29.03.2012, 11:24 Uhr | dpa/tmn, dpa-tmn
Schnee, Frost, Regen und Minusgrade setzen im Winter selbst dem schönsten Rasen zu. Damit die Grillsaison wieder starten kann, braucht er eine Frühjahrskur. Wir verraten, wie Sie in fünf Schritten Ihren Rasen wieder grün pflegen.
Einige Gartenexperten empfehlen das Vertikutieren als ersten Schritt zur Rasenpflege im Frühjahr. Dabei wird die Grasnarbe der Rasenfläche angeritzt. "Je nach Witterung ist Mitte bis Ende März der richtige Zeitpunkt, um den Rasen zu belüften und Moose und Rasenfilz zu entfernen", sagt Angelika Kölle, Geschäftsführerin eines Gartencenters in Heilbronn. Am besten vertikutieren Sie in drei Durchgängen: Der zweite Durchgang erfolgt in Gegenrichtung zum ersten, der dritte quer zu den beiden ersten. Allerdings greift Vertikutieren massiv in das Wachstum der ohnehin schon vom Winter geschwächten Gräser ein. Klaus Müller-Beck, Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft in Bonn, rät stattdessen, den Rasen zu säubern: "Mit einem Rasen- oder Federrechen lässt sich abgestorbenes Material leicht von der Oberfläche beseitigen." Gleichzeitig werden dabei verklebte Halme aufgerichtet - und so komme auch viel Luft an die Grasnarbe.
Der vertikutierte oder gründlich gerechte Boden ist nun bereit für den Dünger. "Ein Zierrasen braucht einen Langzeit-Rasendünger mit einem hohen Eisenwert", sagt Kölle. Spezielle Rasendünger enthalten in der Regel hohe Stickstoffanteile. "Wichtig sind dabei solche Stickstoffe, die über einen langen Zeitraum wirken. Das tun beispielsweise Ammonium-Stickstoffe. Normale Nitrate hingegen sind Harnstoffe und werden rasch ausgewaschen." Eine gleichmäßige Düngung ist wichtig, damit der Rasen gleichmäßig wachsen kann. Das zu bewerkstelligen ist gar nicht so einfach. Wer sich nicht zutraut, die richtige Düngermenge von Hand abzuschätzen, kann einen Schleuderstreuer oder bei großen Flächen einen Düngewagen verwenden. Dieser muss die Düngekörner gleichmäßig auf den Boden verstreuen. Sonst entstehen durch den eisenhaltigen Dünger unschöne Streifen.
Das erste Gras ist besonders weich. Je länger die Halme sind, umso schwerer lassen sie sich schneiden. Beim ersten Mähen ist weniger deshalb mehr. "Rund vier Zentimeter sind optimal", sagt Kölle. Gereinigte und geschärfte Messer des Mähers sind die Voraussetzung dafür, dass die Halme beim Schneiden nicht gequetscht werden und künftig gut in die Breite wachsen können.
Spätestens nach dem ersten Schnitt sind kahle Stellen im Rasen unübersehbar. "Bei größeren beschädigten oder zerstörten Flächen ist eine Nachsaat mit einer Regenerations- oder Nachsaatmischung unverzichtbar", sagt Lutze von Wurmb, Vizepräsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in Bad Honnef. Die Aussaat sollte aber nur erfolgen, wenn die Bodentemperatur konstant über acht Grad liegt. Das Saatgut wird per Hand oder - bei größeren Flächen - mit einem Handwagen ausgebracht. Die Körner wachsen besser an, wenn sie leicht in die Erde eingeharkt oder mit einer dünnen Substratschicht bedeckt werden. Zum Schluss wird die Fläche noch vorsichtig gegossen. Nach etwa zwei Wochen beginnt die Saat zu keimen. Jetzt braucht sie bis zu vier Wochen lang konstante Feuchtigkeit.
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Quelle: dpa/tmn, dpa-tmn
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