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Rückenschmerzen sorgen für die meisten Fehltage bei Arbeitnehmern

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BKK-Gesundheitsreport  

Rückenschmerzen sind Volkskrankheit Nummer eins

19.12.2013, 07:54 Uhr | AFP, dpa

Die Zahl der Rücken-OPs ist in Deutschland zuletzt drastisch gestiegen. Wer meint, nun litten weniger Patienten unter Rückenschmerzen, der täuscht sich. Bei Arbeitnehmern sorgt die Erkrankung für die meisten Ausfalltage. Die Krankenkassen raten zum Umdenken.

Rückenschmerzen sind nach einer neuen Studie das Volksleiden Nummer eins - gemessen an den Ausfalltagen bei Arbeitnehmern. So sind die Mitglieder der Betriebskrankenkassen (BKK) am häufigsten wegen Muskel- und Skeletterkrankungen arbeitsunfähig.

Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten BKK-Gesundheitsreport hervor, für den Daten von knapp fünf Millionen Menschen ausgewertet wurden.

Rückenschmerzen verursachen viele Fehltage

Mit rund 27 Prozent stellen diese Krankheiten die Ursache für die meisten Fehltage. Zu rund der Hälfte geht es dabei um Rückenleiden - sie spielen hierbei demnach die größte Rolle gefolgt von Gelenkerkrankungen und Leiden an Muskeln und Sehnen.

Zwar verursacht der größte Anteil dieser Fälle Ausfallzeiten von weniger als sechs Wochen (95 Prozent). Doch wird das Leiden chronisch, kann sich die Arbeitsunfähigkeit stark verlängern: Solche Fälle verursachen rund 44 Prozent der Ausfalltage.

Rückenschmerz bleibt Volksleiden Nummer eins

Seit 2005 sind die Fehlzeiten wegen Muskel- und Skeletterkrankungen (MSE) um fast ein Drittel gestiegen. Am zweithäufigsten fehlen Arbeitnehmer wegen psychischer Erkrankungen, gefolgt von Atemwegserkrankungen. Fast jede zweite Frau und jeder zweite Mann hatte dabei Leiden am Rücken und der Wirbelsäule. "Obwohl die körperlichen Belastungen der Arbeitnehmer kontinuierlich abgenommen haben, bleibt der Rückenschmerz das Volksleiden Nummer eins", schreibt die BKK.

Vor allem Beschäftigte bei den Postdiensten fallen demnach häufig wegen Muskel- und Skeletterkrankungen aus, gefolgt von Mitarbeitern der Abfallentsorgung und der Metallerzeugung und -bearbeitung. In Branchen wie Informationsdienstleistungen und Datenverarbeitung, Medien sowie im Kredit- und Versicherungsgewerbe verursachten Rückenleiden hingegen die wenigsten Fehltage.

Therapien nicht immer gut gewählt

Zweifel meldeten die Kassen daran an, dass die Therapien immer gut gewählt sind. So habe sich die Zahl der Wirbelsäulen-Operationen seit 2005 verdoppelt, obwohl mindestens jeder dritte Patient danach chronische Schmerzen entwickele, führte der Berliner Rückenspezialist Ulf Marnitz aus. Die Zahl der Kliniken, die an der Bandscheibe operierten, sei seit 2006 von 550 auf 700 gestiegen. Kosten und Leiden könnten gespart werden - und zwar durch schonendere Schmerztherapien.

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