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Riesenbärenklau erkennen und entfernen: Was Sie wissen sollten

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Unkraut entfernen  

Was Hobbygärtner über Riesenbärenklau wissen müssen

18.06.2016, 18:50 Uhr | dpa

Riesenbärenklau erkennen und entfernen: Was Sie wissen sollten. Der Riesenbärenklau unterscheidet sich vom heimischen Wiesenbärenklau vor allem durch seine Größe von bis zu vier Metern. (Quelle: imago/Waldemar Boegel)

Der Riesenbärenklau unterscheidet sich vom heimischen Wiesenbärenklau vor allem durch seine Größe von bis zu vier Metern. (Quelle: Waldemar Boegel/imago)

Die eindrucksvollen Stauden haben viele schon gesehen: Der Riesenbärenklau schießt meist am Straßenrand bis zu vier Meter hoch auf. Aber auch in den Garten fliegen seine Samen und keimen. Das Problem: Bei Kontakt mit der Pflanze verbrennt die Haut.

Riesenbärenklau: Wissenswertes

Der aus dem Kaukasus stammende Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Zierpflanze in Europa eingeführt. Die auch als Herkulesstaude bekannte Pflanze breitet sich in vielen Regionen Deutschlands immer mehr aus. Dabei verdrängt sie andere heimische Pflanzenarten. Jede Pflanze bildet zwischen 10.000 und 30.000 Samen aus. Diese sind über mehrere Tage schwimmfähig und können so große Distanzen zurücklegen. Der Riesenbärenklau kommt häufig an Flüssen und Bächen, auf Brachland und an Wegesrändern vor, findet aber auch seinen Weg in den Garten. Er lässt sich dort gern auf nährstoffreichen Standorten nieder, die nicht zu trocken sind.

Woran erkenne ich den Riesenbärenklau?

An ihm ist alles etwas größer: Die Staude bildet zunächst eine Rosette mit stark gefiederten Blättern, die bis zu einem Meter groß werden können. Die zwei- oder mehrjährige Pflanze kann innerhalb weniger Wochen auf bis zu vier Meter heranwachsen. Die Blütenstände sind weiß bis rosa gefärbt und können einen Durchmesser von bis zu 50 Zentimetern erreichen. Der Stängel kann an der Basis bis zu zehn Zentimeter dick werden und weist rote Flecken auf.

Wie gefährlich ist Riesenbärenklau für Ihre Gesundheit?

Alle Pflanzenteile des Riesenbärenklaus enthalten Furanocumarine. Diese Giftstoffe setzen den natürlichen UV-Schutz der Haut außer Kraft. Sie führen in Kombination mit UV-Licht zu Verbrennungen beziehungsweise Verätzungen der Haut. Diese gehen meist mit Juckreiz, Rötungen und der Bildung von Blasen einher. Je nach Lichteinwirkung sind die schwersten Ausprägungen erst nach zwei Tagen erreicht. Die durch Riesenbärenklau verursachten Verletzungen heilen nur sehr langsam ab und können Narben hinterlassen.

Erste Hilfe bei Kontakt mit der Giftpflanze

Wenn Sie die Pflanze berührt haben, schützen Sie Ihre Haut sofort vor Sonnenlicht und waschen Sie sie mit Wasser ab. Falls dennoch Hautreaktionen auftreten, ist es ratsam zum Arzt zu gehen. Bei empfindlichen Personen und Allergikern kann der Kontakt mit der Pflanze zu Fieber, Schweißausbrüchen, Atemnot oder einem Kreislaufschock führen, wie das Online-Portal des Bayrischen Rundfunks berichtet. In diesem Fall sollten Sie sofort einen Notarzt rufen.

Verbrennungen vorbeugen

Beim Entfernen der Pflanze im Garten ist Schutzkleidung inklusive einer Schutzbrille Plicht. Bekämpfungsmaßnahmen sollten zudem immer abends oder bei bedecktem Himmel durchgeführt werden, um Reaktionen mit UV-Licht zu vermeiden.

Ist Riesenbärenklau auch für Hunde und Katzen gefährlich?

Der Kontakt mit der Pflanze kann auch bei Hunden und Katzen zu schweren Hautreaktionen führen. Schon das kurze Schnüffeln reicht aus, um Verletzungen hervorzurufen. Achten Sie daher bei Spaziergängen mit Ihrem Hund darauf, dass er ausreichend Abstand hält.

