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So schnell verdirbt Fleisch

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So schnell verdirbt Fleisch

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So schnell verdirbt Fleisch.  (Quelle: t-online.de)

Ein genauer Blick auf Verpackung und Beschaffenheit des Fleischs sorgt meist für Aufklärung. (Quelle: t-online.de)

Am besten schmeckt Fleisch natürlich, wenn es ganz frisch vom Metzger in die Pfanne oder auf den Grill kommt. Denn Fleisch ist auch im Kühlschrank nicht lange haltbar. Wer verdorbenes Fleisch isst, dem droht eine Lebensmittelvergiftung mit Durchfall und Erbrechen.

Verdorbenes Fleisch riecht nicht immer schlecht

Fleisch ist nie keimfrei. Selbst wenn unter hygienisch einwandfreien Bedingungen geschlachtet wird, findet man Keime auf dem Fleisch: Bei Rindfleisch sind es 1000 Keime pro cm², bei Schweinefleisch sogar 10.000. Diese Bakterien und Pilze vermehren sich auf dem Fleisch. Besonders schnell geht das in einer warmen Umgebung. Die meisten Keime sind harmlos - es können aber auch Krankheitserreger darunter sein. Diese vermehren sich auf dem Fleisch und lassen es verderben. Oft merkt man dem Fleisch an, dass es verdorben ist: Geruch, Farbe und Konsistenz verändern sich. Bestimmte Keime, etwa Salmonellen, hinterlassen jedoch keine Spuren auf dem Fleisch. Deshalb sollte man das Schnitzel nach ein paar Tagen Lagerung lieber nicht mehr essen - auch wenn es noch einwandfrei aussieht und riecht.

Selbst im Kühlschrank kann es zu warm sein

Wie schnell Fleisch schlecht wird, hängt von der Sorte ab. Rindfleisch hält sich zum Beispiel länger als Schwein oder Geflügel. "Das liegt daran, dass Rindfleisch nach dem Schlachten länger abhängt", erklärt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. Dadurch sinkt der pH-Wert des Fleischs und die Haltbarkeit wird erhöht. Bei Temperaturen zwischen null und vier Grad Celsius hält sich Rindfleisch drei bis vier Tage, Kalb- oder Schweinefleisch zwei bis drei Tage, Geflügel dagegen nur ein bis zwei Tage. "Allerdings erreichen nur sehr moderne Kühlschränke Temperaturen von null Grad", räumt der Experte ein. "In normalen Kühlschränken wird es nur an der kühlsten Stelle vier Grad kalt." Daher bewahrt man Fleisch am besten immer im untersten Kühlschrankfach - über der Gemüseschublade - auf. Dort ist es am kältesten.

Hack und Gulasch verderben schneller

Besonders schnell verdirbt Fleisch, wenn die schützende Muskelhülle zerstört ist - dies ist etwa bei Hackfleisch oder Gulasch der Fall. Frisch vom Metzger sollte Hackfleisch immer noch am gleichen Tag verbraucht werden. Hackfleisch aus dem Supermarkt ist meist etwas länger haltbar. Aber Vorsicht beim Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf der Packung: Häufig gilt es für eine Lagerung bei null bis zwei Grad, in den meisten Kühlschränken ist es aber wärmer. "In diesem Fall sollte man auf keinen Fall bis zum Ende des Haltbarkeitsdatums warten", warnt Valet. Denn Untersuchungen haben gezeigt, dass solches Fleisch, wenn es bei vier bis sechs Grad im Kühlschrank gelagert wird, schon vor Ablauf des MHD verdirbt.

Vorsicht bei abgepackter Ware

Vorsicht geboten ist bei abgepacktem Fleisch aus dem Supermarkt, das den Hinweis "unter Schutzatmosphäre verpackt" trägt. Dieses Fleisch wurde mit einem Gasgemisch mit hohem Sauerstoffanteil behandelt. Der Sauerstoff sorgt dafür, dass das Fleisch rot bleibt und frisch erscheint - tatsächlich aber wird es schneller ranzig, weniger saftig und zart. Dies hat die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch herausgefunden. Die Hersteller erklären hingegen, das Sauerstoff-Gemisch unterdrücke die Keimflora auf dem Fleisch, schütze also vor Verderb. Eine bessere Methode, um frisches Fleisch etwas länger haltbar zu machen, sei das Vakuumieren, sagt Valet. "Das kann man zum Beispiel beim Metzger machen lassen."

Tiefgekühlt ist Fleisch bis zu 18 Monate haltbar

Wer Fleisch länger als ein paar Tage aufheben will, muss es tiefkühlen. "Man sollte das Fleisch dann aber so schnell wie möglich nach dem Kauf einfrieren", rät Valet. Denn je weniger Keime sich vor dem Einfrieren auf dem Fleisch einnisten können, desto besser. Auch sollte sich möglichst wenig Luft in der Verpackung befinden, wie der "NDR" empfiehlt. Am Besten eigne sich eine vakuumisierte Verpackung oder ein luftarmer Gefrierbeutel, der fest verschlossen ist.

Bei Temperaturen um - 18° Celsius hält sich Schweinefleisch laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung sechs bis neun Monate, Rindfleisch kann sogar neun bis 18 Monate gelagert werden. Je fetter das Fleisch, desto kürzer die Haltbarkeit. Hackfleisch muss nach drei bis vier Monaten verbraucht werden. Achtung: Bakteriensporen überleben auch Gefriertemperaturen. Sobald das Fleisch aufgetaut wird, können sie sich wieder vermehren. Deshalb sollte aufgetautes Fleisch so schnell wie möglich zubereitet werden.

Garen verlängert Haltbarkeit nicht

Achtung: Auch Garen macht Fleisch nicht unbedingt länger haltbar. Bleibt vom Schnitzel etwas übrig, muss es so schnell wie möglich in den Kühlschrank. "Gegartes Fleisch sollte man maximal ein bis zwei Tage aufbewahren", sagt Valet. Um sicher zu gehen, dass Keime abgetötet werden, sollte man das Fleisch danach nicht einfach nur aufwärmen: "Auf der sicheren Seite ist man, wenn das Fleisch zwei Minuten lang auf 70 Grad Celsius erhitzt wird."

Tipps zur Verlängerung der Haltbarkeit

Wem die natürliche Haltbarkeit von Fleisch nicht ausreicht, weil der Wocheneinkauf recht früh erledigt wird, kann sich zumindest mit ein paar Tipps behelfen. Neben dem genannten Einfrieren als längerfristige Methode, lässt sich Fleisch auch simpel vorbehandeln. Der "NDR" empfiehlt etwa, Fleisch direkt nach dem Kauf aus der Verpackung zu nehmen und in Backpapier einzuschlagen. Geflügelfleisch lasse sich damit bis zu fünf Tage haltbar machen - wer die Zeit auf bis zu sieben Tage verlängern möchte, könne zudem das Fleisch mit einer leichten Marinade aus Salz und Zucker behandeln. Eine würzige Marinade aus Salz, Kräutern und Öl wirkt auch bei Schwein und Rind Wunder: Die Haltbarkeit lässt sich so auf bis zu zehn Tage beim Schweinefleisch und zwei Wochen beim Rindfleisch erhöhen.

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