Vorstandsmitglied der Deutschen Hochdruckliga (DHL), ist skeptisch.

Die Wissenschaftler aus Berlin kontrollierten bei 292 Blutspendern über ein Jahr lang die Blutdruckwerte. Unter den Probanden waren 146 Männer und Frauen mit Bluthochdruck, also Werten über 140/90 mmHg. Ein Großteil der Probanden ging in dem Zeitraum mindestens zweimal zur Blutspende, 39 davon sogar viermal, wie die Ärztezeitung berichtet. 

Je höher der Blutdruck am Anfang, umso deutlicher der Effekt

Das Ergebnis: Nach der Spende sank kurzfristig bei allen Probanden der Blutdruck. Nach einem Jahr hingegen wurde nur noch bei den Hypertonikern ein verringerter Wert gemessen. Am deutlichsten war der Effekt bei den Studienteilnehmern, die viermal im Jahr gespendet hatten. Hier sank der obere Wert durchschnittlich um 12 mmHg, der untere Wert um 6.       

Überdurchschnittlich stark verringerte sich der Blutdruck bei den Probanden mit einer Grad-II-Hypertonie, also mit Werten über 160/100 mmHg. Bei ihnen sank der obere Wert um rund 17 mmHg, der untere um 12. 

"Weißkitteleffekt" kann Werte verfälschen

Bernhard Krämer, Direktor der V. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim, warnt allerdings vor voreiligen Schlüssen: "Es gibt viele Faktoren, die einen Einfluss haben könnten", so der Mediziner. "Es ist unklar, wie stark in diesem Fall der Weißkitteleffekt die Werte beeinflusst hat." Unter diesem Effekt versteht man ein Ansteigen des Blutdrucks, sobald der Arzt dabei ist.

Denkbar sei, dass die Patienten am Anfang der Studie aufgeregter gewesen seien und im Laufe der Zeit gelassener wurden. Dies könne sich auf den Blutdruck auswirken. Eine bessere Disziplin bei der Einnahme ihrer Tabletten sei eine weitere mögliche Erklärung.  

"Lieber gut belegte Therapien empfehlen" 

"Im Moment würde ich Patienten eher die bekannten und in ihrer Wirksamkeit gut belegten Therapien empfehlen, ob medikamentös oder nicht-medikamentös", sagt Krämer.

Ohne Medikamente lässt sich der Blutdruck beispielsweise durch eine kochsalzarme Ernährung, Ausdauertraining oder - im Fall von Übergewicht - eine Gewichtsreduktion senken.  


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