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Organspende: 12.000 Menschen hoffen auf ein Spenderorgan

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Organspende  

12.000 Menschen brauchen ein Spenderorgan

07.08.2012, 16:41 Uhr | tze

Organspende: 12.000 Menschen hoffen auf ein Spenderorgan. Herzversagen - jeden kann es plötzlich treffen (Foto: Archiv)

Herzversagen - jeden kann es plötzlich treffen (Foto: Archiv)

Stellen Sie sich vor, Ihr Herz lässt Sie plötzlich im Stich. Oder Ihre Lunge ist so geschädigt, dass Sie kaum noch Luft bekommen. Für Menschen, bei denen ein Organ versagt hat, ist ein Spenderorgan das kostbarste Geschenk des Lebens. Doch viele hoffen vergebens, weil weniger als jeder fünfte Deutsche einen Organspendeausweis hat. Deshalb appelliert der Herzchirurg Dr. Reinhard Pregla: "Füllen Sie einen Organspendeausweis aus."

Jeden Tag sterben drei Patienten

Derzeit brauchen rund 12.000 schwer kranke Menschen in Deutschland ein neues Organ. Etwa 800 benötigen ein Herz, 7700 eine Niere, 1900 eine Leber und mehr als 500 eine Lunge. Viele von ihnen warten jahrelang, und jeder Vierte wartet vergebens. Weil es zu wenig Spender gibt, sterben jeden Tag durchschnittlich drei bedürftige Menschen. Das liegt zum einen am Mangel an Spendenorganen - nicht einmal jeder fünfte Bundesbürger hat einen Organspendeausweis ausgefüllt, mit dem er eindeutig seine Spendenbereitschaft erklärt. Zum anderen müssten Strukturen in den Kliniken verbessert werden, damit Angehörige verstorbener Patienten umfassend über die Möglichkeit der Organspende beraten werden können und Entscheidungshilfen bekommen.

Organspendeausweis sollte selbstverständlich sein

"Es müsste bei uns zum guten Ton gehören, einen Organspendeausweis zu haben", findet der Chirurg vom Deutschen Herzzentrum in Berlin. Zusammen mit dem bekannten Herzspezialisten Professor Dr. Roland Hetzer hat er die Initiative Pro Organspende ins Leben gerufen.

Organspende ist eine Herzensangelegenheit

Den beiden Ärzten ist das Thema eine Herzensangelegenheit. Tagtäglich haben Sie mit schwer kranken Patienten - und deren Ängsten und Hoffnungen - zu tun, die schon wochen- und monatelang auf ein geeignetes Spenderherz warten. Sie kennen die persönlichen Schicksale der Organempfänger, -spender und deren Angehöriger. Sie erleben, wie viele Patienten nach einer erfolgreichen Transplantation wieder ein weitgehend normales Leben genießen können. Sie sind mit dem Mangel an Spenderorganen konfrontiert und wissen auch um die Ängste und Vorbehalte vieler Bürger. Deshalb möchten Hetzer und Pregla "anregen, über Organspende zu reden, zu diskutieren und sich eine Meinung zu dieser sensiblen Thematik zu bilden."

Der Tod ist immer noch ein Tabuthema

Der eigene Tod oder der naher Angehöriger werde weitestgehend verdrängt, finden die beiden Ärzte. Zudem hält sich hartnäckig ein Vorurteil: "Viele glauben, im Fall des Falles nicht bis zur Ausschöpfung aller medizinischen Möglichkeiten behandelt zu werden, wenn sie zu Lebzeiten einer Organspende zugestimmt haben." Hetzer und Pregla kritisieren, dass sich viele Bürger erst dann mit dem Thema Organspende auseinandersetzen, beziehungsweise zur Spende bereit werden, wenn sie selbst, Angehörige oder Freunde betroffen sind.

Schone eine Erkältung kann das Herz schädigen

Organversagen kann jeden aus heiterem Himmel treffen. Manchmal reicht eine verschleppte Erkältung als Auslöser. So war es bei Julia, einer 19-Jährigen, die im Deutschen Herzzentrum Berlin schon seit Monaten auf ein Spenderherz wartet. Was mit einer scheinbar harmlosen Erkältung begann, entwickelte sich zu einer schweren Herzmuskelentzündung, die eine Transplantation unausweichlich macht. Bis dahin hängt Julias Leben an einem Kunstherzen, einer sperrigen Apparatur, die sie auf Schritt und Tritt mit sich führen muss.

Zahl der Organspenden sinkt

Weil zu wenig Spenderherzen zur Verfügung stehen, setzt Professor Hetzer vermehrt so genannte Kunstherzen und Totale Künstliche Herzen ein, um schwerkranke Herzpatienten während der ein Jahr und mehr dauernden Wartezeit am Leben erhalten zu können. In den 90er Jahren habe er mehr als doppelt so viele Herzen und Lungen als Spenderorgane zur Verfügung gehabt, sagt der Chirurg. Bundesweit sank die Zahl der Organspenden im Jahr 2009 bundesweit auf 3897. Im Jahr davor waren es noch 3945.

Was sich in den Kliniken ändern muss

Die Voraussetzungen und Abläufe von Organspende und Organempfang sind klar im Transplantationsgesetz geregelt. Bedingung für eine Entnahme funktionsfähiger Organe ist, dass vor dem Herzstillstand der Hirntod eintritt. Das passiert jährlich bei rund 4000 Patienten, die in deutschen Kliniken sterben. Dass nur ein kleiner Teil von ihnen Organe spendet, liegt auch an der Gesetzeslage. Laut der geltenden, so genannten erweiterten Zustimmungsregelung soll ein Mensch seine Bereitschaft mit einem Spendeausweis dokumentieren - doch diesen tragen bisher nur rund 17 Prozent der Deutschen. Nach dem Tod können auch die Angehörigen im Sinne des Verstorbenen entscheiden. Doch dazu müssten sie von Mitarbeitern des Krankenhauses beraten und betreut werden. Im hektischen Alltag der Intensivstationen ist das für Ärzte kaum möglich. Deshalb fordern Experten, dass in den Kliniken besonders geschulte Transplantationsbeauftragte eingesetzt werden.

Hetzer befürwortet Widerspruchslösung

Professor Hetzer hat sich für die Änderung des Transplantationsgesetzes hin zur Widerspruchslösung ausgesprochen. Sie gilt bereits in anderen europäischen Ländern wie Spanien und besagt, dass jeder Organspender sein kann, der sich nicht ausdrücklich dagegen ausgesprochen hat.

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