Stichtag
Daran erkennen Sie ein gutes Tattoo-Studio09.09.2013, 15:24 Uhr | dpa
Tattoos zieren den Körper von mittlerweile sehr vielen Menschen. Gesetzliche Vorschriften zur Qualifikation und Weiterbildung für Tätowierer gibt es allerdings nicht. So erkennen Sie ein gutes Tattoo-Studio.
Ein kleiner Schmetterling auf der Schulter, ein Strichcode im Nacken oder Sterne am Handgelenk: Vor allem Jugendliche wollen mit Tattoos Gefühle ausdrücken. Aber welchen Tätowierer lässt man an solch ein wichtiges Projekt? Ein gutes Tattoo-Studio fällt vor allem durch hohe Hygiene-Standards und Freundlichkeit auf. "In einem professionellen Studio sollte es vor allem sauber sein, auch ein Rauchverbot ist selbstredend", sagt Mario Flöter, Tätowierer und Vorstandsmitglied der Deutschen Organisierten Tätowierer (DOT).
Ein gutes Tattoo-Studio ist hell, gut durchlüftet und vor allem desinfiziert. Die Arbeitsbereiche sind ähnlich wie die von Ärzten ausgestattet: leicht abwaschbare Oberflächen und Böden, Waschbecken, Desinfektionsmittel, Abfalleimer und Liegen mit Einwegtüchern.
Einen guten Tätowierer erkennen Kunden an seinen bisherigen Arbeiten, die er im Studio auf Fotos zeigt. "Außerdem wird er jede noch so blöde Frage professionell und freundlich beantworten", sagte Flöter. Ist einem der Tätowierer unsympathisch, rät der Experte, ein anderes Studio aufzusuchen. Bei einer Vorbesprechung klärt der Tätowierer über Risiken, Komplikationen und Allergien auf - im besten Fall mündlich und schriftlich.
Im Vorfeld sollte man sich gründlich Gedanken über das Motiv machen. Flöter rät, vor allem die Körperstelle mit Bedacht zu wählen - auch mit Blick in die Zukunft. "Ein nicht verdeckbares Tattoo kann bei der Jobsuche hinderlich sein." In einem professionellen Studio weisen Tätowierer auch darauf hin.
Das Tattoo wird mit sterilen Nadeln und Einweghandschuhen gestochen. Alle Einweginstrumente sollten vor den Augen des Kunden ausgepackt werden. Eine Pflegeanleitung klärt Kunden über die Heilung auf: Dreimal täglich sollten Sie ein frisch gestochenes Tattoo waschen und eincremen. Auf Sport und Saunagänge verzichten sie besser einige Tage lang. Auch direkte Sonneneinstrahlung tut dem Tattoo nicht gut. Nach zwei Wochen sind die Stiche in der Regel abgeheilt. "Sollte es wirklich zu Komplikationen kommen, sollte man zuerst den professionellen Tätowierer aufsuchen", empfiehlt Flöter. In ernsten Fällen schickt er den Kunden zum Arzt.
Viele Studios tätowieren mit einer Einverständniserklärung der Eltern schon 16-Jährige. "Nach unseren Erfahrungen ist es aber sinnvoll, sich erst ab 18 Jahren tätowieren zu lassen", sagte Flöter. "Da Minderjährige körperlich noch gar nicht ausgewachsen sind, würde sich eine Tätowierung beim Wachstum stark verändern."
09.09.2013, 15:24 Uhr | dpa
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