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Forscher warnen vor Zika-Virus: Über 90 Millionen Infektionen möglich

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Zika-Virus  

Studie prognostiziert mehr als 90 Millionen Infektionen

27.07.2016, 08:17 Uhr | AFP

Forscher warnen vor Zika-Virus: Über 90 Millionen Infektionen möglich. Das Zika-Virus wird von der Gelbfiebermücke-Mücke (Aedes aegypti) übertragen. (Quelle: dpa/Gustavo Amador)

Das Zika-Virus wird von der Gelbfiebermücke-Mücke (Aedes aegypti) übertragen. (Quelle: Gustavo Amador/dpa)

Forscher warnen: Wegen des Zika-Virus könnten zehntausende Kinder mit Missbildungen auf die Welt kommen. Bis zum Ende der derzeitigen Epidemie könnten sich 93,4 Millionen Menschen mit dem Virus infizieren, unter ihnen 1,65 Millionen schwangere Frauen, heißt es in einer am Montag im Fachmagazin "Nature Microbiology" veröffentlichten Studie.

In den besonders gefährlichen ersten Wochen einer Schwangerschaft würden ein bis 13 Prozent der Föten von infizierten Frauen eine sogenannte Mikrozephalie oder andere Komplikationen entwickeln, schreiben die Forscher aus den USA, Großbritannien und Schweden.

"Worst-case-Szenario" für Zika-Infektionen

Das bedeute, dass in Lateinamerika und in der Karibik "zehntausende" Babys betroffen sein könnten, sagte Alex Perkins von der Universität Notre Dame im US-Bundesstaat Indiana.

Die auf einem mathematische Modell beruhende Schätzung sei ein "Worst-case-Szenario", sagte Perkins. Es sei aber "realistisch". Die Zahlen seien zwar nicht sehr konkret, gäben aber immerhin eine Vorstellung von der Größenordnung der Folgen der Zika-Epidemie.

Zika-Baby in Spanien geboren

Das durch Stechmücken übertragene Zika-Virus grassiert derzeit in Süd- und Mittelamerika, besonders betroffen ist Brasilien. In Europa gibt es nun die ersten Fälle: Erstmals wurde ein Baby mit den typischen Missbildungen nach einer Zika-Infektion der Mutter geboren worden. Wie das Universitätskrankenhaus Vall d'Hebron in Barcelona am Montag mitteilte, hat das Baby einen ungewöhnlich kleinen Kopfumfang, war aber nach der Kaiserschnitt-Geburt ohne weitere medizinische Hilfe lebensfähig. Ein Forscherteam veröffentlichte in der Zeitschrift "Nature Microbiology" Berechnungen, nach denen die in Südamerika grassierende Infektion weltweit zehntausende solcher Fälle zur Folge haben könnte.

Das Krankenhaus in der nordspanischen Stadt teilte nicht mit, ob das Neugeborene ein Junge oder Mädchen ist. Die Eltern wussten schon seit dem Monat Mai von der Fehlbildung, sie entschieden sich dafür, dass das Kind zur Welt kommen solle. Vom Krankenhaus wurde lediglich mitgeteilt, dass die Mutter sich bei einer Auslandsreise infiziert habe. Im Krankenhaus war darüber hinaus zu erfahren, dass die Reise angeblich nach Lateinamerika führte.

Zika-Virus kann Mikrozephalie auslösen

Das Zika-Virus kann bei ungeborenen Kindern unter anderem Mikrozephalie auslösen, eine Fehlbildung, bei der Babys mit einem abnormal kleinen Kopf und damit einhergehenden Hirnschäden auf die Welt kommen. Allein in Brasilien kamen bislang 1700 Babys mit Missbildungen auf die Welt.

Die Epidemie hat auch gewaltige Sorgen mit Blick auf die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro geweckt. Aus Angst vor dem Zika-Virus ergreifen viele Länder Vorsichtsmaßnahmen, mehrere prominente Sportler sagten aber auch schon ihre Teilnahme deswegen ab.

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