Startseite
Sie sind hier: Home > Lifestyle > Beauty >

Haartransplantation: Das müssen Betroffene wissen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Was sprießt denn da?  

Haartransplantationen füllen Lücken auf

20.09.2016, 08:31 Uhr | Julia Ruhnau, dpa

Haartransplantation: Das müssen Betroffene wissen. Frisch eingesetzte Haare direkt nach der Transplantation. (Quelle: dpa)

Frisch eingesetzte Haare direkt nach der Transplantation. (Quelle: dpa)

Haarausfall trifft Männer und Frauen. Wer sich nicht damit abfinden will, kann sich Haare transplantieren lassen. Was Betroffene darüber wissen müssen.

Es ist normal, dass Haare mit dem Alter lichter werden oder an manchen Stellen ganz verschwinden. Wie Menschen damit umgehen, ist aber ganz unterschiedlich: Vom Kurzhaarschnitt und komplizierten Föhnfrisuren über Toupets und Zweithaar bis hin zur natürlich Halbglatze ist vieles möglich.

Genetische Veranlagung spielt eine Rolle

Oder man wagt die Transplantation - Fußballtrainer Jürgen Klopp oder FDP-Chef Christian Lindner haben es vorgemacht. Doch das klappt nicht immer gut. Wann es Sinn macht, hängt vor allem von der genetischen Veranlagung ab.

Haben Sie das gewusst? 
Die fünf häufigsten Fehler beim Haare trocknen

Schon bei dem Verwenden des Handtuchs fängt die richtige Pflege an. Video

Was das Haarwachstum beeinträchtigt

Aber zunächst von vorne: Warum fallen eigentlich die Haare aus? "Beim erblichen Haarausfall werden die Haare kürzer und dünner, weil sie zu empfindlich auf männliche Hormone reagieren und die Stammzellerneuerung der Haarwurzeln nachlässt", erklärt der Dermatologe Andreas M. Finner aus Berlin. Auch Verletzungen der Kopfhaut oder Vernarbungen durch Entzündungen der Haarwurzeln können das Wachstum beeinträchtigen.

Genügend kräftige Haare sind nötig

Für eine Transplantation ist es wichtig, dass noch genügend kräftige Haare vorhanden sind. "Gute Voraussetzungen bestehen, wenn bereits deutlich ausgedünnte Bereiche mit Lückenbildung vorliegen und ausreichend dichtes Spenderhaar am Hinterkopf vorhanden ist", erläutert Finner.

So funktioniert eine Haartransplantation

Das Prinzip der Transplantation selbst ist simpel: Einzelne Haarbündel, im Fachjargon Follicular Units (FU) genannt, werden am Hinterkopf entnommen und an die kahleren Stellen verpflanzt. Dafür gibt es zwei Methoden: Bei der Follicular Unit Transplantation (FUT) entnimmt der Chirurg einen ganzen Hautstreifen am Hinterkopf. Diesen zerlegt der Arzt unter dem Mikroskop in kleine Einheiten und transplantiert sie wieder auf den Kopf. Oder man entnimmt punktuell einzelne Haarbündel und pflanzt diese in die kahlen Bereiche ein - hier spricht man von der Follicular Unit Extraction (FUE).

Haarlänge entscheidet über Methode

"Bei Kurzhaarfrisuren oder sehr straffer Kopfhaut ist die punktuelle Extraktion besser", erklärt Finner. "Hier gibt es keine Linie als Narbe, sondern nur kleine Pünktchen." Da die Haare am Hinterkopf bis auf einen Millimeter rasiert werden und auch das restliche Haar kurz sein muss, ist die Streifenmethode für Patienten mit langen Haaren besser. Die Haut wird hier an der Entnahmestelle direkt vernäht, die Naht dann mit den verbliebenen Haaren überkämmt.

UMFRAGE
Käme eine Haartransplantation für Sie in Frage?

So viel kosten Haartransplantationen

Neben Dermatologen führen auch plastische Chirurgen die Behandlung durch. Laut einer Patientenbefragung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) liegt der Anteil von Haartransplantationen bei Männern bei 1,5 Prozent aller ästhetisch-plastischen Operationen. Die Kosten liegen bei mindestens 3000 Euro, je nach Aufwand des Eingriffs auch deutlich mehr. "Man muss Patienten darauf hinweisen, dass eventuell eine zweite, dritte, vierte OP nötig werden kann", sagt Paul Edelmann, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Frankfurt am Main.

"Nie ganz so dicht wie früher"

Die Erfolgsquoten sind bei Transplantationen zwar relativ hoch, über 90 Prozent der Transplantate wachsen an. "Man kriegt sie aber nie ganz so dicht hin wie früher", erklärt Edelmann. Außerdem ist bei der Verpflanzung Genauigkeit gefragt: "Es kann sein, dass die Haare durcheinander wachsen, wenn sie nicht richtig gesetzt sind." Deshalb sollten Patienten sich am besten an erfahrene Praktiker wenden, die die Behandlung regelmäßig durchführen. Medizinische Verbände können hier Empfehlungen geben.

Diese Probleme können auftreten

Olaf Kraußlach, Zweithaarspezialist aus Vlotho (NRW) und Mitglied im Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks, warnt trotzdem vor schnellen Entscheidungen: "Was ich schon gesehen habe, ist, dass ein paar Reihen Haare stehen und der Rest ausfällt", erzählt er. Oder aufgefüllte Geheimratsecken sprießen wieder, dafür fallen am Hinterkopf die Haare aus. Auch Jens Dagné von der Friseurvereinigung Intercoiffure Deutschland sieht das so: "Bei zu früh verpflanztem Haar können kleine Inselbildungen ein gruseliges Bild hinterlassen", hat er beobachtet. Auch Vernarbungen oder Hautpusteln seien möglich.

Haarausfall stoppen

Sein Rat lautet daher, sich so lange wie möglich mit regenerativen Maßnahmen zu befassen oder sich bei einem Spezialisten für Zweithaar zu Alternativen beraten lassen. Auch Dermatologe Finner rät zu begleitenden Maßnahmen, damit der Haarausfall nicht weitergeht. Verschiedene Wirkstoffe wie Minoxidil oder Finasterid sowie Eigenblutunterspritzungen können helfen.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Russicher Riesenbomber 
Tu-160 ist das größte Kampfflugzeug der Welt

35 Stück wurden bisher gebaut, 16 Stück sind im Dienst. Gedacht sind die Flugzeuge für den Einsatz an weit entfernten Zielen. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal