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Demenz: Der unaufhaltsame Weg ins Vergessen

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Gesundheitswissen: Demenz  

Der unaufhaltsame Weg ins Vergessen

13.09.2016, 09:30 Uhr | t-online.de

Demenz: Der unaufhaltsame Weg ins Vergessen. Wann deuten Vergesslichkeit und Desorientierung auf eine beginnende Demenz hin?  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wann deuten Vergesslichkeit und Desorientierung auf eine beginnende Demenz hin? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In manchen Alltagssituationen streikt das Gedächtnis, wirkt eine gewohnte Umgebung plötzlich fremd. Das ist keine Frage des Alters: Oft ist Stress die Ursache für Blackouts. Wann aber deuten Vergesslichkeit und Desorientierung auf eine beginnende Demenz hin? Wir haben die wichtigsten Fakten zum Thema für Sie zusammengestellt.

Demenz gilt als Volkskrankheit. In Deutschland leiden mehr als 1,5 Millionen Menschen an dem unheilbaren Gedächtnisverlust. Bis zum Jahr 2050, so die Prognose der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, soll die Zahl der Betroffenen auf drei Millionen ansteigen.

Formen der Demenz

Demenz (lateinisch "de" = fehlend; lateinisch "mens" = der Geist) ist der medizinische Oberbegriff für eine fortschreitende, unheilbare Veränderung des Gehirns. Sie führt zum allmählichen Verlust der Denkfähigkeit und des Gedächtnisses, zu Verwirrtheit und Veränderungen der Persönlichkeit. Mit fortschreitendem Verlauf der Krankheit sind die Betroffenen nicht mehr in der Lage, ihren Alltag selbständig zu bewältigen.

Die häufigste Form der Demenz ist die sogenannte Alzheimer-Demenz, kurz Alzheimer. Sie macht 50 bis 70 Prozent aller Demenzerkrankungen aus. Die Krankheit ist nach dem deutschen Arzt Alois Alzheimer benannt. Er beschrieb sie im  Jahr 1906, nachdem er im Gehirn einer verstorbenen Patientin charakteristische Veränderungen festgestellt hatte.

Demenz, die durch Schlaganfall ausgelöst werden kann

Die zweithäufigste Form ist die Vaskuläre Demenz. Der medizinische Begriff "vaskulär" bedeutet so viel wie "gefäßbedingt, durchblutungsbedingt, die Blutgefäße betreffend". Eine Vaskuläre Demenz wird meist durch kleine Schlaganfälle ausgelöst, die das Hirngewebe absterben lassen.

Die Lewy-Körper-Demenz ist die dritthäufigste Form aller Demenzerkrankungen. Diese Demenzform ist nach dem Berliner Neurologen Friedrich H. Lewy benannt, der das Krankheitsbild erstmals in seinem im Jahr 1912 erschienen Buch über die „Paralysis agitans“ beschrieb. An dieser Demenzform war auch der Hollywoodstar Robin Williams erkrankt.

Demenz durch Gewebeschwund im Gehirn

Eine seltenere Form der Demenz ist der Morbus Pick. Wissenschaftlich dokumentiert wurde Morbus Pick um 1900 von dem Prager Neurologen Arnold Pick. Er stellte bei der Obduktion früh verstorbener, damals als "Schwachsinnige" bezeichnete Patienten einen ungewöhnlichen Gewebeschwund in deren Gehirnen fest und stufte dieses Phänomen als eigene Krankheit ein.

Mögliche Anzeichen für eine Demenzerkrankung

Liegenlassen von Gegenständen an „falschen“ Plätzen: Bei Betroffenen kommt es vor, dass sie Gegenstände an "falsche" Plätze legen: zum Beispiel den Schlüsselbund in den Kühlschrank, das Portemonnaie in den Mülleimer, die Armbanduhr in eine Schublade. Später können sie sich nicht mehr daran erinnern, wo sie die Dinge "verlegt" haben.

Himmel hoch jauchzend, zu Tode betrübt: Menschen mit Demenz können aber in ihrer Stimmung sehr abrupt schwanken, oft ohne erkennbaren Grund.

Antriebslosigkeit: Demenzkranke verlieren das Interesse an ihrer Arbeit oder ihren Freizeitbeschäftigungen, finden aber auch keine alternativen, neuen Beschäftigungen.

Verloren in Raum und Zeit: Menschen mit Demenz können in der eigenen Wohnumgebung die Orientierung verlieren und haben kein Zeitgefühl.

Mangelnde Wahrnehmung von Umwelt, Jahreszeiten und Klima: Beispielsweise im Hochsommer hüllt sich ein Dementer in Schal und Mantel, bei winterlichen Temperaturen trägt er Sandalen oder geht im Morgenmantel zum Einkaufen.

Messeinheiten und Zahlen sind kryptisch: Menschen mit Demenz haben Probleme, die Uhr zu lesen, Zahlen zuzuordnen oder simple Rechenaufgaben zu lösen. 

Vergesslichkeit in Routine-Aufgaben: Der oder die Betroffene vergisst, das Wasser in der Badewanne abzustellen, das Gargut aus dem Ofen oder vom Herd zu nehmen, das Haustier zu füttern.

Wortfindungsstörungen: Es fällt schwer, bekannte Dinge und Gegenstände zu benennen, einfache Worte und Sätze zu formulieren und zu schreiben. Stattdessen werden Phrasen x-fach wiederholt.

Wesensveränderung: Eine Person, die bislang friedfertig und zurückhalten war, reagiert zunehmend aggressiv und aufbrausend und umgekehrt.

Wer feststellt, dass das Gedächtnis stetig nachlässt und/ oder weitere der oben aufgeführten Symptome bei sich beobachtet, sollte einen Termin beim Hausarzt oder einem Facharzt vereinbaren.

Lesen Sie in Teil 2: Kann man Alzheimer vorbeugen?

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