21.08.2012, 12:17 Uhr | cme
Die Leber ist unser schwerstes und größtes inneres Organ. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Millionen Deutsche haben eine Fettleber - oft ohne es zu wissen. Die häufigsten Ursachen dafür sind Übergewicht, Diabetes oder ein übermäßiger Alkoholkonsum. Ärzte warnen nun: Die Fettleber kann ein Vorbote von Leberkrebs sein. Dies zeigen erste Ergebnisse der so genannten FLIP-Studie (Fatty Liver: Inhibition of Progression), wie die Ärztezeitung berichtet.
Die Fettleber gilt als das erste Stadium chronischer Lebererkrankungen. Wird die Leber zu stark mit Zucker, Fett oder Alkohol belastet, lagert sie Fett ein und entwickelt sich zur Fettleber. Diese verursacht nur wenig Beschwerden, gelegentlich spüren Betroffene ein leichtes Druckgefühl im Oberbauch. Grundsätzlich kann sich eine Fettleber wieder erholen. Werden die Ursachen jedoch nicht ausgeräumt, entwickelt sich langfristig eine Leberentzündung oder sogar eine lebensgefährliche Leberzirrhose, bei der das Lebergewebe großflächig abstirbt. Aus der Leberzirrhose kann sich auch Leberkrebs entwickeln.
Offenbar kann das Stadium der Leberzirrhose aber auch ausbleiben und sich direkt aus der Fettleber ein Leberkrebs entwickeln. Dies zeigten die Ergebnisse der FLIP-Studie, die während der Jahrestagung der European Association for the Study of the Liver (EASL) in Barcelona vorgestellt wurden. An der Studie nahmen 160 Patienten mit Leberkrebs teil. Bei den Probanden wurde vor der Krebsdiagnose nur eine Fettleber, aber keine Hepatitis oder Alkoholismus festgestellt. 43 Prozent der Patienten hatten den Leberkrebs sogar ohne vorherige Leberzirrhose entwickelt, berichtet die Ärztezeitung.
"Diese umfangreiche Multicenter-Studie zeigt, welch bedeutende Rolle die nichtalkoholische Fettleber als Risikofaktor bei der Entwicklung des Leberzellkarzinoms spielt", wird Professor Jean-Francois Dufour von der Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin in Bern in einer Mitteilung der United European Gastroenterology (UEG) zitiert. Bislang gibt es eine Leberkrebs-Vorsorge nur für Patienten mit Leberzirrhose, Hepatitis B oder C sowie Alkoholismus. In diesen Fällen wird alle sechs Monate ein Ultraschall der Leber durchgeführt. Die UEG fordert nun, dass die nicht-alkoholische Fettleber stärker als bisher überwacht werden sollte.
Nicht nur die Fettleber, sondern auch fortgeschrittene Lebererkrankungen werden oft erst spät erkannt, da die Symptome sehr unspezifisch sind. Müdigkeit, Appetitlosigkeit und ein Druckgefühl im rechten Oberbauch sind Anzeichen, die wenig aussagen. Eine Gelbfärbung der Haut oder der Augen ist dagegen typisch für Leberschäden. Das Fatale: Nur wenn die Schäden nicht zu weit fortgeschritten sind, kann sich die Leber wieder erholen. In jedem Fall sollten Sie bei Beschwerden zum Arzt gehen. Wenn Sie übergewichtig sind, an Diabetes leiden oder regelmäßig Alkohol trinken, sollten Sie jedes Jahr Ihre Leberwerte kontrollieren lassen.
Quelle: cme
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