Wichtig: Auch kleine Jungpflanzen sind giftig! Wenn es bereits zum Kontakt mit dem Riesenbärenklau gekommen ist, decken Sie die betroffene Hautpartie sofort ab. Je weniger Sonnenlicht auf die Haut trifft, desto weniger können die Giftstoffe mit dem UV-Licht reagieren. Anschließend sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.

Riesenbärenklau melden?

Wenn Sie Riesenbärenklau in Ihrem Garten entdecken, sind Sie nicht verpflichtet den Bestand zu melden. Als Eigentümer sind Sie selbst dafür verantwortlich, die Pflanze zu entfernen. Es besteht auch keine Pflicht den Riesenbärenklau zu beseitigen. Problematisch wird es, wenn sich Menschen verletzen. Dann kann es auf privatrechtlicher Ebene zu Schwierigkeiten kommen, wie die Online-Ausgabe der "Mitteldeutschen Zeitung" berichtet.

Die Umweltämter vieler Landkreise bitten allerdings darum, Bestände im öffentlichen Raum zu melden. So kann die weitere Ausbreitung der Pflanze verhindert werden.

Wie kann ich Riesenbärenklau entfernen?

Um Riesenbärenklau im Garten loszuwerden muss der obere Teil der Wurzel ausgegraben werden. Nur in diesem sogenannten Vegetationskegel findet der Austrieb statt. Der Gärtner muss daher mindestens zehn Zentimeter unterhalb der Erdoberfläche die Wurzel durchstechen und ausheben. Die verbleibenden Wurzeln verrotten im Boden. Diese Methode ist einfacher, wenn die Pflanzen noch jung sind.

Der beste Zeitpunkt zum Entfernen ist daher das Frühjahr. Der ausgegrabene Wurzelrest kann im Hausmüll entsorgt oder verbrannt werden. Auf keinen Fall dürfen Sie Pflanzenreste zum Kompost geben. Die Wurzeln könnten sonst erneut anwachsen und auch abgeschnittene Blütenstände sind noch in der Lage Samen auszubilden.

Wenn Sie im Frühjahr nicht zur Bekämpfung gekommen sind, können Sie ab Mitte Juli die Samen- und Blütenstände der Pflanze abschneiden. Zu diesem Zeitpunkt verfärben sich die Dolden gelb und haben grüne Samen angesetzt. Gehen Sie beim Abtrennen vorsichtig vor, da die Samen leicht herausfallen können. Tipp: Stülpen Sie eine dichte Plastiktüte über den ganzen Blütenstand. So können die Samen samt Blütenstand einfach entsorgt werden.

Wichtig: Kontrollieren Sie betroffene Flächen monatlich und beseitigen Sie jede nachtreibende Pflanze mitsamt der Wurzel. Dies gilt auch für die folgenden Jahre.

Riesenbärenklau abmähen oder umpflügen?

Die oben beschriebene Entfernungsmethode ist laut der saarländischen Landwirtschaftskammer sehr effektiv. Wegen des hohen Arbeitsaufwands ist sie aber nur für kleine Bestände und einzelne Pflanzen geeignet. Eine Alternative besteht darin, den Riesenbärenklau abzumähen. Diese Methode ist insbesondere für größere Flächen geeignet, muss aber öfter wiederholt werden. Die Ausbreitung der Pflanze wird so allerdings nur verlangsamt, nur selten stirbt sie ganz ab.

Eine weitere Möglichkeit ist, den Boden in 10 bis 15 Zentimeter Tiefe um die Pflanzen herum wegzufräsen oder zu pflügen. Der Vorgang muss wiederholt werden, damit zu Boden fallende Samen nicht keimen können. Auf die Fläche kommt dann am besten Saatgut von schnell und dicht wachsenden Gräsern. Sie nehmen noch übriggebliebenen Samen das Licht zum Keimen.

Das Online-Magazin "gartendialog.de" weist daraufhin, dass Pflanzenschutzmittel für die Bekämpfung von Riesenbärenklau nicht zugelassen sind.

Verwechslungsgefahr: Riesenbärenklau oder Wiesenbärenklau?

Der Wiesenbärenklau ist eine einheimische Art und im Vergleich zu seinem nahen Verwandten wesentlich kleiner. Er erreicht nur eine Höhe von 60 bis 150 Zentimetern. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der Stängel, welcher beim Wiesenbärenklau keine Flecken aufweist.

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