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Neue Krebs-Studie  

Blutfette verraten das Krebsrisiko

13.04.2016, 12:42 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Blutfette verraten Krebsrisiko. Bei einer Blutabnahme das Krebsrisiko bestimmen zu lassen, ist noch Zukunftsmusik. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bei einer Blutabnahme das Krebsrisiko bestimmen zu lassen, ist noch Zukunftsmusik. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mit einem Bluttest das eigene Krebsrisiko bestimmen: Krebsforscher suchen schon lange nach Hinweisen, mit denen sich die Entstehung von Tumoren vorhersagen lässt. Jetzt haben deutsche Wissenschaftler eine interessante Entdeckung gemacht: Die Zusammensetzung bestimmter Blutfette von Krebskranken und Gesunden unterscheidet sich deutlich.

1992 starteten Wissenschaftler das Forschungsprogramm "Europa gegen Krebs" und mit diesem auch die sogenannte EPIC-Studie. Die Untersuchung umfasst etwa 520.000 Teilnehmer und gehört weltweit zu den größten Langzeitstudien. Die Forscher wollen herausfinden, wie sich der Lebensstil auf das Erkrankungsrisiko für Krebs und andere chronische Krankheiten auswirkt.

Über 25.000 EPIC-Teilnehmer in Heidelberg erfasst

Mehr als 20 Zentren in zehn Ländern wirken an der Langzeitstudie mit. In Deutschland ist neben dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam (DIFE) auch das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg (DKFZ) mit über 25.000 Teilnehmern beteiligt.

Von den Heidelberger Probanden erkrankten im Lauf der Jahre 163 an Darmkrebs, 362 an Brustkrebs und 310 an Prostatakrebs.

Krebsrisiko: Forscher entdecken Hinweise im Blut

Die aktuelle Frage der Heidelberger Forscher lautet: Gibt es ein Merkmal, mit dem man schon lange vor der Tumorbildung das Krebsrisiko erkennen kann? Die Wissenschaftler verglichen die zu Beginn der Studie entnommenen und eingefrorenen Blutproben der heutigen Krebspatienten mit denen gesund gebliebener Teilnehmer.

Das Ergebnis: Es fanden sich klare Unterschiede in der Menge bestimmter Fette. "In dem Blut der Teilnehmer, die später an Krebs erkrankten, haben wir deutlich niedrigere Werte bestimmter Fettmoleküle gemessen, vor allem bei den sogenannten Lyso-Phosphatidylcholinen", erklärt Dr. Tilman Kühn, Epidemiologe am DKFZ. Zusammen mit seinen Kollegen führte er die Untersuchung durch.

Bei den gefundenen Cholinen handelt es sich um Produkte des menschlichen Stoffwechsels, die in Verbindung mit Krebs schon länger bekannt sind. Allerdings wurden die niedrigeren Werte bisher nur im Zusammenhang einer bereits ausgebrochenen Krebserkrankung beobachtet.

Jetzt fängt die Forschungsarbeit erst richtig an

Das Ziel sei nun, die Ergebnisse in einer größeren, bereits angelaufenen Studie weiter zu vertiefen. "Wir tappen in vielen Bereichen noch im Dunkeln. Da ist jetzt viel Forschung nötig", sagt Kühn. "Interessant wird zum Beispiel, inwieweit die Fettmoleküle an der Krebsentstehung beteiligt sind und ob sich die Werte irgendwie beeinflussen lassen, etwa durch Ernährung oder Sport." Auch stellt sich die Frage, ob die Fettmoleküle etwas mit den Cholesterinwerten im Blut zu tun haben. Doch das muss laut dem Experten erst noch untersucht werden.

Fettmoleküle zur Krebsfrüherkennung? Noch ein weiter Weg

Und wie sieht es mit der Krebsfrüherkennung aus? Können Patienten irgendwann zu ihrem Hausarzt gehen und im Zuge einer Blutabnahme ihr Krebsrisiko bestimmen lassen? Für den Bereich Früherkennung und für die medikamentöse Behandlung von Krebs könnten die neuen Erkenntnisse in Zukunft von Nutzen sein. "Doch so weit sind wir noch lange nicht. Dazu bedarf es noch einige Jahre Forschungsarbeit", erklärt der Krebsexperte. "Im ersten Schritt gilt es nun zu schauen, ob sich unsere Beobachtungen auch im größeren Umfang bestätigen lassen."

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