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Kinderlähmung: WHO warnt vor globalem Poliomyelitis-Ausbruch

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Rückkehr der Kinderlähmung  

WHO warnt vor globalem Polio-Ausbruch

07.05.2014, 12:22 Uhr | AP, dpa, AFP

Kinderlähmung: WHO warnt vor globalem Poliomyelitis-Ausbruch. Impfungen können Kinder vor Polio-Infektionen schützen. (Quelle: dpa/Arshad Arbab)

Impfungen können Kinder vor Polio-Infektionen schützen. (Quelle: Arshad Arbab/dpa)

Die Weltgesundheitsorganisation hat vor einer weltweiten Ausbreitung von Kinderlähmung gewarnt. In einer Mitteilung vom Montag beschrieb die WHO die Polio-Ausbrüche in Asien, Afrika und im Nahen Osten als "außergewöhnliche" Situation, die eine koordinierte internationale Antwort erfordere.

Wenn es nicht gelinge, die Lage unter Kontrolle zu bringen, drohe die Ausrottung einer der "schwersten Krankheiten, die durch Impfung verhindert werden kann", zu scheitern. Vorausgegangen war in der vergangenen Woche ein Dringlichkeitstreffen der Organisation, nachdem im Januar neue Fälle eingeschleppter Kinderlähmung in Afghanistan, im Irak und in Äquatorialguinea aufgetreten waren.

Polio-Ausrottung könnte verfehlt werden

Ohne Gegenmaßnahmen könnte die bis 2018 angestrebte Ausrottung der Poliomyelitis verfehlt werden, teilte die WHO mit. Kinderlähmung trifft für gewöhnlich Kinder unter fünf Jahren und wird meist über verseuchtes Wasser übertragen. Es gibt keine Heilung, allerdings existieren Impfstoffe. Eine von 200 Infektionen mit dem Poliovirus führt zu dauerhaften Lähmungen. Etwa fünf bis zehn Prozent der Gelähmten sterben, weil ihre Atemmuskeln unbeweglich werden.

WHO will weiter impfen

Nach Einschätzung der WHO sind die größten Risikoländer Pakistan, Kamerun und Syrien, weil die Gefahr eines "Exports" der Krankheit von dort besonders groß sei. Die Organisation forderte die Länderbehörden auf, Impfkampagnen für Reisende aus diesen Ländern zu starten und die Impfpflicht mindestens sechs Monate aufrecht zu erhalten, nachdem keine neuen Polio-Fälle mehr aufgetreten sind. Außer in Afghanistan, dem Irak und Äquatorialguinea machte die WHO neue Fälle in Israel, Äthiopien, Somalia und Nigeria aus.

Kinderlähmung weitgehend besiegt

Kinderlähmung gilt sei Mitte der 1950er Jahre als weitgehend besiegt - im vergangenen Jahr wurden noch 406 Fälle weltweit registriert. Vor allem in Pakistan, Afghanistan und Nigeria kommt es jedoch immer wieder zu Ausbrüchen der hoch ansteckenden Krankheit - wobei die Fallzahlen in Afghanistan und Nigeria im vergangenen Jahr sanken, wie die WHO Mitte Januar mitteilte. Grund zur Sorge gaben der WHO zuletzt verstärkt die Bürgerkriegsländer Syrien und Somalia, während Indien im vergangenen Monat nach einer massiven Impfkampagne offiziell die Ausrottung der Kinderlähmung feierte.

Keine Polio-Infektionen in Deutschland

1988 startete die WHO ein globales Programm zur Ausrottung der Kinderlähmung. Die Zahl der Infektionen ist zwischen 1988 und 2012 um mehr als 99 Prozent zurückgegangen - von geschätzt 350.000 im Jahr 1988 auf 223 im Jahr 2012. Im vergangenen Jahr waren wieder mehr als 400 Fälle registriert worden. In Deutschland gab es 1992 die letzten Polio-Infektionen.

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