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Hausstaubmilben: Wenn die eigene Wohnung zum Feind wird

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Tipps für Allergiker  

Wenn die eigene Wohnung zum Feind wird

07.02.2017, 11:39 Uhr | dpa

Hausstaubmilben: Wenn die eigene Wohnung zum Feind wird. Wer beim Staubwischen und Aufräumen oft niest und schnieft, sollte zum Arzt gehen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer beim Staubwischen und Aufräumen oft niest und schnieft, sollte zum Arzt gehen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Augen tränen, die Nase läuft und manchmal treten sogar Atembeschwerden auf. Schuld daran sind häufig Chemikalien, Pollen oder kleinste Mitbewohner in den Betten, die eine Haussatuballergie hervorrufen. Worauf Allergiker achten sollten.

"Vor allem im Hausstaub können sich viele Allergene ansammeln, angefangen bei Hausstaubmilben, Tierhaaren, Schimmelpilzsporen bis zu Pollen", sagt Professor Torsten Zuberbier, Vorsitzender der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) in Berlin. Der Staub sammelt sich nicht nur auf dem Fußboden oder auf Möbeln, sondern auch in den Gardinen, Teppichen, Polstermöbeln und Betten.

"Aber auch Inhaltsstoffe von Innenraumfarben können sowohl die Haut als auch die Atemwege reizen und eine Allergie auslösen," sagt Zuberbier. Symptome, die auf eine Allergie hinweisen, sind Niesanfälle, Schnupfen, Husten, Nesselfieber oder allergisches Asthma. Sie treten ganzjährig oder saisonal auf. "Als Grundregel für Allergiker gilt: So gut es geht, den Kontakt mit dem Allergen meiden", betont Zuberbier.

Milbendichte Überzüge für Matratzen und Bettwäsche

"Für Hausstauballergiker sind Herbst und Winter besonders kritische Zeiten", sagt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Haut- und Allergiehilfe in Bonn. "Denn obwohl die meisten Hausstaubmilben durch die niedrige Luftfeuchtigkeit während der Heizperiode absterben, erhöht sich die Allergenbelastung." Die allergieauslösenden Exkremente der Milben trocknen aus, zerfallen und werden als Feinstaub aufgewirbelt.

Flauschige Teppiche und kuschelige Betten sind besonders belastet. "Darin sammeln sich Haare, Textilfasern, Federteilchen und auch abgestoßene Hautschuppen, von denen sich Hausstaubmilben hauptsächlich ernähren", erklärt Hackler. Milbendichte Überzüge, sogenannte Encasings, verhindern, dass die Partikel aus Matratzen und Bettwäsche in die Atemluft gelangen. Gleichzeitig werden die Hausstaubmilben von der Nahrungszufuhr abgeschnitten, weil sie nicht mehr an die Hautschuppen herankommen. "Um ihre volle Wirkung zu erzielen, sollten die Überzüge Matratzen und Bettwäsche von allen Seiten hermetisch umschließen", betont Hackler. "Außerdem sollten sie waschbar sein."

Pollenschutzgitter an allen Fenstern und Türen

Pollen sind die häufigsten Allergene, die mit der Außenluft in die Wohnung gelangen. Spezielle Schutzgitter, die sich auf jede beliebige Größe zuschneiden und am Fensterrahmen befestigen lassen, halten die Blütenpollen draußen. "Wissenschaftlichen Studien zufolge wird das Eindringen von Pollen in den dahinterliegenden Raum durch solche Gitter im Durchschnitt um 90 Prozent verringert", erklärt Hackler. Damit können auch Allergiker an warmen Frühlings- und Sommertagen ihre Fenster öffnen und sind trotzdem weitgehend geschützt.

Staubsauger mit Wasser oder HEPA-Filtern

Sauberkeit ist das A und O für Allergiker. Doch gerade beim Staubsaugen wird besonders viel Staub aufgewirbelt. "Abhilfe versprechen Staubsauger mit Wasserfilter", sagt Hackler. Die angesaugte Luft wird nicht in einen Staubbeutel, sondern in ein Wasserbad geleitet und dabei von Staubpartikeln weitgehend gereinigt und angefeuchtet. Alternativ dazu gibt es Staubsauger mit HEPA-Filtern (High Efficiency Particulate Air). Je nach Rückhaltevermögen werden die feinen Schwebstofffilter in verschiedene Klassen eingeteilt. Filter der Klasse 11 halten beispielsweise 95 Prozent zurück. Am effektivsten sind Filter der Klasse 13, die eine Filterleistung von 99,95 Prozent aufweisen.

Wer neu baut oder sein Haus grundlegend saniert, sollte über Zentralstaubsauger nachdenken, bei denen die Abluft nach draußen geleitet wird, empfiehlt der Bauherren-Schutzbund in Berlin. Alle Etagen des Hauses sind durch ein Leitungssystem mit einem Sammelbehälter im Keller verbunden. Beim Saugen wird damit kein Staub aufgewirbelt.

Schon bei Grundstückswahl auf Auslöser achten

Pollenallergiker sollten bereits bei der Auswahl ihres Grundstücks darauf achten, dass sich möglichst keine allergieauslösenden Pflanzen in der Nähe befinden. "Betroffene wissen meist, was sie besonders beeinträchtigt", sagt Volker Neuert, Berater beim Bauherren-Schutzbund. "Das können spezielle Gräser, Birken oder auch Haselnusssträucher sein." Er empfiehlt, im Eingangsbereich einen Schleusenraum einzuplanen, damit die Pollen nicht in den Wohnraum gelangen.

Auf allergiegeeignete Baustoffe achten

"Aus manchen Baustoffen gasen Allergene aus", erklärt der Baubiologe Neuert. Das lässt sich durch die Auswahl natürlicher, möglichst chemisch unbehandelter Baustoffe vermeiden. "Aber Vorsicht: Auch Naturmaterialien können Allergieauslöser enthalten, wie zum Beispiel Terpene in unbehandeltem Kiefernholz oder Caseine in Naturfarben." Für den Innenbereich sind allergikergeeignete Putze, Lehm-und Kalkputze empfehlenswert. "Bei Farben sollten nur Produkte verwendet werden, die auf ihre Allergikerfreundlichkeit geprüft wurden. Das gilt auch für Luftreiniger, die in der Wohnung die Atemluft von Pollen, Schimmelpilzsporen, Tierhaaren und Hausstaubmilben säubern", rät Prof. Zuberbier.

Eine gute Orientierungshilfe bei der Baustoffauswahl geben zum Beispiel Prüfzeichen von natureplus, vom eco-Institut und Tüv Nord sowie Blauer Engel und das ECARF-Siegel.

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