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Grippe abwehren: Wie wirkungsvoll sind antibakterielle Seifen?

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Grippeviren abwehren?  

Wie wirkungsvoll antibakterielle Seifen sind

15.02.2017, 11:06 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Grippe abwehren: Wie wirkungsvoll sind antibakterielle Seifen?. Die wichtigste Zutat im Kampf gegen Viren und Bakterien ist der Seifenschaum. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die wichtigste Zutat im Kampf gegen Viren und Bakterien ist der Seifenschaum. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Aufgrund der derzeitigen Grippewelle greifen viele vermehrt zu Seifen, Handgelen und Putzmitteln mit desinfizierenden Wirkstoffen, in der Hoffnung, die fiesen Erreger damit abzuwehren. Doch bringt das antibakterielle Wirkstoffplus wirklich etwas?

Eine Grippe ist hochansteckend und die Symptome treten plötzlich auf: Fieber, Schüttelfrost, starke Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Erbrechen und Durchfall quälen den Erkrankten. Um die Influenza-Viren - und auch andere krankmachende Erreger - erfolgreich abzuwehren, ist Händewaschen eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen, da sind sich Hygieneexperten einig.

Desinfizierende Seifen und Handgele: kein Extraschutz

Viele greifen dabei zu antibakteriellen Handseifen, um das Ansteckungsrisiko  zusätzlich zu verringern. Schließlich versprechen die Hersteller "hygienisch saubere Hände". Doch trotz aller Werbeversprechen: Bisher konnten Studien keinen Nutzen feststellen. Handseifen und -gele mit dem Wirkstoffplus verringern das Risiko einer Ansteckung mit Krankheiten in der Normalbevölkerung nachgewiesenermaßen nicht besser als gewöhnliche Seifen. Die Erregeranzahl wird nicht nennenswert reduziert.

Hinzu kommt: Antibakterielle Seifen können gegen Viren nichts ausrichten. Die Wirkstoffe bleiben zudem meist viel zu kurz auf der Haut, um gegen mögliche Erreger wirken zu können. Außerdem ist der Schaum einer Seife die wichtigste Zutat im Kampf gegen Viren und Bakterien. Denn er sorgt dafür, dass sich die Erreger von der Haut lösen und beim Abwaschen weggeschwemmt werden.

Desinfizierende Putzmittel nicht sinnvoll

Selbst desinfizierende Reinigungs- und Putzmittel für zuhause zeigen keine überzeugende Wirkung. In Haushalten mit Desinfektionsmitteln gebe es genauso oft Husten, Schnupfen, Heiserkeit wie in Haushalten mit normalen Allzweck­reinigern, so die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH).

Desinfizierende Wirkstoffe bergen Risiken

Hinzu kommt, dass die verwendeten desinfizierenden und antibakteriellen Zusätze, darunter beispielsweise Triclosan, schon länger in der Kritik stehen. Nicht nur, dass allergieauslösende, leberschädigende, krebserregende sowie die Fruchtbarkeit beeinträchtigende Wirkungen diskutiert werden.

Desinfektionsmittel fördern antibiotikaresistente Keime

Die zugesetzten Stoffe bergen zudem das Risiko, dass sich antibiotikaresistente Keime stark verbreiten. Es kann, laut Experten, passieren, dass die Wirkstoffe besonders widerstandsfähige Erregern nicht abtöten. Diese können sich dann weiter vermehren und sie vererben ihre Robustheit an ihre Nachkommen.

Auch Verbraucherschützer warnen davor, dass natürliche Bakterien Resistenzen gegenüber Antibiotika entwickeln können und empfehlen, auf Desinfektionsmittel zu verzichten. Das Bundes­institut für Risiko­be­wertung (BfR) steht den Hygiene­artikeln mit antibakteriellen Wirk­stoffen ebenfalls kritisch gegen­über und betrachtet sie bei gesunden Personen im Privathaushalt als verzicht­bar.

Hände waschen, aber richtig

Gründliches Händewaschen mit Wasser und normaler Seife reicht also aus, um das Ansteckungsrisiko zu reduzieren. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sollte man mindestens vor und nach dem Zubereiten des Essens sowie nach jedem Toilettengang die Hände etwa eine halbe Minute lang mit milder Seife gründlich einschäumen. Dabei die Fingerzwischenräume nicht vergessen. Anschließend unter fließendem Wasser gut abspülen und abtrocknen.

Es spielt keine Rolle ob das Wasser warm oder kalt ist

Auch nachdem man Hände geschüttelt hat oder nach Hause gekommen ist, sollte man die Hände reinigen. Hygieneexperten zufolge ist es egal, ob das Wasser warm oder kalt ist. Wichtig ist, dass mit Seife gewaschen wird.

Wer gerade keine Möglichkeit hat, sich die Hände zu reinigen, sollte darauf achten, sich nicht ins Gesicht zu greifen. Denn die Erreger finden über Mund und Nase leicht den Weg in den Körper. 

Wann die Grippe-Impfung sinnvoll ist

Doch nicht nur richtiges Händewaschen beugt einer Grippe vor. Die wichtigste Schutzmaßnahme gegen Grippe-Viren ist laut dem Robert Koch-Institut (RKI) die Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeschutzimpfung besonders Menschen ab 60 Jahren, Personen mit Grunderkrankungen wie etwa Diabetes oder Asthma sowie Schwangeren, medizinischem Personal und Betreuern von Risikopatienten. Am besten fragt man seinen Arzt, ob er zu der Impfung rät. Einen hundertprozentigen Schutz kann aber auch sie nicht bieten.

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