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EHEC: Ernähren wir uns jetzt alle ungesund?

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EHEC: Ernähren wir uns jetzt alle ungesund?

31.05.2011, 11:42 Uhr | ts, t-online.de

EHEC:  Ernähren wir uns jetzt alle ungesund?. EHEC: Droht uns ein Vitaminmangel? (Foto: Imago)

Verbraucher sind verunsichert beim Kauf von Obst und Gemüse (Foto: Imago)

Eine Umfrage des Kölner Meinungsforschungsinstituts YouGov zeigt: Jeder Zweite will wegen EHEC vorübergehend auf Rohkost verzichten. Das Institut hatte 1075 Menschen befragt. Droht durch die veränderte Ernährungsweise ein Vitaminmangel? Wir haben hierzu mit Margarete Besemann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gesprochen.

Verzicht auf Rohkost schadet nicht der Gesundheit

Eine große Verunsicherung der Verbraucher infolge der EHEC-Infektionen stellt Besemann bei der Hotline der Verbraucherzentrale NRW fest. "Wir erleben hier, dass viele Verbraucher besorgt und übervorsichtig sind, was den Verzehr von Obst und Gemüse betrifft." Ernähren wir uns jetzt alle ungesund aus Furcht vor dem EHEC-Erreger? "Einen Vitaminmangel sehe ich derzeit nicht kommen", erklärt die Ernährungswissenschaftlerin, "schließlich gibt es genügend andere Quellen für Vitamine." Auf Vitamintabletten zurückzugreifen, hält Besemann für überflüssig. Als Beispiel für natürliche Vitaminquellen nennt sie Obst und Obstsäfte, aber auch alle Gemüsesorten, für die derzeit keine vorsorglichen Verzehreinschränkungen vorliegen, wie Kohlrabi. Bei Säften sei es wichtig, darauf zu achten, dass sie pasteurisiert sind. Dies sei bei Tetrapaks, aber auch bei Direktsaft der Fall.

Vitaminreiche Alternativen zu Rohkost

Wer Gemüse mindestens zwei Minuten bei wenigstens 70 Grad erhitzt, kann es guten Gewissens essen. Dass bei einer solchen Zubereitung Vitamine verloren gehen, räumt Besemann ein. "Damit diese Temperatur erreicht wird, müssen Sie das Gemüse schon länger erhitzen, je nachdem, wie wasserreich das Lebensmittel ist." Gemüse einfach nur kurz zu blanchieren, wie es sonst empfohlen wird, sei vor dem Hintergrund der aktuellen EHEC-Gefahr nicht ausreichend. Um den Vitaminverlust beim Kochen möglichst gering zu halten, rät die Ernährungsexpertin, das Gemüse nicht mit zu viel Wasser zu erhitzen. "Eine gute Alternative ist auch Tiefkühlkost", so Besemann, "wenn man sich dabei an die Zubereitungshinweise hält, ist dies so vitaminschonend wie möglich." Allerdings muss Tiefkühlgemüse derzeit auch immer gründlich erhitzt werden, da das Tiefgefrieren alleine EHEC-Keime nicht zuverlässig abtötet.

Experten tun sich mit Einkaufsberatung schwer

Wir haben nachgefragt, wie sich Verbraucher auch nach Abebben der EHEC-Welle beim Einkauf von Obst und Gemüse vor Keimen schützen können. Sind Produkte vom lokalen Erzeuger sicherer als Importware? Hierzu mag Besemann keine "pauschalen Empfehlungen" geben. "Es können sich ja andere Erreger auf dem Gemüse befinden". Generell würden alle Lebensmittel regelmäßig überprüft, aber, so räumt die Verbraucherberaterin ein, "eine gewisse Unsicherheit bleibt immer." Allerdings handele es sich bei dem derzeitigen EHEC-Keim um ein "besonders aggressives Bakterium".

So schützen Sie sich vor Keimen

Generell könne jeder einzelne sich schützen, in dem er die allgemeinen Regeln der Küchenhygiene einhalte. Wichtig sei es auch, gerade im Sommer darauf zu achten, dass die Kühlkette beim Einkauf eingehalten wird und der Kühlschrank die richtige Temperatur hat. "Bei manchen Lebensmitteln werden Temperaturen unter zwei Grad empfohlen, die hat der Kühlschrank normalerweise gar nicht. Das sollten Sie dann am besten am selben Tag noch verarbeiten."

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