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Hepatitis bleibt oft unerkannt

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Hepatitis bleibt oft unerkannt

15.03.2012, 11:22 Uhr | akh

Blut- und Leberwerte liefern entscheidende Hinweise auf Hepatitis. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Blut- und Leberwerte liefern entscheidende Hinweise auf Hepatitis. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In Deutschland leiden 1,3 bis 1,5 Millionen Menschen an chronischer Hepatitis B oder C. Allerdings weiß nur jeder Fünfte von seiner Krankheit. Dadurch steigt das Risiko, andere unwissend mit der gefährlichen Infektionskrankheit anzustecken. Wir sagen Ihnen, welche Symptome auf Hepatitis hinweisen und wie Sie einer Hepatitis-Erkrankung vorbeugen können.

Hausarzt erkennt Hepatitis häufig nicht

Dafür, dass Hepatitis so häufig unerkannt bleibt, nennt Professor Siegbert Rossol, Spezialist für Lebererkankungen am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt am Main, vor allem die fehlende Aufklärung der Hausärzte als Grund: „Viele der Patienten mit Leberwertveränderungen oder Risikofaktoren für Leberinfektionen erhalten keine weiterführende Diagnostik. Das Bewusstsein für Lebererkrankungen fehlt. Daher werden erhöhte Leberwerte oft ignoriert“, berichtet der Mediziner. Bereits bei leicht erhöhten Werten sollte der Hausarzt den Patienten auf Hepatitis testen. Das tun nach einer zurückliegenden Studie des Krankenhauses Nordwest aber höchstens die Hälfte der Hausärzte. Viele schieben die hohen Leberwerte fälschlicherweise auf einen übermäßigen Alkoholkonsum. Diese Annahme kann der Spezialist widerlegen: „Maximal 20 bis 30 Prozent der Fälle lassen sich auf Alkohol zurückführen.“ Grundsätzlich müsse der Arzt jedem erhöhten Wert auf den Grund gehen. Nur dann können Patienten frühzeitig identifiziert und erfolgreich therapiert werden. Aber: Ein Hausarzt, der nicht sofort die Leberwerte checkt, ist nicht automatisch ein schlechter Arzt. „Da die Leber kein Schmerzempfinden hat, wird oft keine Erkrankung in diesem Bereich vermutet.“ Daher empfiehlt es sich, im Zweifelsfall einen Spezialisten aufzusuchen.

Gelbfärbung erst im fortgeschrittenen Stadium

In der Frühphase einer Hepatitis-Erkrankung klagen Betroffene vor allem über Müdigkeit, Fieber, Übelkeit, Geschmacksveränderungen oder ein allgemeines Krankheitsgefühl. Zudem kann es unter dem rechten Rippenbogen zu Schmerzen kommen, da sich die Leber bei einer Hepatitis-Infektion leicht vergrößert. Auch Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen oder Hautausschlag sind häufige Symptome. In der sogenannten Gelbsucht-Phase ist die Erkrankung schon weit fortgeschritten. Es kommt zu gelblichen Verfärbungen der Schleimhäute und der Haut. Der Urin wird auffällig dunkel. Die Beschwerden aus der Frühphase treten kaum noch auf. In der Erholungsphase ist der Körper durch Müdigkeit und Erschöpfung gekennzeichnet, die mehrere Monate anhalten kann.

Was Sie selbst tun können

Bemerken Sie erste Anzeichen einer mögliche Hepatitis-Erkrankung, sollten Sie auf leberschädigende Lebensmittel wie Alkohol und zu viel Fett verzichten. Suchen Sie Ihren Arzt auf und lassen Sie Ihre Leberwerte testen. Außerdem kann der Arzt Ihr Blut auf mögliche, bereits gebildete Antikörper untersuchen. Daran lässt sich auch erkennen, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. Überprüfen Sie in Rücksprache mit Ihrem Arzt, ob Sie möglicherweise ein Medikament einnehmen, dass einen Leberschaden verursachen kann. Informieren Sie außerdem in jedem Fall Ihre Familie und Sexualpartner. Selbst wenn Sie nicht an einer Hepatitis leiden, können Sie so mögliche Infektionen verhindern. Um sich selbst nicht zu infizieren, sollten Sie beim Geschlechtsverkehr immer ein Kondom verwenden. Vermeiden Sie außerdem den Kontakt mit Fremdblut, wenn Sie selbst eine offene Wunde haben, in die die Hepatitis-Viren eindringen könnten.

Vorsorge durch Ärzte fehlt

„Wie bei anderen Krankheiten wäre auch eine Leber-Vorsorge möglich, aber daran denkt keiner“, erklärt Rossol. Dialyse-Patienten und Schwangere sind die Einzigen, deren Leberwerte routinemäßig untersucht werden. Deswegen gibt es Fragebögen, zum Beispiel von der Deutschen Leberhilfe e.V., die auch in Arztpraxen ausgegeben werden. In diesem Bogen können Patienten zum Beispiel angeben, aus welchem Land sie kommen oder ob sie schon mal eine Bluttransfusion erhalten haben. Anhand dieser Fragen kann eine erste Risiko-Einschätzung gegeben werden. Ausschlaggebend sind dennoch die Leberwerte.

Quelle: akh

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