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Studie: Nur einige Gesundheits-Apps taugen wirklich was

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"Wildwuchs" an Angeboten eindämmen  

Studie: Nur wenige Gesundheits-Apps sind wirklich brauchbar

27.04.2016, 08:51 Uhr | AFP, t-online.de

Auf dem Markt gibt es zwar zahlreiche Gesundheits- und Medizin-Apps. Darunter befinden sich aber bislang nur wenige mit echtem diagnostischem und therapeutischem Anspruch. Dies ist das Ergebnis einer vom Bundesgesundheitsministerium geförderten Studie des Peter-L.-Reichertz-Instituts für Medizinische Informatik.

Bei der Vorstellung der Studie in Berlin forderte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) eine Verständigung auf "klare Qualitäts- und Sicherheitsstandards" für Patienten, Ärzte und App-Entwickler.

Forscher für Eindämmung des "Wildwuchses"

Gesundheits-Apps könnten Menschen unterstützen und ihnen eine Hilfe sein, erklärte Gröhe. Bei inzwischen schon mehr als 100.000 verschiedenen Angeboten sei es für Bürger wie Mediziner "aber nicht einfach, zwischen guten und schlechten Angeboten zu wählen".

Auch die Forscher mahnten bessere Möglichkeiten zur Identifizierung sinnvoller Apps an und warben für Maßnahmen zum Eindämmung des "Wildwuchses" am Markt. "Viele dieser Apps sind auf kurzfristige Erfolge ausgerichtet", erklärte Studienleiter Urs-Vito Albrecht, stellvertretender Leiter des Reichertz-Instituts. Dieses wird von der Technischen Universität Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover gemeinsam betrieben.

Die Experten forderten, die Entwicklung sicherer und vertrauenswürdiger Smartphone- und Tablet-Apps zu fördern. Darüber hinaus mahnten sie genauere Untersuchungen zur Wirkung an. Albrecht erklärte dazu in Hannover: "Grundsätzlich ist die Evidenz zum Thema dünn, was eine objektive Einschätzung des Nutzens der Technologie immens erschwert."

Studie soll Basis zur Beurteilung liefern

Die Studie namens "Chancen und Risiken von Gesundheits-Apps" (Charismha) soll eine Art Basis für eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme des Sektors liefern und Ansatzpunkte für weitere Gespräche zwischen Medizinern, Politik, Industrie und Anwendern bieten.

Nach Angaben der Verfasser und des Gesundheitsministeriums stellt unter anderem auch der Datenschutz ein Problem dar. Viele Apps hielten die datenschutzrechtlichen Vorgaben nicht ein, teilte das Ministerium mit. Die Verbraucher bräuchten mehr Hilfestellung, erklärte das Institut.

Gröhe betonte zugleich, Apps seien für viele Benutzer schon heute etwa ein Ansporn, sich gesünder zu ernähren oder unterstützten bei der Einnahme von Medikamenten. Daher müssten die Beteiligten auch dafür sorgen, dass "Produkte, die einen wirklichen Nutzen für Patienten bringen, schnell in die Versorgung gelangen".

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