01.11.2012, 12:59 Uhr | stw
Nach Schätzungen leiden immer mehr Menschen an einer Fettleber. Bereits jeder dritte Erwachsene ist betroffen. Eine Studie bestätigt nun, dass eine Fettleber Krebs begünstigen kann. Die Unit European Gastroenterology (UEG) fordert Ärzte nun dazu auf, die nicht-alkoholische Fettleber als Vorzeichen für eine Krebserkrankung einzustufen.
Alkohol galt früher als Hauptursache für eine Fettleber. Doch hoher Alkoholkonsum ist seltener als vermutet die Ursache für Leberschäden. Es sind andere Gründe, warum Menschen an einer Fettleber leiden: Übergewicht und ein ungesunder Lebensstil wirken sich besonders negativ auf das Organ aus. Ein weiteres Problem: Da die Krankheit im Frühstadium kaum Beschwerden verursacht, wird sie häufig erst spät entdeckt.
Wird die Diagnose Fettleber gestellt, sollten Betroffene besonders achtsam sein, da zahlreiche Folgeerkrankungen zu befürchten sind. Neben Typ-2-Diabetes kann es durch eine Leberzirrhose zu einem Funktionsverlust der Leber kommen. Dabei ist die Leber so stark vernarbt, dass sie ihre Funktion nicht mehr richtig erfüllen kann.
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Eine aktuelle Untersuchung (FLIP-Studie - Fatty Liver: Inhibition of Progression) hat jetzt gezeigt, dass eine nicht-alkoholische-Fettleber Leberzellkrebs begünstigen kann. Das ist auch dann der Fall, wenn das Organ vorher nicht durch eine Leberzirrhose geschädigt wurde. Seit 2010 nahmen Patienten aus Deutschland, Großbritannien, Italien, Brasilien und der Schweiz an der Studie teil. Ihr Durchschnittsalter lag bei 70 Jahren und alle Teilnehmer litten an einer nicht-alkoholische Fettleber.
Nach einem Zeitraum von 22 Monaten wurden insgesamt 160 Fälle von Leberkrebs erfasst. Besonders erstaunlich: 43 Prozent der Probanden entwickelten mit durchschnittlich 73 Jahren Leberzellkrebs, ohne dass sie vorher an einer Leberzirrhose litten. Teilnehmer der Untersuchung, die bereits eine Leberzirrhose hatten, erkrankten sogar fünf Jahre früher an Krebs.
Nun fordert die Unit European Gastroenterology dazu auf, die nicht-alkoholische Fettleber als Vorstufe von Leberzellkrebs einzustufen. Besonders Patienten, bei denen keine Leberzirrhose vorangegangen ist, sind betroffen, da sie nicht zur Zielgruppe von Vorsorgeprogrammen gehören. Der sich entwickelnde Tumor wird somit zu spät oder gar nicht erkannt. Daher sind Leberkrebs-Vorsorgeprogramme gerade für diese Patienten besonders wichtig und sinnvoll. Entsprechende Vorsorgeprograme sehen zudem alle sechs Monate eine Ultraschalluntersuchung vor, mit der Tumore frühzeitig erkannt werden sollen.
Quelle: stw
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