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So lässt sich das Trennungsrisiko voraussagen

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So lässt sich das Trennungsrisiko voraussagen

29.07.2016, 12:42 Uhr | t-online.de

So lässt sich das Trennungsrisiko voraussagen.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Bleibt man zusammen oder geht man doch lieber getrennte Wege. An manchen Anzeichen lässt sich diese Frage schon vorher beantworten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Manchmal wüsste man schon gerne am Anfang einer Beziehung, ob diese wohl ein Leben lang hält. Leider ist das nicht möglich. Wohl aber lässt sich das Trennungsrisiko mit hoher Wahrscheinlichkeit abschätzen. Der amerikanische Psychologe  John Gottman entwickelte eine Methode, die voraussagt, welche Ehen nach vier bis sechs Jahren geschieden werden.

Zugrunde liegen mehrere Studien, die der Psychologe in Seattle an rund 3000 Paaren über einen Zeitraum von 40 Jahren durchführte. Dabei filterte er vier Klare Anzeichen heraus, die eine Trennung mit einer Trefferquote von 94 Prozent vorhersagen.

Paare zum Zoffen ins Liebeslabor geschickt

Hierzu lud Gottman, der ein eigenes Forschungsinstitut betreibt, die Paare in sein "Love Lab" ein. Hierbei handelt es sich um eine Einzimmerwohnung, die mit Fernseher, Schlafzimmer und Küchenzeile ausgestattet ist. Die Paare kamen nicht um zu kuscheln, sondern um zu streiten. Worüber, war zweitrangig. Vielmehr interessierte ihn die Art und Weise, in der die Auseinandersetzung erfolgte. Denn laut Gottmann zeigt sich im Streit nicht nur, ob zwei Menschen den Standpunkt des Partners nachzuvollziehen können, sondern auch, wie es um ihre emotionale Nähe bestellt ist.

In allen Ecken der Wohnung ließ der Beziehungsforscher Videokameras installieren, mit denen er die Körpersprache und Mimik der Probanden einfangen konnte. Zusätzlich verkabelte er die Beteiligten, um deren körperliche Reaktionen wie Herzschlag, Pulsfrequenz und Schweißmenge auf den Handinnenflächen zu messen.

Eine Formel für das Beziehungsglück

Auf der Basis dieser Daten entwickelte Gottman die Parameter für eine Beziehungsformel. Nach eigenen Aussagen kann er hiermit mit 94-prozentiger Wahrscheinlichkeit vorhersagen, ob sich ein Paar irgendwann einmal scheiden lässt oder zusammenbleibt. Heute reicht ihm angeblich ein 15 Minuten langes Paarvideo aus, um eine entsprechende Prognose zu treffen. Paare, die sich darin einander zuzuwenden, sich häufig liebevoll anblicken und dem anderen dadurch positive Signale senden, hätten die besten Chancen auf eine dauerhafte und stabile Beziehung.

Vier Beziehungskiller: Daran scheitert die Liebe

Ob eine Liebe zum Scheitern verurteilt ist, erkennt Gottmann konkret an vier Verhaltensweisen, die bei Streit in schwierigen Beziehungen auffällig sind. Er nennt sie die "vier apokalypischen Reiter". Diese sind: herabsetzende Kritik, Abwehrverhalten wie wegwerfende Handbewegungen und Augenrollen, mangelnder Respekt voreinander und viertens innerlicher Rückzug. Letzerer drückt sich oft in hartnäckigem Schweigen und "Mauern" gegenüber dem Partner aus.

Alle vier Verhaltensweisen sind typische Beziehungskiller, die oft einen Trennungsprozess einleiten.

Aufschlussreich: Wie Paare über ihre erste Begegnung sprechen

Doch nicht nur Streit zeigt sich, welche Zukunftschancen ein Paar hat. Eine weitere Studie hat Gottman in seinem Buch "Die Vermessung der Liebe" (2014) vorgestellt: In dieser mussten frisch verheiratete Paare in maximal fünf Minuten ihre Kennenlern-Geschichte erzählen. Aus der Art und Weise, wie sie dies taten, konnte der Psychologe - ähnlich wie bei dem Streit-Experiment - Rückschlüsse auf das Trennungsrisiko ziehen.

Die Paare, die nach drei Jahren noch zusammen waren, hatten ihre Geschichten häufig glorifiziert. Sie idealisierten den Partner und drücken übereinstimmend ein starkes Wir-Gefühl aus. Diejenigen, die sich später trennten, widersprachen sich in ihren Darstellungen und banalisierten den Moment der ersten Begegnung. Auch machten sie weniger liebevolle Bemerkungen über ihren Partner.

In seinen Beziehungsprognosen lag Gottman auch in diesem Experiment bei einer Trefferquote von 94 Prozent.

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