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Organspende: EU will Ablauf von Organtransplantation verbessern

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Organspende  

EU will Ablauf von Organtransplantation verbessern

06.05.2010, 17:58 Uhr | dpa/tze

Fachärzte und eigens geschultes Klinikpersonal sollen in Zukunft in ganz Europa Organtransplantationen erleichtern. Täglich sterben allein in Deutschland im Schnitt drei Menschen, weil keine Organe zur Transplantation zur Verfügung stehen. Eine neue EU-Richtlinie soll das ändern. Die Botschafter der 27 Mitgliedstaaten einigten sich am 5. Mai in Brüssel auf einen Entwurf für das neue Gesetz. Ziel ist unter anderem eine bessere Organspende-Koordination und Beratung von Angehörigen in den Kliniken.

Mehr Sicherheit für Patienten

Das Parlament wird der Richtlinie voraussichtlich Mitte Mai, die EU-Minister im Juni zustimmen, wie der Europaabgeordnete Peter Liese (CDU) mitteilte. Die Mitgliedstaaten haben sich erstmals auf EU-weite Standards für Sicherheit und Qualität geeinigt. So soll beispielsweise das Risiko der Übertragung von HI-Viren oder Krebszellen verringert werden. Laut Liese erhöhe dies auch für deutsche Patienten die Sicherheit, da dann auch in anderen Ländern strengere Standards zum Schutz des Empfängers gälten. Teil der Richtlinie ist auch ein Aktionsplan, der unter anderem die Benennung und Schulung von Koordinatoren in Krankenhäusern empfiehlt. Die Richtlinie soll im Herbst in Kraft treten, die Mitgliedstaaten haben dann zwei Jahre Zeit, sie umzusetzen.

Noch gehen zu viele Organe gehen verloren

"Ohne Transplantations-Koordinatoren gehen viele Organe verloren, obwohl die Patienten einen Organspendeausweis haben oder die Angehörigen bereit wären, einer Transplantation zuzustimmen", sagte Liese, der selbst Arzt ist. Im Klinikalltag hätten die Ärzte oft schlicht zu wenig Zeit, sich zu kümmern. Die meisten Organe gingen in kleinen Krankenhäusern mit wenig Personal verloren. Die Experten sollen zum Beispiel dafür sorgen, dass Organe von Verstorbenen mit Sauerstoff versorgt werden und dass Angehörige betreut werden.

Mehrbelastung für Krankenhäuser

Auch Herzchirurg Dr. Reinhard Pregla vom Deutschen Herzzentrum Berlin bestätigt die strukturellen Probleme im Klinikalltag. "Das Krankenhaus hat von einem Organspender keinen Nutzen oder Gewinn, sondern einen erheblichen Mehraufwand. Nur ein relativ kleiner Teil des Aufwands wird von den Krankenkassen erstattet." Wenn beim einem Patienten der Hirntod festgestellt und danach die Bereitschaft zur Organspende abgeklärt wurde, muss die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) eingeschaltet werden. Diese wiederum gibt die Daten an die internationale Organvermittlungsstelle Eurotransplant weiter, die geeignete Empfänger für die Organe des Verstorbenen sucht. Gleichzeitig müssen die Organe des Hirntoten in ihrer Funktion erhalten werden. Das ist für 24 Stunden oder auch bis zu wenigen Tagen möglich. "Es erfordert ein intensives medizinisches Management, weil das Gehirn die Stoffwechselvorgänge wie ADH-Ausschüttung und Blutdruck ja nicht mehr regeln kann", erklärt Pregla.

DSO fordert Transplantationsbeauftragte

Professor Günter Kirste, Medizinischer Vorstand der DSO, fordert schon seit längerem strukturelle Verbesserungen in den Kliniken. Es müsse dort mehr Transplantationsbeauftragte geben. Gemeint sind speziell geschulte Mediziner, die Angehörige betreuen, die vor der schwierigen Entscheidung stehen, Organe eines Verstorbenen zur Transplantation freizugeben.

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